Türkei ruft Regulatory Sandboxes für Blockchain ins Leben

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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Im Rahmen der türkischen Digitalstrategie für das Jahr 2023 wird es in dem Land auch Entwicklungen im Blockchain-Bereich geben. Unter anderem ist eine „Nationale Blockchain-Infrastruktur“ geplant. Auch Cloud Computing, das Internet der Dinge und Open-Source-Initiativen stehen an. Die türkische Regierung erhofft sich davon offenbar Vorteile hinsichtlich Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Die Regierung der Türkei präsentierte am 18. September in Ankara ihre Digitalstrategie für 2023. Darin kommt auch eine geplante „Nationale Blockchain-Infrastruktur“ vor. Blockchain und Distributed-Ledger-Technologien (DLT) haben in der digitalen Entwicklungsstrategie des Landes demnach Priorität.


Um Innovationen voranzutreiben und die Implementierung von Blockchain im öffentlichen Sektor auszutesten, sieht die Digitalstrategie sogenannte Regulatory Sandboxes vor. Im Rahmen dieser „Regulierungs-Sandkästen“, wie sie auf Deutsch heißen, führt die Türkei eine experimentelle Erschließung neuer Technologien unter besonderen Bedingungen durch. Zu diesen zählen beispielsweise besondere wirtschaftliche Freiheiten. Es finden also Pilotprojekte in klar abgegrenzten Sonderwirtschaftszonen statt.

Eine Open-Source-Initiative analysiert zukünftig außerdem das Potential für Bitcoin & Co. in verschiedenen Sektoren. Zu diesen zählen beispielsweise die Grundstücksregistrierung, die Verifizierung akademischer Dokumente und Prozesse im öffentlichen Sektor.

Türkei will auch Privatunternehmen unterstützen

Neben dem öffentlichen Sektor regt die Digitalstrategie auch Privatunternehmen zur Teilnahme an den Pilotprojekten an. „Die Nutzung der Blockchain-Technologie bei der Finanzierung von Unternehmen gewann in der letzten Zeit an Bedeutung“, heißt es demnach im Dokument. Eine ausgewählte Gruppe von Teilnehmern bekommt nun die Möglichkeit zur Teilnahme an Blockchain-Projekten in der Türkei. Mögliche Bereiche für die Erprobung der Technologie sind beispielsweise Versorgungsketten von Produkten oder Banking.

Neben den Blockchain-Vorhaben plant die Regierung in der Türkei auch Projekte zum Cloud Computing, dem Internet der Dinge („Internet of Things“, IoT) und Open-Source-Initiativen.

Regulatory Sandboxes gibt es auch in anderen Ländern. Im April dieses Jahres kündigte so beispielsweise das russische Ministerium für Wirtschaftsentwicklung die Erprobung von Kryptowährungen in vier ausgewählten Regionen an. In der Türkei gab es bislang eher vonseiten des Finanzsektors Ideen für die Blockchain-Adaption. Vorletzte Woche verkündete die Takasbank ihre Pläne für die Digitalisierung von Gold mithilfe der Blockchain. Damit wird der Goldhandel für türkische Kunden 24/7 möglich. Das Wort „Bitcoin“ benutzte die türkische Regierung laut lokalen Blockchain-Akteuren in der am 18. September veröffentlichten Digitalstrategie derweil zum ersten Mal.

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