World Liberty Financial kooperiert mit der Hongkonger KI-Plattform WorldClaw. Eine Recherche von Reuters zeigt: 43 der 90 dort verfügbaren KI-Modelle stammen von chinesischen Unternehmen wie Alibaba, Baidu, Z.ai, DeepSeek und Moonshot. Diese Anbieter hat die US-Regierung wegen nationaler Sicherheitsbedenken und geistigen Eigentums eingeschränkt. Alibaba und Baidu gelten offiziell als chinesische Militärunternehmen, das US-Verteidigungsministerium darf nicht mit ihnen zusammenarbeiten.
Bezahlt wird über den hauseigenen Stablecoin
Wer WorldClaw nutzt, kann mit USD1 bezahlen, dem Stablecoin von World Liberty. Die Trump-Familie hält 38 Prozent an World Liberty. Sie verdient an den Zinserträgen aus den USD1-Reserven, ähnlich wie andere Stablecoin-Emittenten Erträge aus ihren Treasury-Beständen ziehen. Wie viel Geld über die Kooperation mit WorldClaw konkret geflossen ist, konnte Reuters nicht ermitteln. Einen Gesetzesverstoß gibt es dabei nicht. Chinesische KI-Modelle bleiben in den USA legal zugänglich, auch US-Tech-Konzerne nutzen sie zunehmend, weil sie günstiger sind.
Sieben Experten für chinesische Technologie und Regierungsethik sprachen mit Reuters. Sie sehen in der Kooperation einen Widerspruch zur China-Politik der US-Regierung. “Während die US-Regierung versucht, auf den Aufstieg und die Bedrohung durch chinesische KI zu reagieren, wirkt es heuchlerisch, über WorldClaw genau diese Werkzeuge aus China zu nutzen, um damit Geld zu verdienen”, sagte Sam Bresnick vom Center for Security and Emerging Technology der Georgetown University.
Das Weiße Haus weist die Kritik zurück. Sprecherin Anna Kelly sagt, es gebe keine Interessenkonflikte. Präsident Trump handle stets im besten Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit. World Liberty selbst betont, WorldClaw sei ein unabhängiges Unternehmen. Auch große US-Firmen würden ihren Nutzern Zugang zu chinesischen KI-Modellen verschaffen, das sei ein gängiger und weithin akzeptierter Ansatz.
