Versteckter Spionage-Chip? 

Trezor warnt vor möglicher Manipulation: Diese Kunden sollten jetzt handeln

Trezor warnt Kunden vor möglicherweise manipulierten Hardware-Wallets. Ein verdächtiges Bauteil könnte sensible Daten ausspähen, weshalb bestimmte Käufer dringend handeln sollten.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt das Trezor-Logo auf einem Smartphone-Bildschirm

Beitragsbild: picture alliance

| In letzter Zeit kommt es immer wieder zu Sicherheitsvorfällen bei Wallet-Herstellern

Der Hardware Wallet-Hersteller Trezor warnt seine Kunden vor möglicherweise manipulierten Geräten. Wer seit März 2026 eine Hardware Wallet über den Händler CryptoBilis gekauft hat, soll seine Kryptowährungen umgehend auf eine neue Wallet übertragen. Hintergrund ist der Verdacht, dass in einem Trezor Safe 5 ein zusätzliches Bauteil eingebaut wurde, mit dem Angreifer sensible Informationen ausspähen könnten.

Wie Trezor am Freitag in einem Blockbeitrag mitteilte, ging der Hinweis am 28. Oktober ein. Das Unternehmen konnte die Wallet bislang nicht selbst untersuchen, hält die Meldung nach einem Videogespräch mit dem Kunden allerdings für glaubwürdig. Der Hersteller hatte CryptoBilis bereits Anfang Oktober aus seinem autorisierten Händlernetzwerk ausgeschlossen.

Trezor warnt vor Angriff auf Wiederherstellungsphrasen

Nach Angaben des Kunden befindet sich zwischen der Hauptplatine und dem Bildschirm der Wallet eine zusätzliche Platine mit Mobilfunkmodul und Antenne. Diese soll Informationen vom Display auslesen und über das Mobilfunknetz an Angreifer übertragen können. Besonders gefährlich wäre der Zugriff auf die Wiederherstellungsphrase, mit der sich eine Wallet auch ohne das ursprüngliche Gerät wiederherstellen lässt. Ob das gemeldete Implantat tatsächlich funktioniert, konnte Trezor bislang nicht überprüfen.

Betroffene Kunden sollen deshalb ihre Guthaben auf eine neu eingerichtete Wallet mit einer neuen Wiederherstellungsphrase übertragen. Die bisherige Phrase darf dabei nicht erneut verwendet werden. Wer ein entsprechendes Gerät noch nicht eingerichtet hat, sollte es nicht benutzen.

Der Händler CryptoBilis war bereits durch einen ähnlichen Vorfall beim Konkurrenten Ledger aufgefallen. Dort hatte der Hersteller Manipulationen an verkauften Hardware Wallets bestätigt, wobei Blockchain-Analysten die damit verbundenen Verluste auf mehr als 86 Millionen US-Dollar schätzen. Trezor untersuchte unterdessen vier weitere Kundengeräte des Händlers und fand nach eigenen Angaben keine Hinweise auf Manipulationen.

Für Trezor ist es nicht der erste Sicherheitsvorfall in diesem Jahr: Im August wurden bei einem Datenleck des Versanddienstleisters ShipMonk persönliche Informationen von rund 13.700 Kunden offengelegt. Im September meldete das Unternehmen weitere etwa 67.000 betroffene US-Kunden. Im aktuellen Fall sind Trezor nach eigenen Angaben bislang keine Verluste von Kundengeldern bekannt.

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