Rohstoff-Tracking Volvo baut Blockchain-Tracking von Lieferketten aus
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Frontaufnahme Volovo Frontgrill silber

Quelle: Shutterstock

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Der Autohersteller Volvo arbeitet schon seit geraumer Zeit mit dem Blockhain-Start-up Circulor zusammen. Gegenstand der Kooperation war bis lang vornehmlich das Tracking von Kobalt-Lieferketten. Mit einem Investment intensivert Volvo nun die Zusammenarbeit.

Der schwedische Automobilriese Volvo hat am 8. Juli ein Investment in das Tech-Unternehmen Circulor getätigt. Das Start-up aus Großbritannien spezialisiert sich auf das Tracking von Lieferketten mit Hilfe der Blockchain-Technologie. Volvo tätigte das Investment im einstelligen Millionenbereich über einen eigenen Venture Capital Fonds. Das Kapital soll dazu beitragen, die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen zu fördern.

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Schließlich greift Volvo bereits seit 2019 auf die Circulor-Blockchain zurück, um die Lieferkette des Minerals Kobalt nachzuverfolgen. Kobalt ist für die Produktion von Elektrofahrzeugen unersetzlich. Der Großteil der Vorräte stammt jedoch aus dem Kongo, wo es unter oftmals menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen abgebaut wird. Für Unternehmen leitet sich hieraus die Notwendigkeit ab, einen Nachweis über den verträglichen Ursprung des Minerals zu erbringen. Hierzu Martina Buchhauser, Leiterin der Einkaufsabteilung bei Volvo:

Wir haben uns zu einer ethischen Lieferkette für unsere Rohstoffe verpflichtet, und unsere Partnerschaft mit Circulor war in dieser Hinsicht von entscheidender Bedeutung. Durch die Unterstützung der laufenden Entwicklung von Circulor können wir den Einsatz der Blockchain-Technologie in unseren Betrieben ausweiten und zu einem nachhaltigeren Geschäft beitragen.

Volvo und Circulor wollen Zusammenarbeit ausbauen

Volvo verspricht für sein erstes voll-elektrisches Auto, den XC40 Recharge P8, eine hundertprozentige Nachverfolgbarkeit des verwendeten Kobalts. Die beiden Batteriehersteller CATL und LG Chem beteiligen sich ebenfalls an dem Projekt.

Volvo und Circulor erwägen weiterhin, die Nachverfolgbarkeit anderer Rohstoffe voranzubringen.  Ein Beispiel sind Mineralien aus der Glimmergruppe, die als Isoliermaterialien in den Volvo-Batterien zum Einsatz kommen. Ferner bestehen Überlegungen bezüglich der Blockchain-Nachverfolgung der CO2-Emissionen von Lieferketten.

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Das Investment könnte Circulor ferner bei der Entwicklung von branchenübergreifenden Standards für das Blockchain-Tracking helfen. Gegenüber Ledger Insights gab der Circulor CEO Douglas Johnson-Poensgen zudem an, dass sein Unternehmen an einer Lösung für die Verfolgung von Müll arbeitet, das zu Plastik recycelt werden soll.

Automobilbranche entdeckt Blockchain-Tracking

Volvo ist indessen nicht der einzige Autohersteller, der seine Lieferketten mit Hilfe der Blockchain nachverfolgen lässt. Denn Mercedes-Benz kooperiert in Sachen Kobalt-Tracking ebenfalls mit Circulor.

Darüber hinaus haben IBM, Ford und andere Unternehmen das Responsible Sourcing Blockchain Network (RSBN) ins Leben gerufen. Das Ziel des Zusammenschlusses ist die Bereitstellung einer Blockchain-Lösung für den Kampf gegen inhumane Arbeitsbedingungen. Auch der Autokonzern Fiat Chrysler trat dem Netzwerk bei. Er möchte die Blockchain zunächst für das Tracking von Kobalt nutzen. Später sollen jedoch auch die Lieferwege von Wolfram, Zinn, Gold und Coltan in digitaler Form nachvollziehbar sein. Denn diese Mineralien sind zwar für die Produktion von Elektroautos notwendig, ihr Abbau erfolgt jedoch oft ebenfalls unter höchst problematischen Bedingungen.

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