Blick nach vorne Ripple (XRP) vs. SEC: CEO Brad Garlinghouse fordert regulatorische Klarheit

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

XRP-Münze in der Schraubzwinge vor US-Flagge

Quelle: Shutterstock

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Vor rund einem Monat wurde Ripple von der US-Börsenaufsichtsbehörde wegen Verstoßes gegen das US-Wertpapiergesetz verklagt. Dennoch blickt der Ripple-Vorstand optimistisch in die Zukunft und hofft auf einen Kurswechsel der SEC.

Seitdem die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) schwere Vorwürfe gegen Ripple erhoben hat, steckt das FinTech eine Reihe von Tiefschlägen ein. Dennoch zeigt sich Ripple CEO Brad Garlinghouse in einem Blogeintrag optimistisch für die Zukunft des Unternehmens und gibt einen Ausblick auf kommende Projekte.


Das letzte Jahr hätte durchaus besser für Ripple laufen können. Zu dem Schluss kommt man unweigerlich, lässt man die letzten Wochen seit der SEC-Klage Revue passieren. Mit Coinbase, Binance US, Bittrex, Crypto.com, eToro und Blockchain.com hat gleich eine Reihe namhafter Krypto-Börsen XRP-Handelspaare von deren Plattformen genommen. Wie BTC-ECHO berichtete, hat auch Vermögensverwalter Grayscale mit Ripple gebrochen und den XRP Fonds kurzerhand aufgelöst. Zudem fordert Tetragon den Rückkauf erhaltener Vorzugsaktien. Die Investmentgesellschaft hatte sich 2019 mit 200 Millionen US-Dollar an der Series-C-Finanzierungsrunde von Ripple beteiligt.

Heiter weiter

In diesem Kontext hallen die positiven Äußerungen von Garlinghouse umso überraschender nach. Denn trotz der SEC-Anschuldigungen spricht der CEO von einem “Meilensteinjahr” 2020. Neben einem erhöhten Kundenwachstum und technischen Innovationen in der Ripple-Produktpalette verzeichne das Unternehmen vor allem strategische Erfolge in der Besetzung von “Schlüsselmärkten”.

Ein wesentlicher Erfolgsgarant sei das stetig wachsende RippleNet. Über das Zahlungsnetzwerk seien rund 3 Millionen Transaktionen abgewickelt worden – eine fünffache Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Auch das Handelsvolumen der On-Demand-Liquidity-Lösung (ODL) verbuche verglichen mit 2019 ein zwölffaches Wachstum. Ripple setzt seinen Expansionskurs somit weiterhin fort und schließt das Jahr trotz SEC-Auseinandersetzung mit mehr Kunden als je zuvor.

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Ripple richtet sich nach Asien aus

Vor allem den asiatisch-pazifischen Raum hat Garlinghouse als entscheidenden Knotenpunkt für die künftige Vermarktung der ODL-Lösung und des RippleNet lokalisiert. So treibe “die steigende Nachfrage nach digitalen Finanzdienstleistungen und Interoperabilität im Zahlungsverkehr” die Akzeptanz des RippleNet weiter voran. Die Region weise ein Transaktionswachstum von 1.700 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf.

Darüber hinaus wurde eine neue Beta-Funktion im RippleNet freigeschaltet. Mit der Line-of-Credit-Funktion können insbesondere kleine und mittelständische Betrieb (KMUs) XRP-Kredite im RippleNet aufnehmen. Durch die Kapitalbeschaffung sollen die Anbindungen zum Ripple-Zahlungsverkehr barrierefrei ermöglicht werden. Ein Hauptaugenmerk werde zudem auf den “direkten Austausch” digitaler Zentralbankwährungen im XRP-Ledger mit XRP als Brückenwährung gerichtet. Dahingehend soll der Austausch mit Zentralbanken und die Entwicklung entsprechender Protokolle intensiviert werden.

Blick nach vorne

Auch wenn sich Garlinghouse mit Spitzen in Richtung SEC zurückhält, setze er seine Hoffnungen auf einen Kurswechsel der SEC. Durch die in den kommenden Wochen bestätigte Neubesetzung der SEC-Führung habe man die “richtigen Zutaten, um das Jahr 2021 noch erfolgreicher als das letzte Jahr zu gestalten”. Kommt es jedoch zum Schlagabtausch, hat sich Ripple personell gut aufgestellt. So habe man das Führungsteam um “Top-Talente mit starkem Hintergrund von Apple, PayPal, Amazon, Tesla und Twitter erweitert”.

Hinsichtlich der Auseisandersetzung mit der Aufsichtsbehörde dürfte jedoch die Besetzung von Sandie O’Connor die wichtigste Personalie sein. O’Connor war zuvor als Chief Regulatory Affairs Officer bei Bankenriese JPMorgan Chase zuständig für Regulierungsangelegenheiten. Im Ripple-Vorstand soll O’Connor “Ratschläge zu wichtigen Regierungsbeziehungen und regulatorischen Initiativen geben, während Ripple auf regulatorische Klarheit in den USA drängt”.

Garlinghouse halte somit an der Vision eines “Internet of Value” und dem “Vorantreiben der regulatorischen Klarheit, die die Branche braucht”, fest. Dennoch hoffe er, dass 2021 “etwas ruhiger und friedlicher sein wird”.

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