Weltbank: Blockchain-Technologien wie Ripple können internationalen Zahlungsverkehr beflügeln

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Weltbank: Blockchain-Technologien wie Ripple können internationalen Zahlungsverkehr beflügeln

Nach Ansicht der Weltbank können Blockchain-Technologien den internationalen Zahlungsverkehr beflügeln. Transferlösungen wie Ripple könnten einerseits Gebühren einsparen und andererseits Transaktionen beschleunigen. Damit würde deren Einsatz künftig vor allem Entwicklungsländern helfen. Dennoch warnt die Entwicklungsbank vor Übermut: Zahlreiche Stolpersteine wie etwa Sicherheitsbedenken ständen der Blockchain-Nutzung im Wege.

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Wer Geld von einem Land ins andere senden will, braucht seit jeher vor allem zweierlei: Geduld und Geld. Denn der internationale Zahlungsverkehr ist schwerfällig. Grenzübergreifende Transaktionen sind oft von vielerlei Zwischenstellen wie Banken und Dienstleistern abhängig. Oft werden sie durch verschiedene Zeitzonen und Arbeitsmethoden gelähmt. Nicht selten türmen sich Gebühren.

Dies ist vor allem für Entwicklungsländer ein Problem, deren Wirtschaft wenig flexibel und von Krediten aus dem Ausland abhängig ist.

Nach Ansicht der Weltbank halten technologische Innovationen für sie künftig Abhilfe bereit. Wie der größte weltweite Entwicklungshilfegeber in seinem jüngsten Blogpost schreibt, könnten Blockchain-Technologien den internationalen Zahlungsverkehr beflügeln. Vor allem im Bereich von Geschäftszahlungen (sogenannte B2B-Zahlungen) könnten sie einerseits für Transparenz und Nachvollziehbarkeit sorgen. Andererseits würden sie Überweisungskosten senken und damit die Möglichkeiten wirtschaftlichen Wachstums steigern.

Die Branche ist reif für Innovationen. […] Grenzüberschreitende B2B-Zahlungen sind ein potenzieller Anwendungsfall für die erfolgreiche Einführung von DLT [Distributed-Ledger-Technologien]. Wie viele andere Unternehmen kann der internationale Geldtransfer erheblich von dieser Entwicklung profitieren und die Kosten für den grenzüberschreitenden Geldtransfer senken. Einige dieser Einsparungen und Effizienzsteigerungen könnten in Form von niedrigeren Überweisungspreisen an die Kunden weitergegeben werden,

so der Blogpost.

Auf vorgetretenen Pfaden: Ripple & Co. machen es vor

Als wegweisendes Beispiel solcher Technologien nennt die in Washington DC ansässige internationale Organisation das Unternehmen Ripple. Dieses stellt Kunden ein Blockchain-Netzwerk zur Verfügung, das es erlaubt, bis zu 1.500 Transaktionen pro Sekunde und den Zahlungsverkehr damit in Echtzeit durchzuführen. Damit richtet sich das Projekt in erster Linie an marktbestimmende Institutionen wie Zahlungsdienstleister, Börsenunternehmen und Banken.

So ermöglicht es die Technologie insbesondere, Währungen miteinander zu tauschen. Dies macht Ripple laut Weltbank für den Zahlungsverkehr in Entwicklungsländer interessant: In einem Pilotversuch aus dem vergangenen Jahr probte das Unternehmen zum Beispiel den Einsatz bei Zahlungen entlang der US-mexikanischen Grenze. Beteiligte berichteten laut Weltbank von bis zu 70-prozentigen Einsparungen bei den Transaktionsgebühren. Dabei sollen die Überweisungen nicht länger als drei Sekunden gedauert haben.

Als weitere Wegbereiter im Bereich von Distributed-Ledger-Technologien nennt die Entwicklungsbank unter anderem Circle Pay, Visas B2B-Connect und J.P. Morgans JPM-Coin. Letzterer hatte im Februar als vermeintlich erste Kryptowährung einer US-Großbank für weltweites Aufsehen gesorgt.

Achtung: Noch bestimmen Stolpersteine den Weg

Trotz dieser vielversprechend erscheinenden Aussichten mahnt die Weltbank zur Demut. Noch seien die Voraussetzungen für den Einsatz von DLT nicht geschaffen. Vielmehr würden den Technologie-Lösungen reichlich Stolpersteine im Weg liegen. Regulatorische Unklarheit sowie Bedenken in den Bereichen Privatsphäre, Transparenz und Sicherheit etwa könnten langfristig gar dafür sorgen, dass Technologien auch abseits der Blockchain DLT-Vorstößen den Rang ablaufen.

Nun heiße es zunächst abwarten, wie sich diese und ihre Umwelt entwickeln. Weitere Innovationen seien jedoch allein deshalb notwendig, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN (SDGs) zu erreichen. Diese sehen eine Reduzierung der weltweiten Transaktionsgebühren bis 2030 vor.

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