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Was wird für Bitcoin und Krypto diese Woche wichtig?

Die Fed-Zinsentscheidung, neue US-Wachstums- und Inflationsdaten sowie Quartalszahlen mehrerer Tech-Giganten könnten die Kursentwicklung von Bitcoin maßgeblich beeinflussen.

Johannes Dexl
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Vor der Steinfassade der New Yorker Börse ist ein Straßenschild der Wall Street angebracht, das die Überschneidung von traditionellem Finanzwesen und modernen Vermögenswerten wie Bitcoin hervorhebt.

Beitragsbild: Shutterstock

| Auch Ende April stehen Termine an, die die Krypto-Kurse beeinflussen könnten

Bitcoin kann sich zum Ende der Handelswoche weiter im Bereich von 77.000 US-Dollar behaupten. Damit bleibt BTC in Schlagdistanz zur psychologisch wichtigen Marke von 80.000 US-Dollar, zeigt sich vor der wichtigsten Makro-Woche des Monats aber ohne klare Richtung. Auch Ethereum und Solana tendieren vor dem Wochenende uneinheitlich. ETH handelt zuletzt im Bereich von 2.300 US-Dollar, Solana notiert bei rund 85 US-Dollar. Welche Wirtschaftsdaten in der neuen Handelswoche im Fokus der Anleger stehen und die Kurse am Krypto-Markt bewegen könnten.

Die wichtigsten Wirtschaftsdaten der Woche

In der bevorstehenden Woche schauen Anleger zunächst auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwochabend. Am Donnerstag folgen mit der ersten Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal 2026, den neuen PCE-Inflationsdaten für März sowie dem Employment Cost Index gleich mehrere wichtige Konjunktur- und Inflationsindikatoren. Zum Wochenschluss rückt am Freitag der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den Fokus der Investoren.

Auch die Berichtssaison in den USA erreicht in dieser Woche einen wichtigen Höhepunkt. Mit Microsoft, Amazon und Meta legen gleich drei der größten US-Technologiekonzerne am Mittwoch nach Börsenschluss ihre Zahlen vor. Apple folgt am Donnerstagabend. Die Relevanz für den Krypto-Markt ist hoch, da Bitcoin zuletzt wieder stärker mit US-Technologiewerten und dem Risikoappetit an den Finanzmärkten korrelierte. Microsoft veröffentlicht seine Zahlen am 29. April nach Börsenschluss, Amazon und Meta halten ihre Earnings Calls ebenfalls am 29. April ab. Apple hat seine Zahlen für den 30. April angekündigt.

Fed-Zinsentscheidung am Mittwochabend

Mittwoch, 29. April 2026: Um 20:00 Uhr deutscher Zeit verkündet die US-Notenbank Federal Reserve ihre neue Zinsentscheidung. Im März hatte die Fed die Spanne für den Leitzins unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. In ihrem Statement betonte die Notenbank, dass sie bei künftigen Anpassungen weiter auf eingehende Daten, den wirtschaftlichen Ausblick und die Risikobalance achten werde.

Eine Zinssenkung gilt für die kommende Sitzung aktuell als ausgeschlossen. Der Markt rechnet schwer damit, dass die Fed den Leitzins erneut unverändert lässt. Entscheidend für Bitcoin und andere Risiko-Assets dürfte daher weniger der Zinsentscheid selbst sein, sondern der Tonfall von Fed-Chef Jerome Powell in der anschließenden Pressekonferenz. Bleibt Powell mit Blick auf Inflation und Arbeitsmarkt vorsichtig, könnte das den US-Dollar stützen und den Krypto-Markt belasten.

Signalisiert die Fed hingegen, dass Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf wahrscheinlicher werden könnte, dürfte das die Risikobereitschaft der Anleger stärken. In Anbetracht der andauernden Blockade der Straße von Hormus und der daraus entstandenen Energiekrise ist dies jedoch wohl erstmal unwahrscheinlich.

US-BIP und PCE-Inflation am Donnerstag

Donnerstag, 30. April 2026: Um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis die erste Schätzung für das US-Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2026. Zeitgleich erscheinen die Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben der US-Verbraucher für März. In diesem Bericht sind auch die für die Fed besonders wichtigen PCE-Inflationsdaten enthalten.

Das BIP liefert Anlegern einen ersten umfassenden Eindruck, wie robust die größte Volkswirtschaft der Welt in das neue Jahr gestartet ist. Ein stärkeres Wachstum als erwartet könnte Risiko-Assets wie Aktien und Kryptowährungen kurzfristig stützen. Es würde signalisieren, dass die US-Konjunktur trotz hoher Finanzierungskosten und geopolitischer Unsicherheiten widerstandsfähig bleibt. Fällt das Wachstum hingegen deutlich schwächer aus, könnten Rezessionssorgen am Markt zunehmen. In diesem Fall wären auch Gewinnmitnahmen bei Bitcoin vorstellbar.

PCE-Entwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat seit April 2023 I Quelle: TradingEconomics

Noch wichtiger für die Fed dürfte aber der PCE-Preisindex sein. Die Kernrate der PCE-Inflation lag im Februar 2026 auf Jahressicht bei 3,0 Prozent. Sie blieb damit weiter deutlich oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels der Notenbank. Das BEA veröffentlicht die Kernrate als Teil des monatlichen Berichts zu Einkommen und Ausgaben. Die nächste Veröffentlichung ist für den 30. April angesetzt.

Sollte die PCE-Inflation im März erneut höher ausfallen als erwartet, dürfte das die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen dämpfen. Ein solches Szenario könnte den US-Dollarindex sowie die Renditen am Anleihemarkt stärken und Risiko-Assets wie Bitcoin belasten. Eine rückläufige Kerninflation würde die Lage dagegen entspannen. In diesem Fall könnten Aktienmarkt und Krypto-Sektor mit Kursaufschlägen reagieren.

Arbeitskosten als zusätzlicher Inflationsindikator

Ebenfalls am Donnerstag um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics den Employment Cost Index für März 2026. Der Index misst die Entwicklung der Arbeitskosten für Arbeitgeber und gilt als wichtiger Indikator für den Lohn- und Preisdruck in der US-Wirtschaft. Die Veröffentlichung ist offiziell für den 30. April um 8:30 Uhr Eastern Time angesetzt.

Im vierten Quartal 2025 waren die gesamten Arbeitskosten für zivile Arbeitnehmer um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Auf Jahressicht lagen die gesamten Vergütungskosten um 3,4 Prozent höher, die Löhne und Gehälter stiegen um 3,3 Prozent. Ein höher als erwarteter Anstieg der Arbeitskosten würde die Sorge vor hartnäckigem Inflationsdruck verstärken. Für die Fed wäre das ein Argument, mit Zinssenkungen weiter abzuwarten. Am Krypto-Markt könnte ein solches Ergebnis daher negativ aufgenommen werden. Ein niedrigerer Wert würde dagegen auf nachlassenden Lohndruck hindeuten und könnte die Zinssenkungsfantasie der Anleger stärken.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag

Neben den Arbeitskosten stehen am Donnerstag auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Blick. In der Vorwoche stieg die Zahl der neuen Anträge auf 214.000. Damit lagen sie leicht über den Markterwartungen von 210.000, bewegten sich aber weiter auf einem historisch niedrigen Niveau.

Die Erstanträge gelten als zeitnaher Indikator für die Lage am US-Arbeitsmarkt. Bleiben sie niedrig, spricht das für eine weiterhin robuste Beschäftigungslage. Für den Aktien- und Krypto-Markt kann das kurzfristig positiv sein, da ein stabiler Arbeitsmarkt Rezessionsängste reduziert. Ein deutlicher Anstieg der Anträge würde hingegen auf wachsenden Druck am Arbeitsmarkt hindeuten. In diesem Fall könnten Anleger Risiko-Assets zunächst meiden.

Für Bitcoin ist der Arbeitsmarkt vor allem deshalb relevant, weil er die Zinserwartungen beeinflusst. Eine zu starke Abkühlung könnte zwar die Hoffnung auf Zinssenkungen erhöhen, zugleich aber Konjunktursorgen befeuern. Der Markt dürfte daher besonders sensibel auf eine Kombination aus schwachem Wachstum, hoher Inflation und steigenden Arbeitslosenanträgen reagieren.

ISM-Einkaufsmanagerindex zum Wochenschluss

Freitag, 1. Mai 2026: Um 16:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das Institute for Supply Management den Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im April. Im März war der ISM Manufacturing PMI auf 52,7 Punkte gestiegen. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren eine Expansion der Industrieaktivität. Besonders stark beachtet wurden zuletzt die Preiskomponenten, da Unternehmen weiter mit höheren Inputkosten konfrontiert waren. Ein erneuter Anstieg der Preise im ISM-Bericht könnte die Sorge vor einer zweiten Inflationswelle verstärken.

Für den Krypto-Markt wäre ein starker ISM-Wert nur dann eindeutig positiv, wenn er nicht von weiter steigenden Preisdrucksignalen begleitet wird. Ein robustes Wachstum bei gleichzeitig nachlassendem Kostendruck wäre das bullishe Szenario für Bitcoin. Ein schwacher Index mit steigenden Preisen würde hingegen das Stagflationsrisiko erhöhen und Risiko-Assets belasten.

Tech-Quartalszahlen mit Signalwirkung

Neben den Makrodaten dürften in dieser Woche die Zahlen der US-Technologiegiganten für zusätzliche Volatilität sorgen. Microsoft, Amazon und Meta berichten am Mittwochabend nach Börsenschluss. Apple folgt am Donnerstag nach Börsenschluss.

Für Anleger stehen vor allem die Ausblicke auf Cloud-Geschäft, KI-Investitionen, Margenentwicklung und Werbeumsätze im Fokus. Starke Zahlen der großen Tech-Konzerne könnten den Risikoappetit am Markt erhöhen und damit auch Bitcoin Rückenwind verleihen. Enttäuschende Ausblicke würden dagegen die Sorge vor überzogenen Bewertungen im Technologiesektor schüren.

Gerade Bitcoin reagierte in den vergangenen Monaten immer wieder auf Bewegungen im Nasdaq 100. Setzt sich die Rallye bei US-Technologiewerten fort, dürfte das auch dem Krypto-Markt helfen. Kommt es nach den Zahlen dagegen zu Gewinnmitnahmen, dürfte sich auch BTC einer solchen Bewegung nur schwer entziehen können.

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