Trezor erlaubt seinen Nutzern künftig deutlich längere Passphrases: anstatt den bisherigen 50 Zeichen sind nun bis zu 128 Zeichen möglich. Das teilte der Hersteller am Sonntag im Rahmen seines Oktober-Updates mit. Nutzbar ist die Funktion mit aktueller Firmware auf den Modellen Model T, Safe 3, Safe 5 und Safe 7, ältere Versionen bleiben bei der alten Anzahl.
Die Passphrase ist bei Hardware-Wallets eine freiwillige Zusatzsicherung und fungiert als eine Art weiteres Passwort neben der Wiederherstellungsphrase. Wer die 24 Wörter in die Hände bekommt, kommt ohne die passende Passphrase trotzdem nicht an das Guthaben. Jede Passphrase öffnet dabei eine eigene Wallet, die ohne die richtige Eingabe schlicht leer erscheint.
Das Krypto-Drama bei Coldcard als Auslöser
Trezor verweist ausdrücklich auf die Angriffe auf Coldcard im Juli. Dort hatte ein Firmware-Fehler dazu geführt, dass einzelne Geräte Wiederherstellungsphrasen mit zu wenig Zufälligkeit erzeugten. Angreifer konnten diese Phrasen offline nachrechnen und anschließend tausende Adressen leerräumen, ganz ohne Zugriff auf die Geräte selbst. Nach Angaben von Trezor schützten starke und einzigartige Passphrasen einige Betroffene und verschafften ihnen Zeit, ihre Bestände in Sicherheit zu bringen.
Der tschechische Hardware-Wallet-Hersteller verbindet die Neuerung allerdings mit einer Warnung, denn die Funktion sei vor allem etwas für fortgeschrittene Nutzer. Wer die Passphrase falsch eintippt oder vergisst, verliere den Zugang zu seinen Coins unwiderruflich. Sie gehöre deshalb ebenso sorgfältig aufbewahrt wie die Wiederherstellungsphrase selbst.
Parallel beschäftigt Trezor ein eigener Fall. Vergangenen Freitag warnte das Unternehmen vor einem mutmaßlich manipulierten Gerät, das über einen früheren Händler verkauft worden war. Geprüft hat der Hersteller bislang aber nur Fotos und die Aussagen des Kunden, bestätigte Verluste gibt es hingegen nicht.

