ZCash – kaum da und alle drehen durch

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“Unglaublich” – so kommentierte Marktanalyst Arthur Hayes die Begeisterung, die den Launch der Digitalwährung ZCash begleitet – und mit dieser Einschätzung ist er nicht allein.



Die Assoziation Digitalwährung mit Privatsphäre ist mindestens so alt wie die Blockchain – ZCash möchte den Nutzern jedoch ein bisher unerreichtes Level an Anonymität geben. Davon haben Investoren Wind bekommen.

Dieser Hype führte zu einem rapiden Preisanstieg bei den Futures von ZCash. Kurz vor dem Launch am 28. Oktober drehten alle durch:

Die Futures, die man für Bitcoin kaufen kann, sind von 0.027 BTC (Wert am 15. September) auf 0.379 BTC am 26. Oktober angestiegen – und damit um fast 1300% angestiegen.

Dieser Preisanstieg wurde durch eine extreme Disbalance zwischen einem nicht existenten Angebot und einer riesigen Nachfrage ermöglicht: ZCash plant nicht, Coins durch einen ICO potentiellen Investoren zu verkaufen. Damit werden Miner und Leute, die früh in das Startup investiert haben, als erste auf die Währung Zugriff haben.

Laut Hayes wird der Preis für ZCash bis Ende des Jahres den von Bitcoin überholen. Warum? Nun, Investoren wollen möglichst früh auf die Währung springen.

“ZEC ist der neue Hype nach Bitcoin und Ether. Und diesen Hype will niemand verpassen”

Ethereum ist ein gutes Stichwort: Zur Zeit des Crowdsales war Ethereum noch knappe dreißig Cent wert. Und heute? Aktuell steht Ethereum bei 10.51 EUR – Wir sprechen also von einem Preiszuwachs von über 3400 Prozent. Über Bitcoin lässt sich etwas ähnliches sagen: Es stieg von null Euro auf aktuell 629 Euro. Auch Augur (REP) ist von ursprünglich fünfzig Cent auf aktuell sechs Dollar gestiegen.

Vignesh Sundaresan, Co-Founder vom Bitcoin ATM-Hersteller BitAccess, hat sich ähnlich geäußert und hinzugefügt, dass die Annahmen über den Langzeitwert schon jetzt für einen boomenden Markt führen. “Aktuell ist doch die Lage: Die Leute haben Geld – wollen aber ZCash. Was es aktuell nicht gibt.”

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Ein Blick hinter den Hype

Im Vergleich zu den verschiedensten Digitalwährungen soll ZCash ein einmaliges Versprechen haben, was in der zugrundeliegenden Technologie begründet ist.

Die meisten Währungen sind entweder Klone von Bitcoin oder Tokens auf Ethereum. ZCash basiert im Gegensatz dazu auf Zerocash. Mithilfe von Zerocash sollen sowohl anonyme als auch öffentlich sichtbare Coins realisierbar sein.

Zerocash erlaubt anonyme Transaktionen über einen Zero-Knowledge Proof namens azk-SNARK, der zwei Parteien erlaubt, der anderen verifizierte Information zu geben, ohne die Identität zu offenbaren.

Mithilfe dieser Technologie konnte man eine sichere Blockchain aufbauen, die vor den Augen Dritter Sender, Empfänger und Transaktion verbirgt. Ähnlich wie bei Monero sind diese Informationen nur für jene sichtbar, die im Besitz eines View Keys sind.

Mit einem Bekanntmachen dieses View Keys kann man eine selektive Transparenz erzeugen.
Da ZCash User das Ausmaß ihrer Privatsphäre bestimmen können meinen die Entwickler, die erste Digitalwährung geschaffen zu haben, deren Coins komplett austauschbar ist – ein Zerocoin ist ununterscheidbar von jedem anderen.

Austauschbarkeit – oder Fungibilität – ist aktuell ein beliebtes Thema – das auch auf der letzten Bitcoin-Konferenz diskutiert wurde.

Warum wird so viel auf Fungibilität gesetzt? Letztlich ist die Sorge, dass Firmen Coins, die eine ihrer Meinung nach schmutzige Geschichte haben, nicht annehmen. Das ist kein hypothetischer Fall: Einige Exchanges haben bestimmte Coins, die aus kriminellen Quellen stammen, abgelehnt.

Mögliche Probleme von ZCash

Natürlich gibt es Punkte, bei denen selbst die begeistersten Fans von ZCash einsehen, dass es gegebenenfalls Schwierigkeiten geben kann.

Der Bitcoin Entwickler und Trader BTCDrak hat ZCash zwar als “neu und sehr interessant” bezeichnet, aber auch gesagt, dass die Art, wie die Digitalwährung Zero Knowledge Proofs nutzt, zu Problemen führen kann.

“Wir reden hier wirklich von dem Neuesten, was Kryptographie zu bieten hat”, so BTCDrak. Die oben genannten Proofs sollen viel CPU-Power zur Bestätigung von Transaktion benötigen. Außerdem sollen sie deutlich größer als im Fall von Bitcoin ausfallen – beide Punkte können zu starken Problemen hinsichtlich der Skalierbarkeit führen.

Kevin Zhou, ein Trader auf dem Exchange Kraken, hat ebenfalls zu etwas mehr Ruhe aufgerufen.
Ja, auch er respektiert die “bleeding edge” Technologie hinter der Kryptographie, betont jedoch, dass diese bisher nicht getestet ist.

“Es sind die unbekannten Unbekannten die grandios schief gehen können. Mit einer brandneuen Technologie gibt es immer derartige Risiken.”

Ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft

Trotz des Risikos sieht Jacob Eliosoff, ein Hedge Fund Manager für Digitale Währungen, in ZCash eine einzigartige Gelegenheit für Käufer.

Damit man es nicht falsch versteht: Eliosoff ist sehr vorsichtig. Ja, er sieht die Stärke hinsichtlich der Fungibilität als einen wirklichen Vorteil, meint aber, dass zerocoins obsolet werden könnte, sobald big Player wie Bitcoin und Ethereum das Problem gelöst haben.
Was auch die Zukunft bringt – heute ist ZCashs offizieller Start.

Miner haben sich deshalb auch schon auf die neue Kryptowährung vorbereitet und bieten Leuten an, dass man Anteile an entsprechenden Mining Pools kaufen kann.

Jonathan Toomim ist Betreiber einer solchen Mining Firma. Er blickt der Währung extrem gespannt entgegen und sieht in ihr eine Währung mit dem Potential, Bitcoin in den Schatten zu stellen.

“Bitcoin hatte vier Ansprüche: Es wollte eine anonyme digitale Währung sein, die einen preiswerten, skalierbaren Wertetransfer ermöglicht, programmierbar ist und deren Menge endlich ist. Die ersten zwei Ansprüche erfüllt ZCash gegebenenfalls besser als Bitcoin.”

Kommentar des Autors (Philipp Giese):

Mit den Bitcoin-Killern verhält es sich ähnlich wie den Momenten, in denen Bitcoin gestorben ist. Es gibt davon ne Menge – und sie waren bisher alle nicht real. That being said blicke ich auch gespannt auf die Währung. Nicht einfach wegen des Rauschen im virtuellen Blätterwald, sondern weil der Anspruch der Währung interessant ist – auch wenn man im ersten Moment XMR, ick hör Dir trapsen sagen will.

BTC-ECHO

Englische Originalversion  via CoinDesk

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Zudem engagiert er sich aktiv für die Krypto-Community – sowohl online als zentraler Ansprechpartner im Slack-Channel von BTC-ECHO als auch offline als Speaker und Interviewer pflegt er stets den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären. Der promovierte Physiker kann auf jahrelange Berufserfahrung als Projektleiter und technologischer Berater zurückgreifen. Philipp begeistert sich dabei seit vielen Jahren nicht nur für die technologische Dimension von Kryptowährungen, sondern auch für die dahinterliegende sozioökonomische Vision.

Bildquellen

  • Golden goins stack with golden lights background: © Dmytro Sukharevskyi - Fotolia.com
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