Ungarn will die unter der Regierung von Viktor Orbán eingeführten strengen Vorschriften für digitale Vermögenswerte wieder abschaffen. Regierungssprecherin Anita Kobol erklärte am Donnerstag, dass der Handel mit Krypto-Assets entkriminalisiert und mehrere Regelungen aufgehoben werden sollen, die bislang sogar Haftstrafen vorsahen.
Die bisherigen Vorschriften hatten erhebliche Auswirkungen auf den heimischen Krypto-Markt. Mehrere Anbieter (darunter Revolut) stellten ihre Dienstleistungen in Ungarn ein. Außerdem prüfte die Europäische Union, ob die Regelungen mit dem europäischen Rechtsrahmen vereinbar sind.
Ungarn rudert bei Krypto-Regeln zurück
Die Regelungen waren im Sommer 2025 eingeführt worden und gehörten zu den strengsten ihrer Art in Europa. Für bestimmte Krypto-Transaktionen war eine behördliche Genehmigung erforderlich. Wer nicht lizenzierte Plattformen nutzte oder entsprechende Dienstleistungen anbot, musste mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.
Je nach Umfang der Transaktionen drohten Privatpersonen mehrjährige Haftstrafen. Für Unternehmen ohne Zulassung der ungarischen Zentralbank konnten die Strafen sogar noch deutlich höher ausfallen. Die Vorgaben sorgten deshalb schon kurz nach ihrem Inkrafttreten für Kritik aus der Branche.
Die Auswirkungen waren schnell sichtbar: Mehrere Anbieter stellten ihre Krypto-Dienstleistungen für Kunden in Ungarn ein. Zudem ging das Handelsvolumen im Land zurück, während die Unsicherheit unter Anlegern und Unternehmen zunahm.
Nun will die Regierung den Kurs ändern. Wissenschafts- und Technologieminister Zoltán Tanács bezeichnete die bisherigen Regelungen als politisch motiviert. Künftig soll ein neuer Rahmen entstehen, der den Krypto-Markt reguliert, ohne Nutzer und Unternehmen mit Gefängnisstrafen abzuschrecken.

