Quadriga: Antrag auf Gläubigerschutz vor kanadischem Gericht – Verhandlung heute

David Scheider

von David Scheider

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David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Quelle: Shutterstock

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Um Schadenersatzklagen zuvorzukommen, reichte die Quadriga in Zusammenarbeit mit Ernst & Young (EY) einen Antrag auf Gläubigerschutz vor dem Nova Scotia Supreme Court ein. Die Gerichtsverhandlung ist für den heutigen Dienstag, den 5. Februar, anberaumt.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2019 01:07 Uhr von Andre Winterberg

Der seltsame Fall der kanadischen Bitcoin-Börse QuadrigaCX geht in die nächste Runde. Seit etwa einer Woche können Kunden der Börse ihr Krypto-Guthaben nicht mehr von der Börse abheben. Auf der Website erklärt der Aufsichtsrat des Unternehmens die Hintergründe: Man könne die Private Keys zur Wallet der Exchange nicht mehr lokalisieren. Das Unternehmen vermisst seither etwa 137 Millionen US-Dollar in Krypto-Assets.

Wie BTC-ECHO am gestrigen Montag, dem 4. Februar, berichtete, dürfte der Verlust der privaten Schlüssel zu genannter Wallet mit dem mutmaßlichen Tod des Quadriga-Gründers und Geschäftsführers Gerald Cotten zusammenhängen. Denn dieser leitete die Firma von seinem Laptop aus und habe die Private Keys in Eigenverantwortung auf selbigem Laptop abgelegt. Mit seinem Tod sind diese jetzt unauffindbar, so seine Witwe Jennifer Robertson.

Quadriga beantragt Gläubigerschutz


115.000 Quadriga-Kunden dürften angesichts dieser Lage alsbald kalte Füße bekommen und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis erste Schadenersatzklagen seitens der Kundschaft eingehen. Um dem zuvorzukommen, reichte das Unternehmen einen Antrag auf Gläubigerschutz beim Nova Scotia Supreme Court ein.

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young möchte sich der neu bestimme Aufsichtsrat des Unternehmens Zeit erkaufen. Denn sollte das Gericht dem Antrag zustimmen, können kundenseitig im Zeitraum des Verfahrens keine Forderungen geltend gemacht werden.

Offizielle Mitteilung auf der Website der Exchange.

Ein Antrag auf Gläubigerschutz gemäß dem Companies’ Creditors Arrangement Act (CCAA) wurde heute beim Obersten Gerichtshof von Nova Scotia gestellt, um uns die Möglichkeit zu geben, die finanziellen Probleme anzugehen, die unsere Möglichkeiten, unsere Kunden zu bedienen, beeinträchtigt haben. Das Gericht wird in einer vorläufigen Anhörung am Dienstag, dem 5. Februar, aufgefordert, einen Monitor, Ernst & Young Inc., als unabhängigen Dritten zur Überwachung dieses Verfahrens zu benennen.

Ernst & Young übernehmen Audit

EY soll demnach das weitere Vorgehen der Unternehmensführung in der Sache überwachen. Wie die Branchenplattform Coindesk berichtet, gäbe es seitens EY keinen Grund, die offizielle Darstellung von Quadriga in Zweifel zu ziehen. Schließlich wurden im Zuge der mysteriösen Umstände hinsichtlich des Verlusts der Private Keys Spekulationen laut, der Gründer könnte seinen Tod nur vorgetäuscht haben.

EY empfiehlt nun als ersten Schritt, den Betrieb der Website bis auf Weiteres zu unterlassen. Dadurch könne sich das Unternehmen auf die Wiederbeschaffung der Keys konzentrieren.

Doch dies sei nicht die einzige Möglichkeit, die Gläubiger auszubezahlen. Dem EY-Bericht zufolge, hätte das Unternehmen zusätzlich die Möglichkeit, seine IT-Infrastruktur zu monetarisieren. Kurzum: Man könnte die Handelsplattform verkaufen. Diese sei schließlich ein „verkaufsfähiger Vermögenswert von erheblichem Wert“, so EY.

Sobald durch derlei Maßnahme für etwas Liquidität gesorgt sei, könne man sodann ein Team aus Krypto-Forensikern mit der Suche nach der Hauptwallet der Bitcoin-Börse beantragen.

Der Gerichtstermin ist für 8:30 Uhr Eastern Standard Time anberaumt.


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