Schweiz gründet Blockchain-Taskforce – Deutschland weiter auf dem Wartegleis

Quelle: Classic view of the national flag of Switzerland waving in the wind against blue sky and clouds on a sunny day in summer on the First of August, the national holiday of the Swiss Confederation via Shutterstock

Schweiz gründet Blockchain-Taskforce – Deutschland weiter auf dem Wartegleis

Der Schweizer Bundesrat hat um deren Adaption im Land voranzutreiben eine Blockchain-Taskforce gegründet, dies berichtete unter anderem die Handelszeitung im Dezember. An diesem Freitag, dem 12. Januar, trifft sich die Arbeitsgruppe nun zum ersten Mal. Ihre Aufgabe soll es sein, im Zuge voraneilender Nutzung von Blockchain- und Kryptowährungen gesetzlichen Handlungsbedarf zu klären. Damit reagieren die Bundesbehörden auf den Boom von Bitcoin und Initial Coin Offerings (ICOs) im Land.

Was hierzulande noch Gedankenspiel für die Zukunft bleibt, macht die Schweiz wahr: Um die öffentliche Potentiale der Blockchain-Nutzung voranzubringen und gleichzeitig die Folgen der aufstrebenden Technologien für das Alpenland offenzulegen, hat der Bundesrat, die Regierung der Schweiz, im Dezember eine auf die Blockchain-Technologie zugeschnittene Taskforce ins Leben gerufen.

Angeführt von Finanzminister Ueli Maurer sowie Wirtschafts- und Erziehungsminister Johann Schneider-Ammann besteht die Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundes, der Kantone sowie in der Schweiz beheimateten Blockchain-Start-ups. Gemeinsam mit dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen soll die Taskforce die gesetzliche Ausgestaltung im Dunstkreis von Initial Coin Offerings und Blockchain-Unternehmen prüfen sowie dringlichen Handlungsbedarf klären.

Grund dafür ist, dass die Blockchain für viele Wirtschaftszweige immer wichtiger werde, so Bundesrat Schneider-Ammann gegenüber der Neuen Züricher Zeitung. Dabei sei eine liberale Regierung gefordert, “welche dem Standort Schweiz Chancen eröffnet und gleichzeitig Risiken mindert”. Dabei sei man besonders auf Rechtssicherheit angewiesen. Diese soll die Taskforce schaffen.

Als besondere Errungenschaft lobte Schneider-Ammann zudem die Teilnahme der Blockchain-Unternehmen im Vorfeld der Initial-Sitzung.

Der Blockchain-Musterschüler

Die Gründung der Taskforce ist jedoch nur Symptom eines seit Längerem brodelnden Krypto- und Blockchain-Booms in der Eidgenossenschaft. So reift die Schweiz mehr und mehr zum Vorreiterstaat auf dem europäischen Kontinent heran. Beispiele erfolgreicher Blockchain-Adaptionen und Krypto-Begeisterung lassen sich im Alpenland zahlreiche finden. Besonders mit Blick auf die Akzeptanz von Bitcoin & Co. befinden sich die Schweizer auf dem Vormarsch.

So ringen landesweit zahlreiche Ort um den Primat der „Blockchain-Hauptstadt“. Das als „Krypto-Valley“ bekannte Örtchen Zug etwa ist mittlerweile europaweit bekannt und hat sich zu einem der attraktivsten Standorte für Fintech-Unternehmen gemausert. Hier beheimatet ist unter anderem die Krypto Valley Association, die mit Unterstützung des Bundesrats das Ziel verfolgt, in der Schweiz ein weltweit führendes Blockchain-Ökosystem aufzubauen.

Andere Schweizer Gemeinden ziehen nach, so etwa der an der italienischen Grenze liegende Ort Chiasso. Wie in Zug sollen hier laut lokalen Medien Steuerzahlungen bald in Bitcoin möglich sein.

Ein weiteres Beispiel stammt aus der Mittelalterstadt Luzern. Seit Neustem können Studierende hier ihre Rechnungen per Bitcoin bezahlen. Zwar ist die Hochschule die erste in der Schweiz, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert, viele weitere dürften jedoch folgen.

Hoffen aufs Digitalministerium?

Während die Schweiz vormacht, wie erfolgreiche Blockchain-Adaption gelingen kann, heißt es hierzulande: Abwarten. Nach gescheiterter Jamaika-Koalition laufen derzeit die Sondierungsgespräche einer Wiederauflage der Großen Koalition aus Union und SPD. Beide Parteien haben wenig elaborierte Vorstellung über die künftige Ausgestaltung des Digitalisierungsbrachlandes Deutschland. Beide haben sich jedoch die Geburt einer zentralen Stelle für digitalpolitische Expertise – etwa in Form eines Digitalministerium oder eines digitalen Staatsministers im Kanzleramt – auf die Fahne geschrieben.

Dass hierbei allerdings auch das Stichwort “Blockchain” nicht unter den Tisch fallen wird, zu diesem Zweck hat sich im vergangenen Jahr der Bundesverband Blockchain, kurz Bundesblock, gegründet. Er will das Thema auf die Agenda der Regierungsbildung setzen und das Blockchain-Ökosystem in Deutschland stärken. Ob er bei seinem Vorhaben Erfolge verzeichnet, wird sich in den kommenden Monaten jedoch noch zeigen müssen.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Blockchain-Kurse starten an kalifornischen Universitäten
Blockchain-Kurse starten an kalifornischen Universitäten
Blockchain

Mouse Belt kooperiert mit drei kalifornischen Universitäten, um der hohen Nachfrage nach Blockchain-Kursen entgegenzuwirken. Neben einer Spende von 500.000 US-Dollar werden auch weitere Blockchain-Projekte finanziell gefördert. Die kalifornischen Unis streben danach, eine treibende Kraft in der Blockchain-Ausbildung zu werden.

Blockchain-Plattform für Kleinkredite in Sierra Leone
Blockchain-Plattform für Kleinkredite in Sierra Leone
Blockchain

Das Nonprofit-Unternehmen Kiva startet nun eine Blockchain-Plattform für die Kredit-Bonitätsprüfungen in dem afrikanischen Sierra Leone. Kiva, das in San Francisco ansässige gemeinnützige Unternehmen, könnte so die Kreditvergabe in Sierra Leone nachhaltig effektiver gestalten. Die Regierung des Landes arbeitet bei diesem Projekt eng mit Kiva zusammen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Überhitzte Amazon Server verursachen absurd niedrige Bitcoin-Kurse
Überhitzte Amazon Server verursachen absurd niedrige Bitcoin-Kurse
Märkte

Den Betreibern einiger asiatischer Bitcoin-Börsen dürfte heute Morgen das Herz in die Hose gerutscht sein: Ausgefallene Server von Amazon Web Services (AWS), dem Cloud-Dienst von Amazon, sorgten zeitweise für hahnebüchene Krypto-Kurse. Durch die Störung gelang es einigen Tradern, BTC für weniger als einen US-Dollar zu kaufen. 

Blockchain-Kurse starten an kalifornischen Universitäten
Blockchain-Kurse starten an kalifornischen Universitäten
Blockchain

Mouse Belt kooperiert mit drei kalifornischen Universitäten, um der hohen Nachfrage nach Blockchain-Kursen entgegenzuwirken. Neben einer Spende von 500.000 US-Dollar werden auch weitere Blockchain-Projekte finanziell gefördert. Die kalifornischen Unis streben danach, eine treibende Kraft in der Blockchain-Ausbildung zu werden.

Ruandas Zentralbank prüft Möglichkeit eigener Digitalwährung
Ruandas Zentralbank prüft Möglichkeit eigener Digitalwährung
Regierungen

Nach dem Vorbild zahlreicher weltweiter Zentralbanktests will auch Ruandas Notenbank in Zukunft eine eigene Digitalwährung herausgeben. Einer Vertreterin zufolge prüfe man derzeit entsprechende Möglichkeiten, nehme aber auch gleichzeitig bestehende Bedenken in den Blick. Derweil treibt China die Entwicklung seiner Zentralbankwährung weiter voran.  

Libra: Schweizer Bundesrat äußert sich zu Facebook-Währung
Libra: Schweizer Bundesrat äußert sich zu Facebook-Währung
Altcoins

Am 23. August besucht eine US-Delegation die Schweiz, um dort über die Zukunft der geplanten Facebook-Kryptowährung Libra zu sprechen. In einer Äußerung zeigte sich der Schweizer Bundesrat prinzipiell offen gegenüber der geplanten Währung. Einige Bedenken gibt es dennoch.

Angesagt

Zwischen Theorie und Praxis: Ist Bitcoin wirklich ein antizyklisches Investment?
Kommentar

Wer die Wirtschaftspresse in den letzten Wochen verfolgt hat, dem ist eines aufgefallen: Es wird besonders häufig das Risiko einer baldigen Rezession aufgeführt. Die makroökonomische Stimmung hat sich, nicht zuletzt durch den Handelsstreit zwischen USA und China sowie expansive Notenbankbekenntnisse, weiter eingetrübt. Aktueller denn je ist die Frage, inwiefern Bitcoin als antizyklisches Investment bei konjunkturellen Turbulenzen profitiert. Wie es um die Korrelation zwischen Bitcoin und anderen Vermögenswerten bestellt ist und ob Gold wirklich so viele Gemeinsamkeiten mit Bitcoin besitzt.

Bitcoin-Börse Cryptopia: Insolvenzverwalter stellen Kundendaten sicher
Tech

Die insolvente neuseeländische Bitcoin-Börse Cryptopia scheint doch nicht alle Kundendaten verloren zu haben. Nachdem es im Mai danach aussah, als würde eine dritte Partei alle Dateien löschen, konnten die Insolvenzverwalter nun einige Daten retten. Cryptopia musste ihren Dienst nach einem massiven Hack in Januar 2019 im Mai einstellen.

Blockchain-Plattform für Kleinkredite in Sierra Leone
Blockchain

Das Nonprofit-Unternehmen Kiva startet nun eine Blockchain-Plattform für die Kredit-Bonitätsprüfungen in dem afrikanischen Sierra Leone. Kiva, das in San Francisco ansässige gemeinnützige Unternehmen, könnte so die Kreditvergabe in Sierra Leone nachhaltig effektiver gestalten. Die Regierung des Landes arbeitet bei diesem Projekt eng mit Kiva zusammen.

Bitcoin Mining im Atomkraftwerk: Ukrainische Ermittler beschlagnahmen Equipment
Mining

Ukrainische Ermittler haben in einem staatlich geführten Atomkraftwerk Bitcoin-Mining-Equipment sichergestellt. Angestellte und Sicherheitskräfte sollen den Strom ihrer Büros genutzt haben, um Kryptowährungen zu schürfen. Dabei sollen geheime Informationen nach außen gelangt sein.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: