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Saudi-Arabien: Scharia-freundliche Finanzdienste dank Blockchain?

Quelle: Saudi-Arabia Flags via Shutterstock

Saudi-Arabien: Scharia-freundliche Finanzdienste dank Blockchain?

Die in Saudi-Arabien beheimatete Islamische Entwicklungsbank (englisch: Islamic Development Bank IDB) ist offenbar dabei, an Blockchain-Lösungen für Scharia-konforme Finanzprodukte zu arbeiten. Diese mit dem islamischen Gesetz vereinbaren Anwendungen sollen die Zusammenarbeit von Unternehmen innerhalb der Mitgliedstaaten der Organisation stärken.

Während die Blockchain-Technologie und deren Anwendungsmöglichkeiten auf der arabischen Halbinsel bisher vor allem für kleinere Emirate, allen voran Dubai, interessant waren, beginnt jetzt auch die regionale Hegemonialmacht des Nahen Ostens, Saudi-Arabien, sich mit der Blockchain auseinanderzusetzen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters jüngst berichtet, soll das islamische Forschungs- und Ausbildungsinstitut IRTI, der wissenschaftliche Zweig der Islamischen Entwicklungsbank, mit den Blockchain-Unternehmen Ateon und SettleMint eine Kooperation eingegangen sein, um die Potentiale der Technologie für das Geschäftsfeld zu erforschen.

Die Islamische Entwicklungsbank als supranationale Institution konzentriert sich auf die wirtschaftliche Entwicklung armer islamischer Staaten der Dritten Welt. Zwar stehen zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Erprobungsfelder für die Blockchain-Anwendung fest, bei denen die Technologie das Tagesgeschäft der Bank stützen soll, denkbar ist allerdings die Adaption in Staaten, in denen Korruption etwa die Verteilung öffentlicher Gelder bestimmt. Hier bieten sich Entwicklungsprojekte besonders in den Ländern an, deren öffentliche Verwaltung und Infrastruktur auf Eis liegt oder erst gar nicht ausgebildet ist. Mit Blick bereits abgeschlossener Projekte der Entwicklungsbank, wie etwa der Infrastrukturinitiativen im afrikanischen Mali oder Aserbaidschan, ergießt sich damit  ein breites Spektrum zukünftiger Anwendungsfelder.

Momentan unterstützt die  islamische Entwicklungsbank unter anderem eine Straßenbauinitiative im bürgerkriegs-zerrütteten Jemen  und unterhält ein Stipendienprogramm. Auch hier könnte die Technologie in Zukunft Anwendung finden.

Entwicklungsperspektive für die islamische Welt

Bei ihrem Tagesgeschäft legt die Entwicklungsbank, die ihren Sitz im saudischen Dschiddah hat, besonderes Augenmerk auf die Grundpfeiler Islamischen Bankwesens. Dabei legt sich besonderes Augenmerk darauf, eine mögliche Anwendung den Bedürfnissen der religiösen Gesetzgebung anzupassen, die in einigen islamisch geprägten Staaten den Status eines öffentlichen Rechts hat. Neben Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens beinhaltet dies auch ein Verbot jedweder Spekulation, was den Handel mit Finanzprodukten generell extrem schwierig gestaltet. Darüber hinaus ist es nicht erlaubt, Zinsen auf Darlehen zu erheben, was den Nutzen für Investoren und Geldgebern maßgeblich einschränkt. Somit ist es gerade für die Privatwirtschaft nicht einfach, auf die klassische Art finanzielle Mittel für neue Projekte zu beschaffen. Mit der Blockchain kann nun nach einer Alternative dazu gesucht werden.

Als weiteren Effekt hofft die islamische Entwicklungsbank daher, das islamische Modell der Finanzierung auch für verschiedene andere Märkte und Kulturräume zu öffnen und das Befolgen islamischen Rechts für ausländische Investoren attraktiv zu gestalten. Dies könnte sich durch vielfältige Marktoptionen im Nahen Osten, in Nordafrika und in Teilen von Asien ergeben.

Finanziell getragen wird die Islamische Entwicklungsbank seit ihrer Gründung im Jahr 1975 aus den Beitragszahlungen ihrer 57 Mitglieder. Die größten Anteile tragen dabei Saudi-Arabien, Libyen, welches selbst im Bürgerkrieg verstrickt um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung bemüht ist, und der Iran.

BTC-ECHO

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