QuadrigaCX: Ein Kunde hofft auf seine 422.000 US-Dollar – Justin Sun schaltet sich ein

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QuadrigaCX: Ein Kunde hofft auf seine 422.000 US-Dollar – Justin Sun schaltet sich ein

Der CEO der größten kanadischen Exchange ist gestorben. Die Einlagen der Anleger sind mit ihm verschwunden. Ein Betroffener war nun bei Bloomberg im Interview. Zusammen mit anderen Opfern wolle er nun rechtliche Schritte einleiten.  

Es ist mal wieder eine der Schreckensnachrichten, die die Kryptonomie seit einigen Tagen erschüttert. Wie wir bereits am 1. Februar berichtet haben, kursierte im Netz ein Gerücht: Der CEO der größten kanadischen Exchange, QuadrigaCX, ist gestorben und mit ihm die Private Keys der Hardware-Wallets des Unternehmens; 144 Millionen US-Dollar der 115.000 Kunden seien damit unwiederbringlich verloren. Einer dieser Unglücklichen ist Tong Zou, ein Mitdreißiger, ehemaliger Softwareentwickler im Silicon Valley für Walmart und BitTorrent. Zou war nun bei Bloomberg im Interview.

Der Fall Tong Zou

Tong Zou wollte sich beruflich neu orientieren und zwar in Vancouver in Kanada. Seine Ersparnisse im Wert von mehr als 400.000 US-Dollar auf einem amerikanischen Bankkonto wollte er auf ein kanadisches Bankkonto schicken. Dafür nahm er den Umweg über Bitcoin. Er kaufte auf einer amerikanischen Plattform Bitcoin, schickte diese an seinen QuadrigaCX-Account und von dort aus wollte er sie in kanadische Dollar umwandeln. Warum er diesen Umweg wählte, bleibt unklar. Jedenfalls wollte er von dem Geld eine Immobilie kaufen, so Zou. QuadrigaCX kam dieser Forderung über Monate hinweg nicht nach. „Das Geld ist nach wie vor nicht auf meinem Konto eingegangen“, beteuert Zou.

Unterdessen erhielt Tong Zou ein Jobangebot von TRON-Chef und -Werbetrommler Justin Sun. Zou könne bei BitTorrent beziehungsweise Tron anfangen, schlug Sun auf Twitter vor.

Suns Angebot stieß auf offene Ohren:

Vielen Dank Justin! Ich versuche nur, die Dinge für mich selbst herauszufinden. Ich bin mir nicht sicher, ob die USA mich überhaupt wieder reinlassen werden, aber ich werde definitiv über dein Angebot nachdenken,

bedankte sich Zou.

Lies auch:  Neues von QuadrigaCX: Verlust von Private Keys nur vorgetäuscht?

Klärungsbedarf

Zou hat sich nun mit anderen Betroffenen an die Anwaltskanzleien Bennet Jones LLP und McInnes Cooper gewendet. Wie wir weiter berichteten, schaut dem Unternehmen inzwischen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young über die Schulter. Es gebe zwei Ansätze, die Kunden zu entschädigen: Zum Einen über das Auffinden der Private Keys, zum Anderen über den Erlös aus einem Unternehmensverkauf. Was die erste Strategie betrifft, scheint wenig Hoffnung zu bleiben. So sind Analysten sowohl von Proof of Research als auch von Elementus unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gekommen, dass die besagten Hardware Wallets anscheinend nie existiert haben.

Auch was den Tod von Gerald Cotten angeht, herrscht alles andere als Einigkeit. Zwar sind zwei Dokumente aufgetaucht, die den Tod als wahrscheinlicher erscheinen lassen. Aber seltsame Zufälle, wie zum Beispiel das 12 Tage vor seinem Tod ausgestellte Testament oder die Verantwortung über die Einlagen eines Unternehmens in nur einer Hand, werfen dennoch Fragen auf. Dieser Meinung ist auch der US-amerikanische Staatsdiener Steve Bunnell:

Im Todesfall um Gerald Cotten gibt es nach wie vor einige Ungereimtheiten, denen man noch nachgehen muss. Doch egal ob die Vermögenswerte auf QuadrigaCX einem Verwaltungsfehler anheimgefallen sind oder das Problem tiefer reicht, verdeutlicht die Situation, wie wichtig es für Anleger ist, eine vertrauenswürdige Exchange zu nutzen, der auch Einlagensicherung am Herzen liegt. Es gibt viele dieser dubiosen Exchanges über dem Globus verteilt.

Eine einflussreiche Exchange würde ferner „ihre Private Keys nicht in die Hände nur einer Person geben, sondern eine Multi-Signature-Wallet mit beispielsweise fünf Keys einrichten. Um auf die Wallet zugreifen zu können, bräuchte es dann drei der fünf Schlüssel. So ist keine dieser fünf Personen unentbehrlich.“

Lies auch:  Update QuadrigaCX: Gerichtsbeschluss im Fall der kanadischen Bitcoin-Börse

Inwieweit dieser Vorfall bereinigt wird, bleibt abzuwarten. Eine Lektion wird aber bereits jetzt schon vermittelt: Wer Be your own bank sagt, muss auch Own your private key sagen.

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