Die israelische Justiz hat einen 21 Jahre alten US-Bürger angeklagt. Nach Angaben der Behörden soll er für den iranischen Geheimdienst gearbeitet und dafür umgerechnet rund 1.379 US-Dollar in Krypto-Assets erhalten haben. Der Fall gilt als Teil einer größeren Serie mutmaßlicher Rekrutierungen über den Messenger Telegram.
Laut Anklage soll der Mann während eines Familienbesuchs in den USA über eine Stellenanzeige kontaktiert worden sein. Nach seiner Rückkehr nach Israel soll er verschiedene Aufträge übernommen haben. Dazu gehörten unter anderem das Filmen von Gebäuden in Jerusalem sowie das Platzieren Dead Drops, bei denen Datenträger an vereinbarten Orten hinterlegt werden. Die Vergütung erfolgte schrittweise über Kryptowährungen.
Krypto hinterlässt Spuren
Der Angeklagte wurde Anfang Juni festgenommen. Ihm werden unter anderem Kontakte zu einem ausländischen Agenten und die Weitergabe von Informationen an den Feind vorgeworfen. Einen weitergehenden Zusammenhang müssen die Behörden vor Gericht belegen.
Nach israelischen Angaben handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Seit 2023 wurden mindestens 60 Menschen im Zusammenhang mit ähnlichen Rekrutierungsversuchen angeklagt. Viele Kontakte sollen über Telegram entstanden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass vergleichsweise geringe Geldbeträge ausreichen, um Personen für Aufträge zu gewinnen.
Der Fall zeigt, dass Kryptowährungen auch für illegale Aktivitäten genutzt werden können, sie jedoch nicht zwangsläufig Anonymität garantieren. Bei öffentlichen Blockchains lassen sich Transaktionen nachvollziehen und in Ermittlungen einbeziehen. Für Strafverfolger spielen Blockchain-Analysen deshalb eine immer wichtigere Rolle bei der Aufklärung solcher Fälle.
