TIXnGO Schweizer Firma mobilisiert Blockchain-Knowhow für Kampf gegen Corona

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Immer mehr Unternehmen aus dem Krypto-Space nutzen ihre technische Expertise, um den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie entgegenzuwirken. Das jüngste Beispiel für diesen erfreulichen Trend: Die Schweizer Blockchain-Firma TIXnGO.

Die Blockchain-Plattform Health n Go ist kürzlich an den Start gegangen. Die Schweizer Entwicklerfirma TIXnGO bietet damit eine Lösung für die Verarbeitung von Gesundheitszertifikaten. Laut einer Pressemeldung, die BTC-ECHO vorliegt, möchte das Unternehmen aus Lausanne die nötige technische Infrastruktur bereitstellen, falls die Behörden die Ausgabe von Gesundheitsbescheinigungen und Immunitätsnachweisen als Weg aus dem Corona-Lockdown wählen.


Die TIXnGO-Blockchain kam dabei bislang für die Verarbeitung von Tickets für Konzerte, Fußballspiele und andere Sportveranstaltungen zum Einsatz. Im Angesicht von Corona gestattet die selbe Technologie ihren Nutzern nun eine sichere Verwahrung von Gesundheitsdaten auf dem eigenen Mobilgerät.

Sichere Plattform für Gesundheitsdaten?

Das Prinzip hinter Health n Go ist denkbar simpel. Ärzte und Gesundheitsorganisationen können über die Blockchain-Plattform Bescheinigungen zum Gesundheitsstatus ihrer Patienten ausstellen. Durch Health n Go werden diese verschlüsselt und mit einer eindeutigen digitalen Identität verknüpft. Einzelpersonen können dann über eine App-Wallet auf ihre persönlichen Bescheinigungen zugreifen. Ein integriertes QR-Code-System vereinfacht zudem den etwaigen Vorzeigeprozess bei Unternehmen und Behörden.

Personalisierte Gesundheitszertifikate sind allerdings heikle Daten. Health n Go verspricht deshalb, dass das Blockchain-basierte Identitätssystem vor Vervielfältigung und Identitätsdiebstahl schützen soll. Einen zusätzlichen Schutz vor Betrugsversuchen bietet der Einsatz einer künstlichen Intelligenz. Die hohen rechtlichen Datenschutzanforderungen an Gesundheitsdaten soll das System ebenfalls erfüllen.

Laut Pressemeldung laufen in der Schweiz bereits erste Feldversuche mit der Blockchain-Plattform. Als Tester treten dabei sowohl Unternehmen als auch diverse Organisationen auf. Ob Deutschland den Weg aus der Corona-Krise mit Hilfe von Gesundheitszertifikaten bestreiten wird, bleibt unterdessen fraglich. Nach massiver Kritik legte Gesundheitsminister Jens Spahn die Pläne für einen Immunitätsausweis vorerst aufs Eis.

Diesen kontroversen Diskussionen rund um Gesundheitsdaten zum Trotz, zeigte sich der TIXnGO-CEO Frédéric Longatte gelassen. Im Angesicht der aktuellen Krisenlage wolle sein Unternehmen der Politik lediglich die grundsätzliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit vermitteln:

Es ist nicht unsere Aufgabe, den genauen Einsatz der Technologie zu definieren, das ist eine Entscheidung, die von den Regierungen zu treffen ist. Doch wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse ans Licht gelangen und Reaktionsstrategien weiterentwickelt werden, sind wir bereit, mit Regierungen und Unternehmen zusammenzuarbeiten, um diese Technologie anzuwenden, wenn ihrer Meinung nach der richtige Zeitpunkt dafür kommt.

Blockchain gegen Corona

Health n Go ist indessen nicht das einzige Projekt, das die Blockchain für die Bewältigung der Corona-Krise nutzbar machen soll. Denn in den vergangenen Wochen diskutierten Unternehmen und Behörden weltweit über mögliche Anwendungsfälle. Während US-amerikanische Kongressabgeordnete so den Einsatz der Blockchain für die Verteilung von Staatshilfen fordern, arbeitet die Sport-Plattform Socios.com an Blockchain-basierten Immunitätsnachweisen für Besuche im Stadion. Auch hierzulande präsentierte der Digitalbranchenverband Bitkom jüngst vielversprechende Einsatzmöglichkeiten.

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