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ESMA mit Warnung Europäische Marktaufsichtsbehörde sieht Krypto als Gefahr

In einem Bericht stellt die ESMA die Risiken, die Kryptoassets für die Finanzstabilität bedeuten, auf. Die Handlungsempfehlung: MiCA und die Zusammenarbeit mit weiteren Regulierungsbehörden.

Dominic Döllel
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ESMA

Beitragsbild: Shutterstock

| Bringen Kryptowährungen die finanzielle Stabilität aus dem Gleichgewicht? Die ESMA findet: Ja.

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) warnt Anleger in einem aktuellen Bericht “Krypto-Assets und ihre Risiken für die Finanzstabilität” vor den potenziellen Gefahren einer Verschmelzung des Krypto- und des klassischen Finanzmarkts.

Krypto-Assets bergen aufgrund ihrer volatilen Wachstumszyklen und solange keine einschlägigen Regulierungsvorschriften gelten, zahlreiche Risiken, die in Zukunft für die Finanzstabilität relevant werden könnten

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Die wachsende Überschneidung der beiden Märkte erfordere verstärkte Überwachung und Regulierungsaufsicht, heißt es. Neben der Volatilität des Marktes und der Gefahr von gehebelten Positionen gibt der Bericht eine Handlungsempfehlung.

Die Kritik der ESMA

Zu Beginn stellt die Behörde fest, dass der Kryptomarkt “zunehmend den traditionellen Finanzmärkten und -infrastrukturen” ähneln würde. Das wachsende Bewusstsein von Kryptoinvestoren, sei durch die verschlechterten makroökonomischen Bedingungen getrübt worden. “Steigende Inflation und das Ende der Ära niedriger Zinssätze haben die zuvor optimistische Anlegerstimmung untergraben und einen dramatischen Ausverkauf auf dem Krypto-Asset-Markt verursacht”, heißt es in dem Bericht.

Im Bericht wird auch auf die Hype-Phase 2021 Bezug genommen, die viele Investoren in den Markt brachte. Weiter setzt sich die ESMA mit den aktuellen Entwicklungen am Krypto-Markt auseinander und geht auf den Zusammenbruch des Terra-Stablecoins ein, den die Marktaufsichtsbehörde letztendlich für den Absturz des Krypto-Marktes verantwortlich sieht.

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Angst vor Adoption und Hebeltrading

“Es gibt mehrere Übertragungskanäle zwischen dem Kryptomarkt und dem traditionellen Finanzsystem“, heißt es weiter. In diesem Zusammenhang zieht die Aufsichtsbehörde eine Studie vom April hinzu. Das Ergebnis der damaligen Befragung: 90 europäische Investmentfonds seien mit direkten Investments in den Krypto-Sektor involviert. Zwanzig weitere wollten indirekt, über Derivate, profitieren.

Die damit zunehmende Verflechtung des klassischen Finanz- mit dem Kryptomarkt scheint der ESMA Sorgen zu bereiten. Bestes Beispiel: Tesla. 2021 hieß es zuerst, man könne die Autos des kalifornischen Unternehmens mittels Bitcoin kaufen. Anschließend nahm der E-Auto-Bauer wieder Abstand von der Entscheidung. Bei beiden Mitteilungen beeinflusste Musk den Bitcoin-Preis maßgeblich.

Übrigens: Im neuen BTC-ECHO Magazin lest ihr die ganze Geschichte hinter der zwiegespaltenen Beziehung zwischen Tesla und Bitcoin.

Darüber hinaus seien die ESMA-Beamten über die “zu riskanten Investmentmöglichkeiten” besorgt. Börsen wie Huobi oder Bybit gewähren ihren Investoren mittlerweile den Handel von Kryptowährungen mit Hebeln von bis zu 125-facher Wirkung – das führe schnell zum Totalverlust.

ESMA sieht Handlungsbedarf bei Regulierung

Mit der MiCA-Verordnung sei die EU die erste große Jurisdiktion weltweit, die einen umfassenden, dedizierten Regulierungsrahmen für Krypto-Assets bereitstelle. Im Rahmen dieser erhält die ESMA neue Befugnisse, um genau zu entscheiden, was in den Whitepapers neu ausgegebener Vermögenswerte enthalten sein muss.

Auch außerhalb Europas versuche man kryptobezogene Finanzmarktrisiken einzudämmen. Mithilfe des Howey-Tests soll in den USA entscheiden werden, ob Kryptowährungen als Ware (engl. Commodity) oder Wertpapier (engl. Security) reguliert werden. Scharf diskutiert wird dabei, unter welchen Zuständigkeitsbereich Kryptowerte fallen. Zuletzt behauptete die SEC, dass Transaktionen der Ethereum Blockchain komplett dem US-Zuständigkeitsbereich unterliegen würden. BTC-ECHO berichtete.

Hilfe zur Regulierung will sich die ESMA bei anderen Behörden, wie dem Finanzstabilitätsrat (FSB) holen: “Der grenzüberschreitende Charakter des Krypto-Asset-Marktes sei nicht zu unterschätzen.”

Kryptomarkt begrenzt relevant

Laut dem Bericht sei der Kryptomarkt selbst zu seinen Hochzeiten nur ein Prozent der addierten Marktkapitalisierung von Aktien- und Renten-Assets wert gewesen. Dies sei ein Indikator für die “begrenzte Relevanz für die Finanzstabilität.” Auch hätten die Turbulenzen auf dem Markt für Krypto-Assets nicht auf die traditionellen Finanzmärkte oder die Realwirtschaft übergegriffen.

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