The DAO ist ein neuer Dow

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The DAO ist ein neuer Dow

Nolan Bauerle ist ehemaliger Forscher und Autor des kanadischen Bankenausschuss. 2015 erstellte er bereits für den Ausschuss einen Entwurf über digitale Währungen und der Blockchain-Technologie. Zudem ist Bauerle Gründer des strategischen Tech-Startups Borderless Blockchain.

Evolution für die Börsenstruktur und beschreibt sie als wichtigen Bestandteil der technologischen Weiterentwicklung der letzte zwei Jahrhunderte.

Die Story beginnt mit dem erfolgreichen Start: Die dezentralisierte und autonome Organisation, die unter dem Namen „The DAO“  bekannt ist, legte mit einem Millionen schweren Ether Crowdfunding-Projekt einen regelrechten Kickstart hin. Ether ist die digitale Währung des Ethereum Netzwerks.

Was ist The DAO?

Solltest du das The DAO Whitepaper gelesen haben, könntest du bereits verstanden haben worum es dabei geht: Ein Blockchain Code der das Verhalten einer Crowdfunding Geschäftseinheit emuliert, die wiederum andere auf dem Blockchain-Code basierende Geschäftsmodelle unterstützen und einen Gewinn mit ihnen erwirtschaften kann.

Die The DAO Bewertung agiert als ein effektiver Ether-Index für eingereichten Geschäftsmodelle – vergleichbar mit dem Dow als Börsenindex für Aktien. Der eigentliche Unterschied liegt darin, dass The DAO im Besitz der Marktteilnehmer liegt – sie entscheiden welche Projekte finanziert und gelistet werden. Hierbei fokussieren sie sich natürlich auf Projekte von denen sie sich den größt-möglichen Return (Gewinn) versprechen.

Erste „Notierungen“

Der erste Entwurf, über den nach der Gründerphase abgestimmt werden wird, wurde von dem auf der Ethereum-Blockchain basierten Startup Slock.it eingereicht. Abgestimmt wird mittels sogenannten Ether-Voting-Token, hierbei werden Ether zum Zweck der Abstimmung transferiert.

Slock.it selbst ist spezialisiert auf smarte Hardware (schlaue Hardware), die mittels Ether und der Ethereum-Blockchain geöffnet und verschlossen werden kann. Etwaige Anwendungsbeispiele sind Getränkeautomaten oder Schließfächer an Flughäfen und Bahnhöfen. Um es einmal zu erwähnen, gehören die Gründer von Slock.it auch zu den Gründern von The DAO.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die jüngste Geschichte der Innovation ist mehr als nur eine Liste darüber wer wann was erfunden hat. Die Geschichte der Innovationen des 19. Und 20. Jahrhundert ist die Geschichte von nahezu universellen Einsatzmöglichkeiten vieler Erfindungen.

Die bekanntesten Innovationen werden heutzutage meist nicht mehr als Luxus gesehen: dazu gehört auch das Auto fahren, das Licht einschalten oder nahezu überall verfügbare Telefon- und Internetverbindung.

Computer, kommerzielle Flüge und Dünger – das Ergebnis einer Massenadaption, die es nahezu jedem Durchschnittsbürger erlaubt diesen Luxus in Anspruch zu nehmen. Dennoch, das Angebot von Privilegien haben die meisten Erfindungen zum globalen Erfolg getrieben.

Das ist wichtig im Auge zu behalten, wenn wir uns einmal den aktuellen Stand der Kapitalmärkte anschauen.

Globale Kapitalmärkte haben seit der Gründung dieser Märkte eine klösterliche Gemeinde um sich geschaffen. Kapitalmärkte in diesem Sinne nicht demokratisiert und nur ein kleiner Prozentsatz der Weltbevölkerung versteht die komplexen Sprachen der Finanzmärkte. Somit bleiben sie ihnen meist verborgen und der Wall-Street Community, Bankern, Finanzdienstleistern, Anwälten und generell der Oberschicht vorbehalten.

Die Regulierungsbehörden haben bereits seit dem ersten Börsencrash im Jahr 1929 mit dem Problem des unausgeglichen Informationsfluss zu kämpfen. Damals schon ging die Börsenausficht hart gegen unfairen Informationsaustausch vor.

Mit dem Einzug des Internets wendet sich das Blatt allmählich. Der Zugang zu wichtigen Informationen wird für jeden Otto-Normal-Verbraucher immer einfacher. Dennoch, ein wirkliches Vordringen in die Finanzindustrie und die Kapitalmärkte steht uns noch bevor. Die Finanzfachleute agieren weiterhin in einer Welt, die auf eine Durchschnittsperson einschüchternd wirken mag.

Das mag für Milliarden von Menschen bis heute eine Barriere für den Eintritt in den Finanzmarkt gewesen sein – doch die Zeiten und Gegebenheiten ändern sich.

Kapitalmärkte sehen sich mit zunehmendem Voranschreiten digitaler Innovationen einer großen Herausforderung gegenüber stehen. Crowdfunding Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo sind hier nur der Anfang.

Der weitere Verlauf der Geschichte ist ganz einfach: Viele Durchschnittspersonen beginnen damit in Dinge zu investieren an die sie glauben. Die Schnittstelle und der Informationsfluss ist einfach und benutzerfreundliche, benötigt wird lediglich ein bisschen Zeit und eine Internet-Verbindung. Es gibt keine Broker, keine Analysten oder obskure Metriken und Sprachen.

Ein Blick in die Zukunft

Auch wenn The DAO noch ein wenig an der Kommunikation, dem Design und dem Interface arbeiten muss, was bisher vermutlich nur die Blockchain-Community versteht, bildet sich hier eine komplett neue Form der Kapitalmarkt-Infrastruktur als wir sie bisher kennen.

Die Plattform nutzt die Blockchain als digitales Rückgrat des Marktes und leitet den Informationsfluss entsprechend nach unten weiter. Wenn sie einen Markt schaffen kann, in dem Mikro-Investoren genauso wie Geschäftsleute an ihren ersten Millionen arbeiten können, könnte dies der entscheidende Unterschied zwischen einer Idee, die weiter heranwächst und einer Idee die im Sande verläuft sein.

Sollte The DAO es schaffen die Privilegien der Oberschicht und Investoren an die breite Masse zu bringen, könnten die News über das rekordverdächtige The DAO Funding zu einem Eintrag in die Geschichte der Kapitalmärkte werden.

BTC-ECHO

Disclaimer: Die in diesem Artikel dargestellten Ansichten sind die des Autors selbst und stellen nicht zwingend die Ansichten der BTC-Echo Redaktion dar.

Englisch Originalfassung von Nolan Bauerle via CoinDesk

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