Wie reagieren die Stable Coins auf das Tether-Drama?

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Die Neuigkeiten um Bitfinex und Tether bewegten die Szene. Sie befeuerten eine lang anhaltende Skepsis gegenüber dem Stable Coin. Wie haben sich die jüngsten Tage auf True USD, DAI und andere Stable Coins ausgewirkt? 


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2019 11:08 Uhr von Dr. Philipp Giese

Stable Coins sorgen in der Szene für Kontroversen. Von einigen als die Brücke zur Adaption gefeiert sehen andere in ihnen eigentlich nicht mehr als eine tokenisierte Form des Problems, welches Bitcoin lösen wollte. Wie in der Kryptokompass-Ausgabe von November 2018 ausführlich dargestellt kommen bei Stable Coins verschiedene Risiken auf Anleger zu. Bei Asset-gedeckten Stable Coins muss man wieder einer zentralen Instanz Vertrauen schenken, während bei durch Kryptowährungen oder Algorithmen gedeckten Stable Coins die Risiken eines volatilen Markts sehr hoch sind. Für letzteres ist Nubits ein Menetekel für die gesamte Szene. Für ersteres entwickelte sich Tether mehr und mehr zum Paradebeispiel. Seien es die jüngsten Querelen um die mit Tether zusammenhängende Börse Bitfinex, seien es die jüngsten News um Tethers nicht vorhandene Deckung: Der älteste aller Stable Coins wird nie müde, dem unter dem Pseudonym bekannten Bitfinex’ed Material zum Twittern zu verschaffen.

Die jüngsten Neuigkeiten führen jedenfalls wieder zu einem Absacken des Tether-Kurses:

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Dramatisch ist der Sturz nicht, aber dennoch bedenklich, dass seit dem 26. April der Tether-Kurs nicht mehr den exakten Wert eines US-Dollars abbilden kann.

Andere Stable Coins profitieren von Tethers Schwäche

Des Einen Leid ist des Anderen Freud, um es frei mit dem Volksmund zu sagen. Tatsächlich ließen die jüngsten News die großen Stable Coins nicht kalt:

Obige Darstellung zeigt für Tether (USDT), Circle USD (USDC), True USD (TUSD), Paxos (PAX), MakerDAOs Dai (DAI) und Gemini USD (GUSD) die Kursbewegungen des letzten Monats. Gemini USD reagierte nur sehr leicht. Circle USD, True USD und Paxos entwickelten sich fast synchron. Auch MakerDAOs Dai konnte signifikant ansteigen, anders als die genannten Stable Coins kehrte der Kurs noch nicht zum Ideal zurück.

Kurskontrolle durch Supply-Änderung

Dass sich Anleger nach Stable-Coin-Alternativen umschauen, ist nachvollziehbar. Wie kommt es jedoch zu der Diskrepanz im Verhalten von Circle USD, True USD und Paxos auf der einen und Dai auf der anderen Seite? Ein Blick auf die Entwicklung des Supplys hilft bei der Spurensuche:

Wir sehen, dass der Supply aller Kryptowährungen bis auf Tether und Dai Ende April anstieg. Die Tokenmengen von Circle USD und Gemini USD stiegen dabei am 27. April beziehungsweise am 30. April abrupt an. True USD und insbesondere Paxos wählten dabei eine leicht andere Strategie: In beiden Fällen wurde der Token Supply nur allmählich erhöht.

Beide Strategien haben jedoch dasselbe Ergebnis: Durch Erhöhung der Geldmengen wird das Verhältnis von Angebot und Nachfrage variiert. Durch Erhöhung des Angebots konnte der Kurs dieser Stable Coins wieder auf einen US-Dollar fallen.

Dezentrale Supply-Kontrolle und ihre Tücken: Schwierigkeiten bei DAI

Dai verhält sich sowohl bezüglich der Kurs- als auch bezüglich der Supply-Entwicklung komplett anders als die vorgestellten Stable Coins. Der Kurs lag den April über deutlich unter einem US-Dollar. Seit Anfang März war die Kopplung an den US-Dollar-Kurs leicht angeschlagen:

Bei Dai handelt es sich, wie anderswo genauer beschrieben, nicht einfach um einen Stable Coin, sondern ein wichtiges Element in einem dezentralen Lending-Protokoll. Ein recht bekanntes obendrein: Im Zuge des Schlagwortes „decentralized Finance“ oder kurz #defi entwickelte sich Dai zu dem Stable Coin, der in den sozialen Medien am meisten sichtbar ist.

Anleger konnten gegen eine Sicherheit in Ethereum einen Stable Coin namens Dai erhalten. Mit dem Bärenmarkt und den sinkenden Ethereum-Kursen entwickelte es sich jedoch zu einem Problem, dass Anleger ihre DAI-Token nicht mehr zurückgaben, sondern zum Handel auf dem Markt benutzen.

Der Kurs sank mehr und mehr. Die Governance von MakerDAO versuchte mit immer höheren Zinsen einen Anreiz zu schaffen, dass Anleger ihre Kredite wieder auflösen. Auch wenn seit Mitte April der Supply von Dai abnimmt, reichte das für die ersehnte Kurskorrektur nicht aus. Diese kam erst mit den jüngsten Neuigkeiten um Bitfinex. Dank dieses Ereignisses steigte der Dai-Kurs dramatisch an und bewegt sich aktuell ungefähr bei 1,02 US-Dollar. Da jedoch an Dai Interessierte die Token an Börsen erwerben, steigt der Supply des Stable Coins nicht weiter an. Im Gegenteil: Er fiel eher, da einigen Anlegern die inzwischen auf ungefähr 20 Prozent gestiegenen Zinsen zu viel waren. Sie lösten ihre Kreditverträge entsprechend auf.

Der Supply steigt nicht an, sodass die gestiegene Nachfrage einem stagnierenden Angebot gegenüber steht. Der Dai-Kurs reagiert entsprechend und bewegt sich weiter leicht nach oben.

In eine dezentrale Token-Zukunft

Wir sehen also: Der von der Marktkapitalisierung Größte und der in den sozialen Medien Präsenteste haben jeweils mit Problemen zu kämpfen. Doch andere Stable Coins können Alternativen darstellen. Im jüngsten Tether-Drama positionierten sich jedenfalls True USD und Circle USD als solche. Dass es mehrere dieser Alternativen gibt, macht das Stable-Coin-Ökosystem flexibler. Wahrscheinlich wird die Zukunft, ähnlich wie die Zukunft der Kryptowährungen, nicht von einen einzigen Stable Coin, sondern von mehreren verschiedenen, jeweils mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen, abhängen.

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