Schweiz gründet Blockchain-Taskforce – Deutschland weiter auf dem Wartegleis

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Classic view of the national flag of Switzerland waving in the wind against blue sky and clouds on a sunny day in summer on the First of August, the national holiday of the Swiss Confederation via Shutterstock

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Der Schweizer Bundesrat hat um deren Adaption im Land voranzutreiben eine Blockchain-Taskforce gegründet, dies berichtete unter anderem die Handelszeitung im Dezember. An diesem Freitag, dem 12. Januar, trifft sich die Arbeitsgruppe nun zum ersten Mal. Ihre Aufgabe soll es sein, im Zuge voraneilender Nutzung von Blockchain- und Kryptowährungen gesetzlichen Handlungsbedarf zu klären. Damit reagieren die Bundesbehörden auf den Boom von Bitcoin und Initial Coin Offerings (ICOs) im Land.

Was hierzulande noch Gedankenspiel für die Zukunft bleibt, macht die Schweiz wahr: Um die öffentliche Potentiale der Blockchain-Nutzung voranzubringen und gleichzeitig die Folgen der aufstrebenden Technologien für das Alpenland offenzulegen, hat der Bundesrat, die Regierung der Schweiz, im Dezember eine auf die Blockchain-Technologie zugeschnittene Taskforce ins Leben gerufen.

Angeführt von Finanzminister Ueli Maurer sowie Wirtschafts- und Erziehungsminister Johann Schneider-Ammann besteht die Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundes, der Kantone sowie in der Schweiz beheimateten Blockchain-Start-ups. Gemeinsam mit dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen soll die Taskforce die gesetzliche Ausgestaltung im Dunstkreis von Initial Coin Offerings und Blockchain-Unternehmen prüfen sowie dringlichen Handlungsbedarf klären.

Grund dafür ist, dass die Blockchain für viele Wirtschaftszweige immer wichtiger werde, so Bundesrat Schneider-Ammann gegenüber der Neuen Züricher Zeitung. Dabei sei eine liberale Regierung gefordert, “welche dem Standort Schweiz Chancen eröffnet und gleichzeitig Risiken mindert”. Dabei sei man besonders auf Rechtssicherheit angewiesen. Diese soll die Taskforce schaffen.


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Als besondere Errungenschaft lobte Schneider-Ammann zudem die Teilnahme der Blockchain-Unternehmen im Vorfeld der Initial-Sitzung.

Der Blockchain-Musterschüler

Die Gründung der Taskforce ist jedoch nur Symptom eines seit Längerem brodelnden Krypto- und Blockchain-Booms in der Eidgenossenschaft. So reift die Schweiz mehr und mehr zum Vorreiterstaat auf dem europäischen Kontinent heran. Beispiele erfolgreicher Blockchain-Adaptionen und Krypto-Begeisterung lassen sich im Alpenland zahlreiche finden. Besonders mit Blick auf die Akzeptanz von Bitcoin & Co. befinden sich die Schweizer auf dem Vormarsch.

So ringen landesweit zahlreiche Ort um den Primat der „Blockchain-Hauptstadt“. Das als „Krypto-Valley“ bekannte Örtchen Zug etwa ist mittlerweile europaweit bekannt und hat sich zu einem der attraktivsten Standorte für Fintech-Unternehmen gemausert. Hier beheimatet ist unter anderem die Krypto Valley Association, die mit Unterstützung des Bundesrats das Ziel verfolgt, in der Schweiz ein weltweit führendes Blockchain-Ökosystem aufzubauen.

Andere Schweizer Gemeinden ziehen nach, so etwa der an der italienischen Grenze liegende Ort Chiasso. Wie in Zug sollen hier laut lokalen Medien Steuerzahlungen bald in Bitcoin möglich sein.

Ein weiteres Beispiel stammt aus der Mittelalterstadt Luzern. Seit Neustem können Studierende hier ihre Rechnungen per Bitcoin bezahlen. Zwar ist die Hochschule die erste in der Schweiz, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert, viele weitere dürften jedoch folgen.

Hoffen aufs Digitalministerium?

Während die Schweiz vormacht, wie erfolgreiche Blockchain-Adaption gelingen kann, heißt es hierzulande: Abwarten. Nach gescheiterter Jamaika-Koalition laufen derzeit die Sondierungsgespräche einer Wiederauflage der Großen Koalition aus Union und SPD. Beide Parteien haben wenig elaborierte Vorstellung über die künftige Ausgestaltung des Digitalisierungsbrachlandes Deutschland. Beide haben sich jedoch die Geburt einer zentralen Stelle für digitalpolitische Expertise – etwa in Form eines Digitalministerium oder eines digitalen Staatsministers im Kanzleramt – auf die Fahne geschrieben.

Dass hierbei allerdings auch das Stichwort “Blockchain” nicht unter den Tisch fallen wird, zu diesem Zweck hat sich im vergangenen Jahr der Bundesverband Blockchain, kurz Bundesblock, gegründet. Er will das Thema auf die Agenda der Regierungsbildung setzen und das Blockchain-Ökosystem in Deutschland stärken. Ob er bei seinem Vorhaben Erfolge verzeichnet, wird sich in den kommenden Monaten jedoch noch zeigen müssen.

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