Update aktiviert 

Sicherheitslücke beim XRP Ledger: Wurde eine Schwachstelle unterschätzt?

Der XRP Ledger hat eine kritische Schwachstelle in seinem Berechtigungssystem geschlossen. Der Vorfall zeigt, welche Risiken selbst etablierte Blockchain-Netzwerke bergen.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt das Logo des XRP Ledgers auf einem Smartphone

Beitragsbild: Shutterstock

| Immer wieder treten Sicherheitslücken bei Blockchains auf

Auf dem XRP Ledger wurde eine Sicherheitslücke geschlossen, durch die bestimmte Konten unter bestimmten Voraussetzungen neue Token erzeugen konnten, obwohl sie lediglich zur Vernichtung bestehender Einheiten berechtigt waren. Das Problem betraf insbesondere ausgegebene Vermögenswerte wie Stablecoins, deren Angebot dadurch theoretisch unerlaubt hätte erhöht werden können. Die Kryptowährung XRP selbst war von der Schwachstelle nicht betroffen, zudem sind bislang keine Fälle bekannt, in denen Angreifer den Fehler tatsächlich ausgenutzt haben.

Das entsprechende Softwareupdate mit der Bezeichnung fixCleanup3_4_0 wurde am Mittwoch, dem 4. November, um 14:52 Uhr UTC aktiviert und ist seitdem Bestandteil des Netzwerks. Ursprünglich sollte die Korrektur bereits im Oktober erfolgen, allerdings verzögerte sich die Einführung aufgrund einer kurzfristig gesunkenen Zustimmung unter den Validatoren. Nachdem die erforderliche Unterstützung erneut erreicht worden war, konnte das Update schließlich bei Ledger 108.112.129 erfolgreich umgesetzt werden.

XRP Ledger erhält Zustimmung der Validatoren

Hinter der Schwachstelle steckte ein Fehler im Berechtigungssystem des XRP Ledgers, über das Konten bestimmte Aufgaben an andere Teilnehmer übertragen können. Beispielsweise kann ein Stablecoin-Emittent einem Zahlungsdienst erlauben, Token bei einer Rückzahlung zu vernichten, ohne ihm die Ausgabe neuer Einheiten zu gestatten. Durch den Programmierfehler war diese Trennung unter bestimmten Bedingungen jedoch nicht gewährleistet.

Damit derartige Änderungen am Netzwerk aktiviert werden können, müssen mehr als 80 Prozent der vertrauenswürdigen Validatoren ihre Zustimmung über einen Zeitraum von 14 aufeinanderfolgenden Tagen aufrechterhalten. Im Oktober wurde diese Schwelle kurzzeitig unterschritten, weshalb die vorgesehene Wartefrist erneut beginnen musste. Erst nach zwei weiteren Wochen ausreichender Unterstützung konnte die Sicherheitskorrektur freigeschaltet werden.

Neben der behobenen Schwachstelle enthält das Update weitere Anpassungen für geplante Funktionen des XRP Ledgers, darunter das künftige Kreditvergabesystem und Single Asset Vaults. Bei diesen handelt es sich um Pools, in denen Nutzer digitale Vermögenswerte hinterlegen können, um die Kreditvergabe zu ermöglichen. Die Entwickler korrigierten unter anderem Berechnungen für Einzahlungen und Abhebungen sowie die Einstufung überfälliger Kredite.

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