US-Militärberater: Terror-Nutzen von Bitcoin & Co. derzeit begrenzt

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

Quelle: Shutterstock

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Die US-Denkfabrik RAND attestiert Bitcoin & Co. in ihrem jüngsten Bericht einen begrenzten Nutzen für die Finanzierung des internationalen Terrorismus. Entwarnung wollen die Militär- und Sicherheitsberater jedoch nicht geben. Je nachdem, wie sich die Währungen künftig entwickeln, könnten sie in Zukunft bedeutsamen Einfluss auf die finanzielle Rückendeckung von Terrorgruppen und Einzeltätern entfalten.

Es ist ein alter Verdacht, der Kryptowährungen seit jeher umgibt. Die (vermeintliche) Anonymität von Bitcoin & Co. verortet die digitalen Währungen im öffentlichen Bewusstsein oft nicht nur in den Dunstkreis krimineller Machenschaften, sondern immer wieder auch in die Nähe des Terrorismus.


Dabei macht sich bei vielen Beobachtern eine Sorge breit. Terroristen könnten Kryptowährungen nutzen, um im Verborgenen finanzielle Mittel für ihre Organisationen zu sammeln. Zudem würde der Bitcoin beispielsweise ermöglichen, Waffen zu schmuggeln oder konkrete Anschläge zu finanzieren.

RAND gibt Entwarnung

Die amerikanische Denkfabrik RAND, die als wissenschaftliches Rückgrat des US-Verteidigungsministeriums gilt, gibt Besorgten nun zumindest teilweise Entwarnung. Denn nach Ansicht der Sicherheits- und Cyberexperten sind Kryptowährungen derzeit nur begrenzt für die Finanzierung des internationalen Terrorismus geeignet. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Cyber-Aktivitäten der derzeit einflussreichsten Terrororganisationen, wie etwa al-Qaida, dem Islamischen Staat (IS), der libanesischen Hisbollah sowie von Drogenkartellen und Einzeltätern.

So geben die Autoren des jüngsten Berichts mit dem Titel „Terroristische Nutzung von Kryptowährungen – Technische und organisatorische Hürden und künftige Bedrohungen“ zwar zu bedenken, dass Kryptowährungen durchaus Vorzüge zur Verschleierung von Zahlungsströmen besitzen. Bei der genauen Untersuchung der Währungen kommt der Bericht jedoch zu dem Schluss, dass derzeit eine ganze Reihe von Hürden der terroristischen Nutzung im Wege stehen.

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Dies sehen die Pentagon-Berater in folgendem Kernargument begründet: Derzeit existiere schlicht keine Kryptowährung, die gleichzeitig Akzeptanz, Anonymität, umfassende Transaktionsvolumina und damit letztlich verlässliche Nutzbarkeit garantiere. Der nachhaltige Wertetransfer internationaler Terroristen benötige jedoch genau diese Faktoren.

Keine Entwarnung: RAND-Experten mahnen zur Vorsicht

Zudem scheiterten Kryptowährungen derzeit vor allem an dem Aspekt mangelnder interner Sicherheit. So wären die zuständigen Behörden in der Lage, Zahlungen mit Kryptowährungen zu attackieren und sie so ihrer Anonymität und Transaktionsfähigkeit zu berauben. Um sich solchen Eingriffen wiederum effektiv entgegenstellen zu können, brauche es anspruchsvolle Technologiekenntnisse. Diese aber würden den meisten Terrororganisationen derzeit fehlen.

Gänzliche Entwarnung geben die Militärexperten damit jedoch nicht. So gibt der Bericht zu bedenken, dass zwar keine Kryptowährung den gesamten Bedarf des oben genannten Faktorenkatalogs stillen könnte. Dennoch besäßen einzelne Token schon heute das Potential, für unterschiedliche Zwecke eingesetzt zu werden. Bitcoin etwa eigne sich, wenn relativ wertstabil, vielversprechend, um Spenden und Finanzmittel zu sammeln. Denn in diesem Bereich sei die Anonymität der Großspender oft zweitrangig.

Zukünftig könnte das Terrorpotential von Kryptowährungen zudem entscheidend wachsen, sollten die Kryptowährungen der zweiten Generation, vor allem Privacy Coins wie Monero, Zcash, Dash oder das alternative Transaktionssystem Ripple, breitere Akzeptanz und Massennutzung auch abseits von Darknet-Kreisen erfahren. So schließt der Bericht:

Verbesserungen der Krypto-Technologien stellen bedeutsame langfristige Faktoren für die Terrorismusfinanzierung dar. Die Geschwindigkeit, mit der diese Technologien eingesetzt werden, sowie die Frage, welche [Kryptowährungen zukünftig] wie verwendet werden, sind von entscheidender Bedeutung.

Um die Gefahren der Terrorfinanzierung auch in Zukunft in Zaum zu halten, bedürfe es entschiedener staatlicher Regulierung der gesamten Krypto-Industrie. Zudem müssten Geheimdienste und Aufsichtsbehörden weltweit stärker zusammenarbeiten.


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