Tether bald im Bitcoin Lightning Network: Was das für das Krypto-Ökosystem bedeutet

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Die Kryptobörse Bitfinex plant, Tether Ende des Jahres auch über das Lightning Network anzubieten. Nachdem USDT nun auf Ethereum, Tron, EOS und bald auch Liquid versendet werden kann, ist das ein weiterer Schritt vom bekannten Stable Coin. Was bedeutet das für das gesamte Krypto-Ökosystem?

Wenn man sich auf etwas verlassen kann, dann dass Tether und Bitfinex es in die News schaffen. Zugegebenermaßen in erster Linie mit kontroversen Neuigkeiten über die Deckung des Stable Coin oder über weitere Kontroversen, manchmal aber auch mit interessanten Neuigkeiten und Plänen. Im Fall von Bitfinex waren dies die Launches von Ethfinex, EOSFinex und jüngst Tokinex.


Auch im Hause Tether bleibt die Entwicklung nicht stehen: Die Tether zugrunde liegende Basis wurde auch erweitert. Angefangen als ein Asset auf dem Omni Layer Protocol, einem auf Bitcoin aufsetzenden Settlement Layer, existieren inzwischen Tether-Token im Ethereum– und Tron-Ökosystem. Nun soll Tether auch auf EOS und bald auf Liquid sowie dem Lightning Network laufen.

Die Integration über das Lightning Network soll in Kooperation mit dem RGB-RGB-Protocol erfolgen und bis Ende des Jahres fertig gestellt sein. Das RGB-Protocol möchte einen Standard schaffen, mit welchem andere Assets außer Bitcoin über das Bitcoin-Netzwerk ausgetauscht werden können. Sie arbeiten auch daran, entsprechende Token über das Lightning Network weiterzugeben. Das Protokoll könnte deshalb für den Use Case Tether optimal sein.

„Das Lightning Network ist eines der coolsten Dinge“

Gegenüber der Krypto-Newsseite The Block äußerte sich der CTO von Tether, Paolo Ardonio, sehr begeistert:

Ich denke, das Lightning Network ist eines der coolsten Dinge, an denen wir beteiligt sein könnten. Wir lieben das Lightning Network wirklich und wollen sicherstellen, dass wir lernen und mit unseren Ressourcen unseren Beitrag zu dieser wichtigen Innovation liefern.

Tatsächlich ist Tether schon seit fast zwei Jahren an einer Lightning-Network-Nutzung interessiert. Ein Blog-Post von September 2017 ordnet die Eingliederung von Tether in die Unternehmensstrategie ein: Tether möchte auf möglichst vielen Chains vertreten sein. Das Krypto-Ökosystem ist auf verschiedene Projekte wie Bitcoin, Ethereum, EOS und Tron verteilt und Tether möchte möglichst in jeder dieser einzelnen Facetten vertreten sein.

Soweit die Sicht von Tether, aber was bedeutet das für das Krypto-Ökosystem? Im Folgenden sollen die Vorteile, die Herausforderungen und die Risiken frei nach dem Italowestern-Klassiker „The good, the bad and the ugly“ bewertet werden.

The Good – Technologische Innovation und Lightning-Adaption

Fangen wir mit den positiven Punkten an. In vier Punkten könnte dieser Schritt sowohl Tether als auch dem Bitcoin-Ökosystem gut tun:

  1. Es könnte zu einem Ritterschlag für das Lightning Network werden. Durch diese Entwicklung könnten Börsen verstärkt auf das Lightning Network setzen. Hier ist jedoch zu sagen, dass der Use Case Börsen eher durch Liquid, denn durch Lightning abgedeckt wird, wahrscheinlich sind die Zahlungen, um die es bei Börsen geht, doch etwas zu groß, um über das Lightning Network abgebildet zu werden. Ausnahmen wie Sparkswap sind hier nicht die Regel.
  2. Die Arbeit von RGB-Protocol bietet ohnehin ein großes Potenzial im Bereich von tokenisierten Assets. Auch im Bereich von Lightning-basierten Anwendungen könnten derartige Token hilfreich sein. Mit Tether wäre ein großer Use Case geschaffen, der weitere Projekte, die mit dem RGB-Protocol arbeiten möchten, anziehen könnte.
  3. Die Entwicklung könnte ein Vorstoß für die Nutzung von Bitcoin als Zahlungsmittel darstellen. Nun kann man nicht einfach über das Lightning Network seinen Kaffee in Bitcoin bezahlen, sondern muss dies mit einem im Kurs stabilen Token tun.
  4. Mit einer derartigen Entwicklung könnte das Bitcoin-Ökosystem seine Vorrangstellung gegenüber jüngeren Kryptowährungen untermauern. Zwar versprechen verschiedene andere Projekte auch billige, instantane Transaktionen. Hier klappt es jedoch ohne eine zentrale Partei, die, wenn wir es mal mit Blick auf XRP oder Stellar ausdrücken wollen, zwischen 40 und 80 Prozent der Token besitzt.

The Bad – Tether auf dem Lightning Network ist noch unbekannt

Soweit zu den Punkten, die an den News um Lightning-Tether begeistern. Damit sich das Projekt „Tether auf Lightning“ jedoch in diese positive Richtung entwickelt, muss das Unternehmen noch seine Hausaufgaben machen:

  1. Sollte es Tether schaffen, auf eine trustless Art eine Interoperabilität zwischen Bitcoin-Tether, Lightning-Tether, Liquid-Tether, EOS-Teher, Ethereum-Tether und Tron-Tether aufzubauen, wäre das ein Meilenstein für die gesamte Krypto-Szene. Daran arbeiten, siehe Atomic Swaps, Komodos Multichain-Architektur oder das COMIT-Netzwerk, einige. Ein wirklicher Standard jedoch ist noch nicht entwickelt.
  2. Die Technik des RGB-Protocol steckt noch in den Kinderschuhen. Noch viel muss hier geschehen. Gerade für große Skalierungen, wenn Börsen mit dem Token arbeiten möchten oder ähnliches, darf nichts schiefgehen. Ein transparentes Audit der Tests auf dem Lightning Network wäre deshalb wünschenswert.

The Ugly – Tether als Damoklesschwert über Bitcoin

Ungeachtet dieser Herausforderungen wird es immer einige Punkte geben, die ein großes Risiko darstellen. Dieses Risiko gilt dann nicht einfach für Tether oder Bitfinex, sondern für jedes mit diesen beiden Playern zusammenarbeitende Projekt. Lightning, Liquid, ja, auch Bitcoin selbst sind gefährdet, wenn sie sich zu sehr an Tether hängen:

  1. Mit Tether hat Bitcoin einen sehr ambivalenten Use Case. Die Probleme um die Deckung Tethers sind bekannt und wahrscheinlich wird die Lage in einer Multi-Chain-Welt immer unübersichtlicher. Wenn Tether nicht für eine Transparenz ohne Mittelsmann sorgen kann, könnte dieser Vertrauensverlust nicht nur Tether, sondern auch allen mit Tether zusammenarbeitenden Projekten insgesamt schaden.
  2. Dies ist weniger ein Punkt bezüglich Tether, sondern eher bezüglich Liquid und dem Lightning Network: Wie wird langfristig die Arbeit der Miner entlohnt werden? Wenn große Transaktionen über Liquid und kleine über das Lightning Network laufen, wird zwar das Basis-Protokoll weiterhin der finale Settlement Layer sein, wie wird sich das jedoch auf die Profitabilität für Miner auswirken? Ohne einen Anreiz werden diese irgendwann Bitcoin verlassen – und bis zum nächsten Halving ist es nicht einmal ein Jahr.

Insgesamt stellt sich das Announcement von Tether technologisch interessant dar.  Die Mitarbeit von Tether und Bitfinex wirft einen Schatten auf das Vorhaben. Insbesondere Bitfinex und Tether haben jedenfalls noch ein paar Hausaufgaben zu machen, bis man ihm vollständig vertrauen kann.

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