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Top 5 Methoden im Vergleich Ethereum (ETH): Wo gibt es die höchsten Staking Rewards?

Inzwischen existieren eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie man seine Ethereum staken kann. Diese Methoden gibt es und so profitabel sind sie.

Leon Waidmann
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Ethereum

Beitragsbild: Shutterstock

In den letzten Monaten ist die Ethereum-Stake-Rate, also die Anzahl an ETH, die gestaked werden, kontinuierlich gestiegen – wenig verwunderlich, ist doch Ethereum gerade erst mit dem Merge von Proof of Work auf den Proof-of-Stake-Konsensmechanismus umgestiegen.

Ethereum Staking-Rate
Ethereum Staking-Rate. Quelle: cryptoquant.com

Mittlerweile befinden sich knapp 12 Prozent aller ETH im Staking. In US-Dollar beläuft sich der Wert aller gestakten Ether damit derzeit auf 24,1 Milliarden.

Wie viel kann man mit Ethereum-Staking verdienen?

Wie viel man letztlich mit Ethereum Staking verdienen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend für die zu erwartende Staking-Rendite ist, wie viele Ethereum insgesamt gestakt werden, wie hoch die Auslastung der Ethereum Blockchain ist und auch welche Staking-Methode man verwendet.

Derzeit erhalten ETH-Staker laut Stakingrewards.com im Schnitt rund 4,79 Prozent APY in ETH auf ihr gestakten Ether. APY steht für Annual Percentage Yield (jährliche prozentuale Rendite) und dient zur Berechnung der echten Rendite, die auf einem Konto im Laufe eines Jahres verdient werden.

Doch welche Staking-Methoden gibt es? Welche Rendite können Anleger erwarten und welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Methoden?

1. Eigenen Staking-Validator betreiben (schwer): APY 4 – 5 %

Seinen eigenen Ethereum-Staking-Validator zu betreiben, ist der Goldstandard des Staking. Als User erhält man mit dieser Methode 100 Prozent der Staking Rewards, ist jederzeit in Besitz seiner ETH und verbessert die Dezentralität des Ethereum-Netzwerks.

Grundvoraussetzung für Solo-Staking sind 32 ETH. Diese werden benötigt, damit die ETH 2.0 Validatoren Software, auch Client Nodesoftware genannt, auf einem Computer, der dauerhaft online sein muss, ausgeführt werden kann.

Bei der Wahl der Nodesoftware kann man zwischen mehreren Anbietern auswählen. Die bekanntesten sind derzeit Prysm Client von Prysmatic Labs, Nimbus, Teku und Lighthouse. Anschließend kann man den Anweisungen auf der offiziellen Ethereum 2.0 Seite folgen und sich die zahlreichen Staking-Guides auf Youtube anschauen.

Insgesamt bedarf diese Staking-Methode einigem an technischem Wissen, ausreichend Kapital und gewisse Hardware-Voraussetzungen. Solo-Staking ist daher nicht für jeden geeignet und sollte nur von Investoren betrieben werden, die sich mit der Materie wirklich auskennen.

Pro:

  • 100 Prozent Staking Rewards.
  • Jederzeit vollständige Kontrolle über seine ETH.
  • Verbessert die Dezentralität von Ethereum.

Contra:

  • Man benötigt 32 ETH.
  • Erfordert Staking-Hardware und technisches Know-how.
  • Selbst gestakte Ethereum lassen sich noch nicht transferieren.

2. Ethereum Staking als Service (einfach): 4 – 4,5 % APY

Staking als Service ist eine Kategorie des Stakings, bei der User ebenfalls 32 ETH benötigen. Im Gegenteil zu Solo-Staking, können Investoren bei dieser Art des Staking jedoch den Betrieb und die Verwaltung ihrer Staking-Node an einen Drittanbieter auslagern.

Im Gegenzug dafür müssen sie jedoch eine monatliche Gebühr an den Anbieter zahlen oder ihnen wird ein Teil ihrer Staking-Rendite abgezogen. Diese Methode eignet sich somit für Investoren, die 32 ETH besitzen und Staking betreiben möchten, aber keine Lust und Zeit haben, sich mit der Verwaltung und dem Betrieb einer Staking-Node zu beschäftigen.

Zu bekanntesten Firmen, die derzeit die höchsten Renditen im Staking-als-Service-Sektor bieten, gehören Allnodes, Abyss Finance, Avado und Blox Staking. Zudem gibt es derzeit Spekulationen, dass Google in Zukunft ebenfalls in das Ethereum-Staking-Service-Geschäft einzusteigen.

Pro:

  • Es sind keine technischen Vorkenntnisse erforderlich.
  • Bei den meisten Staking-als-Serice-Anbietern ist man nach wie vor zu 100 Prozent im Besitz seiner ETH.
  • Private Key muss nicht zwangsläufig mit dem Staking-Anbieter geteilt werden.

Contra:

  • Man benötigt 32 ETH.
  • Weniger profitabel als die meisten anderen Staking-Methoden
  • Gestakte Ethereum lassen sich noch nicht transferieren.

3. Ethereum auf Krypto-Börsen staken (sehr einfach): 4 – 5,2 % APY

Eine der unkompliziertesten Methoden, um seine Ether zu staken, ist das Staking auf Krypto-Börsen wie Coinbase, Binance, oder Kraken. Diese betreiben ETH-Staking im Namen ihrer Kunden und zahlen Staking Rewards direkt an ihre User aus.

Die Renditen können bei dieser Methode von Börse zu Börse sehr unterschiedlich ausfallen. Das liegt daran, dass jede Krypto-Börse selbst entscheidet, wie viel Staking Rewards sie an ihre User auszahlt und welchen Prozentsatz sie selbst einbehält.

Bei Binance erhalten User derzeit beispielsweise rund fünf Prozent, während Coinbase lediglich vier Prozent APY an seine Kunden auszahlt. Im Einzelfall sollte man daher zunächst überprüfen, an welche Bedingungen Staking bei der jeweiligen Börse geknüpft ist und welchen APY man erwarten kann.

Bei der Krypto-Börse Binance erhält man derzeit die höchste Staking-Rendite (bis zu 5,2 Prozent APY) unter den Krypto-Börsen.

Pro:

  • Äußerst einfache Staking-Methode, da die Börse Investoren die Arbeit abnimmt.
  • Man benötigt keine 32 ETH, um Staking zu betreiben.
  • Auf manchen Krypto-Börsen genauso profitabel wie Solo-Staking.
  • Kein Mindest-Staking-Betrag.

Contra:

  • Persönliche Daten müssen Krypto-Börsen anvertraut werden (KYC-Verfahren).
  • Not your keys, not your Ethereum.
  • Kann der Dezentralität der ETH Blockchain schaden.
  • Gefahr durch Hacks.
  • Mangelnde Regulierung.
  • Staking-Rendite ist von Börse zu Börse unterschiedlich.

4. Ethereum Liquid Staking (einfach): 4 – 5,5 % APY

Liquid Staking löst einige der Nachteile von Staking auf Krypto-Börsen und kann noch höhere Renditen ermöglichen. Als Anleger zahlt man seine ETH in DeFi-Protokolle wie Lido Finance (LDO, Rocket Pool (RPL) oder neuerdings auch auf manchen Krypto-Börsen ein und erhält im Gegenzug einen Liquid Staking Token.

Dieser Liquid Staking Token ist 1:1 an den Kurs von Ethereum gekoppelt und kann jederzeit gehandelt werden. Im Gegensatz zu Solo-Staking oder Staking-als-Service bedeutet das, dass man nicht an eine Sperrfrist gebunden ist und somit seine ETH jederzeit in Euro oder andere Kryptowährungen tauschen kann und trotzdem kontinuierlich Staking Rewards erhält.

Ein großer Nachteil bei dieser Methode ist jedoch, dass man zusätzliche Smart-Contract-Risiken eingeht, man einem Liquid-Staking-Anbieter vertrauen muss und somit keinen Private Key besitzt, mit denen man auf seine gestakten ETH zugreifen kann.

Die bekanntesten Ethereum Liquid Staking Token sind derzeit stETH (Lido Finance) und RETH (Rocket Pool). Die höchste Rendite bietet derzeit stETH von Lido mit einem APY von 5,5 Prozent.

Mehr zu Liquid Staking erfahrt ihr in folgendem Beitrag:

Pro:

  • Liquid Staking ETH akkumulieren automatisch Staking Rewards.
  • Kein Mindest-Staking-Betrag.
  • Liquid Staking Token können in DeFi eingesetzt werden.

Contra:

  • Smart-Contract-Risiken.
  • Not your keys, not your Ethereum.
  • Man muss DeFi-Protokollen oder Anbietern von Liquid Staking vertrauen
  • Kann der Dezentralität der ETH Blockchain schaden.

5. Liquid Staking mit DeFi kombinieren (schwer): 10 – 20 % APY

Einer der größten Vorteile von Liquid Staking Token ist, dass sie sich in der Welt der Decentralized Finance einsetzen lassen. Dadurch ist es möglich, dass man neben den Staking-Belohnungen weitere Zinsen mit der Hilfe von DeFi-Protokollen generieren kann.

Beispielsweise kann man auf einer dezentralen Börse wie Curve (CRV) Liquidität für das Handelspaar ETH/stETH bereitzustellen. Zusätzlich zu den Staking-Belohnungen kann man so Trading-Gebühren und Liquidity-Mining-Belohnungen in Form von CRV und LDO Token erhalten, wodurch man seinen APY auf fünf bis sechs Prozent steigern kann.

Eine weitere Option, mit der man seine ETH Staking Rewards in DeFi maximieren kann, sind automatisierte Smart-Contract-Anlagestrategien. Diese kopieren Anlagestrategien aus der traditionellen Finanzwelt, bauen sie mit Smart Contracts nach oder erweitern sie und wenden sie auf Token wie ETH oder auch Liquid Staking Token am, um Renditen zu maximieren.

Ein Beispiel für eine solche Anlagestrategie wäre icETH, ein von Index Coop (INDEX) entwickelte Token, der stETH automatisch hebelt, wodurch man seine Staking-Rendite auf einen APY von 10 bis 11 Prozent steigern kann.

Die Strategie von icETH besteht darin, stETH von Lido bei Aave zu hinterlegen, um sie zu beleihen, um anschließend mit geringem Hebel (etwa 2,67x) noch mehr stETH zu kaufen.

Ein weiteres DeFi-Projekt, dass dieselbe Strategie anbietet, ist Instadapp.io. Im Gegensatz zum Produkt von Index Coop erhält man bei Instadapp jedoch keinen Token, sondern zahlt seine ETH in einen Smart Contract Vault ein, der die gehebelte Anlagestrategie automatisch durchführt.

Der Nachteil bei derartigen Strategien ist, dass man zusätzliche Smart-Contract-Risiken eingeht und je nach Strategie und Kursschwankungen auch einen Totalverlust erleiden kann. Als Faustregel gilt: Je höher der APY, desto höher ist in der Regel auch das Risiko.

Pro:

  • Sehr hohe Renditen.
  • Kein Mindest-Staking-Betrag.
  • DeFi-Anlagestrategien sind transparent und Risiken können in Echtzeit On-Chain mitverfolgt werden.

Contra:

  • Zusätzliche Smart-Contract-Risiken.
  • Nicht für DeFi-Anfänger geeignet.
  • Not your keys, not your Ethereum.
  • Vergleichsweise volatile Rendite, wenn Liquidity-Mining-Belohnungen in Krypto-Token ausgezahlt werden.
  • Bei extremen Kursschwankungen kann es bei bestimmten DeFi-Anlagestrategien zum Totalverlust kommen.
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