Von 100 auf 0 Iron.Finance und Mark Cuban äußern sich zum TITAN-Bank-Run
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Iron.Finance Bank Run (Symbolbild)

Quelle: Shutterstock

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Der Titanium Token (TITAN) des DeFi-Protokolls Iron Finance ist binnen kürzester Zeit von über über 60 USD auf 0 USD gefallen. Nutzer:innen sind nun dazu angehalten, ihre Einlagen aus den Liquiditäts-Pools abzuziehen. Das Projekt ist derzeit um Aufklärung bemüht. Auch Starinvestor Mark Cuban hat sich zum “Bank Run” geäußert – und fordert schärfere Regularien.

Eine weitere Schreckensmeldung macht die Gefahren deutlich, die im Wilden Westen der decentralized Finance (DeFi) auf unvorsichtige Investor:innen warten. Diesmal hat es das DeFi-Projekt Iron Finance getroffen. Iron Finance bietet mit IRON einen Stablecoin für die Binance Smart Chain (BSC) und Polygon an. Im Gegensatz zu zentralisierten Stablecoins wie USDC ist IRON jedoch nicht 1:1 durch Fiatgeld gedeckt. Stattdessen setzt IRON auf ein duales Token-System, bestehend aus dem Stablecoin USDC und einem volatilen Token, der auf BSC STEEL und in Polygon Titanium (TITAN) heißt. USDC, die das Protokoll als Sicherheit speichert, werden bis zu 75 Prozent in diverse DeFi-Liquiditätspools investiert, während die restlichen 25 Prozent vom Protokoll behalten werden, um den Rücktausch von IRON-Token in USDC zu bedienen.


Aus bislang ungeklärten Gründen ist der TITAN-Kurs in der Nacht zum 17. Juni massiv eingebrochen. Von 65 USD ist TITAN binnen weniger Stunden auf fast 0 USD (0.000008225 USD) gefallen und damit praktisch wertlos geworden. Auf Twitter sprach das Team von Iron Finance von einem “Bank Run” und kündigte eine Aufarbeitung des Vorfalls an. Viele TITAN Holder unterstellen dem Projekt einen “Rug Pull”, also die Veruntreuung der Nutzer-Assets durch die Projektführung. Iron Finance weist derartige Vorwürfe auf der Projekt-Homepage zurück.

Mitteilung auf der Homepage von Iron.Finance

Danach habe es weder einen Hack noch einen Inside-Job gegeben, heißt es dort. Geprellte Hodler:innen dürfte das kaum beruhigen, schließlich bleiben damit nur zwei Möglichkeiten offen: Entweder sind die Tokenomics von Iron.Finance alles andere als ausgereift, oder ein fehlerhafter Smart Contract war – trotz Audit – für den Crash verantwortlich. Auffällig ist zumindest, dass das Protokoll anstelle der anvisierten maximalen Umlaufmenge von einer Milliarde TITAN fröhlich frische Token druckte. Laut Coingecko sind läppische 27,8 Billionen TITAN im Umlauf.

Auch Mark Cuban hat sich mit TITAN verzockt

Auch der prominente US-amerikanische Investor Mark Cuban ist von dem TITAN-Crash betroffen. Noch am Sonntag schwärmte Cuban über die “Brillianz” von Yield Farming und Liquidity Mining, zwei zentrale Anwendungsbeispiele von DeFi. Auf seinem Blog plauderte Cuban aus dem Nähkästchen: Er sei ein kleiner Liquidity Provider für das Tauschpaar DAI/TITAN auf der DEX QuickSwap.

Offenbar ist Cuban jedoch mit einem blauen Auge davon gekommen.

Ich wurde getroffen wie jeder andere auch. Das Verrückte ist, dass ich es herausschaffte, dachte, sie würden ihre TVL genug erhöhen. Dann Bam,

erklärt Cuban via Tweet.


Die Aufklärung des Vorfalls durch Iron.Finance lässt zu Redaktionsschluss noch auf sich warten.

UPDATE – 18.6.2021 11:04

Das Team hat mittlerweile das versprochene “Post-Mortem” veröffentlicht. Danach hätten Wale im Ökosystem massive Verkäufe vorgenommen, die bei den anderen Holdern Panik verursacht haben. Die Folge: Nutzer verkauften massenweise ihre TITAN Token und lösten IRON gegen USDC ein. Daher spricht Iron.Finance auch in der Aufbereitung des Vorfalls von einem “Bank Run”.

Was wir gerade erlebt haben, ist das Schlimmste, was dem Protokoll passieren könnte, ein historischer Bank run im modernen High-Tech-Krypto-Space. Denkt daran, dass Iron.finance ein teilweise besicherter Stablecoin ist, der ähnlich wie das Mindestreserve-Banking der modernen Welt ist. Wenn die Leute in Panik geraten und zur Bank rennen, um ihr Geld in einem kurzen Zeitraum abzuheben, kann und wird die Bank zusammenbrechen,

erklärt das Iron.Finance-Team.

Auch Mark Cuban hat sich erneut zur Causa Iron.Finance geäußert. Gegenüber dem US-Nachrichtenportal Bloomberg räumt der Starinvestor ein, “zu faul” gewesen zu sein, um die Mathematik des algorithmisch gedeckten Stablecoins IRON zu durchdringen. Dabei regte Cuban an, dass es regulatorische Richtlinien für Stablecoins geben sollte.

Wenn die Besicherung nicht 1 zu 1 ist, sollte die Mathematik der Risiken für alle Benutzer klar definiert und vor der Freigabe genehmigt werden müssen? Vermutlich, da Stablecoins höchstwahrscheinlich Hunderte von Millionen oder mehr an Wert erreichen müssen, um nützlich zu sein, sollten sie sich registrieren müssen,

mutmaßt der Shark-Tank-Star gegenüber Bloomberg.




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