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Gary Gensler gibt sich kämpferisch Verschärft die SEC nach dem FTX-Crash ihren Anti-Krypto-Kurs?

Nach dem FTX-Kollaps wächst der Druck auf die SEC. Die feuert gegen Krypto-Firmen. Doch Kritiker sehen eine Mitschuld der Behörde am Desaster.

Giacomo Maihofer
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Gary Gensler

Beitragsbild: Picture Alliance

| Dem 65-jährigen SEC-Chef wird Mitschuld am FTX-Kollaps vorgeworfen

Gary Gensler, der Chef der US-Börsenaufsicht SEC, feuerte nach der milliardenschweren FTX-Affäre erneut einen Warnschuss gegen die Krypto-Branche. “Die Landebahn wird immer kürzer”, so der 65-Jährige gegenüber Bloomberg. Die meisten Akteure im Space seien “Wild-West-Casinos”. Die Botschaft ist klar: Die Zeit unregulierter Börsen und Co. ist abgelaufen.

Der SEC-Chef kritisierte auch die neu entstandene Praxis sogenannter “Proof of Reserves”. Sie wurde nach dem FTX-Crash populär. Das 135-Firmen-umspannende Krypto-Imperium von Sam Bankman-Fried kollabierte im November 2022 innerhalb einer Woche, nachdem Löcher in der Bilanz und Hinweise auf die Veruntreuung von Kundengeldern öffentlich wurden. Die US-Staatsanwaltschaft sieht FTX bereits jetzt als einen der “größten Finanzskandale” ihrer Geschichte. Zwischen 30 und 50 Milliarden US-Dollar sollen fehlen.

Kritiker fordern härteres Vorgehen der SEC

Als Reaktion auf die Katastrophe legten große Krypto-Börsen wie Binance ihre Vermögenswerte offen, um ihre Solvenz zu beweisen. Diese Form von Nachweis sei “weder eine vollständige Buchführung über die Aktiva und Passiva eines Unternehmens, noch genügt er der Trennung der Kundengelder gemäß den Wertpapiergesetzen”, so Gensler. Auch innerhalb der Krypto-Branche wurde die Praxis mit diesen Argumenten kritisiert, beispielsweise von Jesse Powell, ex-CEO von Kraken, einer führenden Krypto-Börse.

Bereits kurz nach dem Crash von FTX kamen in der Branche erste Befürchtungen auf, dass die SEC ihre Linie gegen Krypto verschärfen würde. So forderte die US-Demokratin und Kryptogegnerin Elizaberth Warren kurz danach “aggressivere Maßnahmen” gegen die Branche. “Die SEC hat keine Gesetze geschrieben und es versäumt, Katastrophen in der Branche vorherzusehen und die Verbraucher zu schützen, von Terra-Luna bis FTX”, kritisierte der Abgeordnete Josh Gottheimer in einer Anhörung Anfang Dezember 2022.

Keine klare Krypto-Regulierung

Die SEC befindet sich bereits mit mehreren großen Firmen im Rechtsstreit, darunter Ripple und Binance. Der Vorwurf: Ihre Tokens seien illegale Wertpapiere. Nach Sicht der Finanzaufsicht trifft das auf fast alle sogenannten Altcoins zu. Setzt sich diese Sichtweise durch, dürften den meisten Unternehmen saftige Geldstrafen, aber möglicherweise auch Haftstrafen drohen. Doch bisher fehlen noch klare Regularien für Krypto in den USA. Anfang des Jahres 2022 forderte US-Präsident Joe Biden die Schaffung eines Gesetzesrahmens für die Branche per Erlass.

Trägt die SEC Mitschuld?

Die SEC steht durch den FTX-Skandal nun unter Zugzwang. Der Generalanwalt der Behörde trat bereits zurück, nachdem Verstrickungen zwischen ihm und FTX-Gründer Sam Bankman-Fried öffentlich wurden.

Podcast

Einige US-Politiker sehen eine Mitschuld der SEC an dem Desaster, beispielsweise der republikanische Senator Tom Emmer. Gary Gensler habe “regulatorische Versäumnisse” zu verantworten und solle vor den Kongress gestellt werden.

Auch Brian Armstrong, CEO der größten US-Krypto-Börse, sieht Verantwortung bei der SEC. Ihre Untätigkeit beim Schaffen von gemäßigten Regularien hätten dazu geführt, dass 95 Prozent der Krypto-Börsen sich ins unregulierte Ausland flüchten. FTX war in den Bahamas registriert. Es mache keinen Sinn, nun US-Unternehmen für dieses Versagen zu bestrafen.

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