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3 Fragen an Wie dezentral ist der Krypto-Sektor, Nina Siedler?

Wie dezentral ist der Kryptosektor, wieso ist ein dezentral organisierter Staat weniger angreifbar und welche Rechtsform nehmen DAOs in Deutschland ein? Rechtsanwältin Dr. Nina Siedler im Interview.

Dominic Döllel
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Dezentralität

Beitragsbild: Dr. Nina Siedler

Als Expertin für die Umsetzung dezentraler Blockchain-Projekte hat Dr. Nina Siedler nicht nur viel Erfahrung in puncto Regulierung gesammelt, sondern auch analysiert, welche Faktoren immer wieder zu einer Zentralisierung von Systemen führen. Sie zählt zu den allerersten Rechtsanwältinnen, die sich mit der Krypto-Regulierung auseinandergesetzt hat. Bereits im Jahr 2016 hat sie die ersten Krypto-Rechtsfälle bearbeitet und ist seitdem aus dem sogenannten Rabbit Hole nicht mehr herausgekommen.

Im Gespräch wollten wir wissen, wie dezentral der Krypto-Sektor ist, warum ein dezentral organisierter Staat weniger angreifbar wäre und welche Rechtsform DAOs in Deutschland einnehmen. Das vollständige Interview findet ihr im BTC-ECHO Experts Podcast.

BTC-ECHO: Wie dezentral ist der Kryptosektor?

Nina Siedler: Begonnen hat es mit Bitcoin und Ethereum, die beide schon recht dezentrale Strukturen verkörpern. Dann hat die Industrie angefangen, mit diesen Technologien zu experimentieren, woraufhin es erstmal eine Kehrtwende gab. Proof of Concepts waren typischerweise nicht wirklich dezentral strukturiert, sondern eher zentral. Auch die Konsortien von Proof-of-Authority-Netzwerken sind nicht wirklich dezentral. Dezentralität ist letztendlich etwas Graduelles. Man kann nicht sagen, ab diesem oder jenem Zeitpunkt ist es Dezentralität. Das ist ein schleichender Übergang. Ich glaube schon, dass ein Wert darin liegt, eine Infrastruktur zu haben, die nicht einseitig von einem Player oder einer kleinen Gruppe von Playern dominiert wird.

Ist Dezentralität eine Schwächung des Staates?

Ich bin davon überzeugt, dass in der richtigen Art und Weise aufgesetzt, Dezentralität eine enorme Stärkung unserer Gesellschaft bedeuten könnte. Vor allem vor dem Hintergrund des internationalen Terrors, der sich zunehmend gegen die Allgemeinheit richtet. Das, was wir in den letzten zehn, fünfzehn Jahren gesehen haben, ist doch eigentlich eine relative Wahllosigkeit. Durch stark zentralisierte Strukturen machen wir uns letztendlich enorm verwundbar und angreifbar. Beispiele dafür sind die Ostseepipeline oder auch der Zusammenbruch der Bahn im ganzen norddeutschen Raum, weil zwei Leitungen gekappt wurden. Resultierend sieht man, dass es für unsere Gesellschaft gesünder wäre, die wesentlichen Infrastrukturen, wie die digitale Infrastruktur, dezentral zu organisieren. Dadurch ist sie einfach weniger angreifbar. Diesen Mehrwert erkennen viele noch nicht und stellen ihn hinter das regulatorische Kontrollbedürfnis.

Podcast

Die regulatorische Einordnung von dezentralen, autonomen Organisationen (DAOs) ist in Deutschland schwierig. Welche Rechtsform wäre möglich?

Wir sehen momentan eine Flucht der DAOs aus Deutschland. Diese gründen dann Stiftungen oder Foundations im Ausland. Um ehrlich zu sein, müssten wir eine Art Mitgliedschaft-organisiertes-Vehikel anvisieren. Da haben wir in Deutschland vor allem den Verein für den gemeinnützigen Bereich und die Genossenschaft, wenn es um die Förderung der wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder geht. Eigentlich müssten wir uns dann mit diesen beiden Vehikeln auseinandersetzen.

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