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How to DYOR Do Your Own Research: Wie man einen Token analysiert – Teil 1

Vor einem Krypto-Investment sollte man einen Token einer gründlichen Betrachtung unterziehen. Fragestellungen wie Tokenverteilung, Technologie oder Regulierung spielen hier eine wichtige Rolle. Dabei kann man sich gut an verschiedenen Leitlinien zur eigenen Due Dilligence orientieren.

Dr. Philipp Giese
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Mikroskop

Beitragsbild: Shutterstock

DYOR – Do Your Own Research: Die Fähigkeit zur Eigenrecherche gehört zu den Grundkompetenzen, die erfolgreiche Anleger – egal ob traditionell oder Krypto-affin – mitbringen müssen. Im Fall von ICO-Investments spielt die Analyse der Token-Struktur eine große Rolle. So kann man den Token eines Projekts bezüglich der Technologie, der regulatorischen Einordnung und des anvisierten Use Cases genauer evaluieren.

Was die Klassifikation betrifft, existieren verschiedene Systeme, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen und  dabei unterschiedlich komplex sind. Diese Artikelreihe stellt einige Systeme vor, die potentiellen Krypto-Investoren bei der Recherche helfen können.

Token-Verteilung

Als Beginn der Analyse eines ICO, einer Hard Fork oder dem Start einer neuen Kryptowährung lohnt ein Blick auf Tokenverteilung. Liegt dort bereits von Anfang an eine extreme Zentralisierung vor? Wenn nach einem ICO immer noch ein Großteil der Token beim Projekt liegen werden, hat dieses den Preis derselben in der Hand und können gegebenenfalls Pump-and-Dump-Manöver initiieren. Dasselbe lässt sich im Fall von Hard Forks und neuen Kryptowährungen zum Pre-Mining sagen.

Technische Betrachtung

Technik-affine Menschen treffen eine Unterscheidung danach, ob die Token nativ zu einer Blockchain gehören oder auf einer schon laufenden Blockchain emittiert wurden. So ist Ether (ETH) das native Asset der Ethereum Blockchain, während beispielsweise der Basic Attention Token (BAT) liegt der Token nur einer von zahlreichen ERC-20 Token ist, die keine eigene Blockchain haben, sondern auf Ethereum zurückgreifen.

Was also Fragestellungen wie Skalierbarkeit oder der Transaktionsgeschwindigkeit betrifft, ist im Fall von BAT und anderen ERC-20 Token zu bedenken, dass viele verschiedene Use-Cases auf der Ethereum-Blockchain laufen und es gegebenenfalls zu Engpässen kommt. Auf der anderen Seite ist die technische Analyse eines ERC20-Token einfacher als etwa im Fall von Bitcoin, da der zugrundeliegende Smart Contract oft in Solidity geschrieben und deshalb besser überprüfbar ist.

Externe Faktoren: Regulierung

Es existieren jedoch auch Ansätze, die weniger von der zugrundeliegenden Technik als vielmehr von der Regulierung ausgehen. Der Bundesverband Blockchain trifft diese Unterscheidung:

  • Kryptowährungen dienen primär als Zahlungsmittel. Ein gutes Beispiel hierfür ist Bitcoin.
  • Utility Token besitzen eine bestimmte Funktion jenseits der Nutzung als Zahlungsmittel. Ein gutes Beispiel hierfür ist Ethereum, eine Kryptowährung, die man dank der Smart Contracts zu deutlich mehr Dingen als zu Zahlungszwecken verwenden kann.
  • Security Token ähneln von ihrer Form her Wertpapieren. Sie entsprechen also Aktien, sodass Mitspracherechte und/oder Dividendenausschüttungen möglich sind. Beispiele hierfür sind Token, deren reiner Besitz zu einer weiteren Ausschüttung führt wie beispielsweise NEO.

Diese Unterscheidung ist für Investoren wichtig, da regulatorische Organe die drei Token-Formen unterschiedlich betrachten. Die Betrachtung als Wertpapier, die bei Security Token vorkommt, ist steuerrechtlich relevant. Außerdem bringt diese Einordnung für Veranstalter eines ICOs besondere regulatorische Anforderungen mit sich.

Ein Framework, das Investoren gerade im regulatorischen Bereich verwendeten, ist der Howie-Test. Dieser ist nicht mehr ganz aktuell, da die SEC aktuell fast jeden ICO als Security klassifiziert. Dennoch bietet der Howie-Test immer noch eine Hilfestellung bei der rechtlichen Einordnung.

Die drei betrachteten Gesichtspunkte – Tokenverteilung, technische und regulatorische Betrachtung – helfen bei einer Klassifizierung und Risikobetrachtung. Damit wird man dem Anspruch „Do your own research“ gerecht. Im nächsten Artikel stellen wir komplexere Klassifikationssysteme vor, die einen Abgleich des Use-Cases mit der Tokenstruktur ermöglichen.

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