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Deutsche Bundesbank Burkhard Balz teilt gegen private Kryptowährungen aus

Der Euro wird digital. Die EZB hat bereits die nächste Untersuchungsphase für die Entwicklung einer digitalen Zentralbankversion eingeleitet. Wie Bundesbank-Vorstandsmitglied Balz erklärt, sei die Entwicklung auch auf den Druck aus dem Privatsektor beschleunigt.

Moritz Draht
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Beitragsbild: Deutsche Bundesbank

| Burkhard Balz, Vorstand der Deutschen Bundesbank, fotografiert in der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst/Deutsche Bundesbank

Als Facebook vor rund zwei Jahren Jahren das Projekt Libra ins Leben rief, war der Aufschrei groß – vor allem vonseiten der Zentralbanken. Mit einer eigenen Digitalwährung hätte die Plattform, die immerhin von 1,8 Milliarden Menschen täglich genutzt wird, die globale Währungsordnung praktisch im Alleingang ins Wanken bringen können. Dem Druck der Regulatoren hielt das Projekt zwar letztlich nicht stand. Doch vom Tisch ist das Stablecoin-Vorhaben damit noch nicht. Der Social-Media-Riese hat mit Diem, einer Art “Libra-Light”, bereits den nächsten Versuch gestartet. Vor allem aber hat der Konzern mit Libra die Entwicklung digitaler Zentralbankwährungen beschleunigt. Weltweit laufen entsprechende Planungen seither auf Hochtouren. China hat mit seinem DC/EP bereits deutliche Fortschritte gemacht und auch die USA haben bereits eine Reihe von Pilotprogrammen für einen Digitalen Dollar gestartet.

Auch die europäische Zentralbank hat vor wenigen Wochen den offiziellen Startschuss für eine 24-monatige Untersuchungsphase für den E-Euro gegeben. In welcher Form die CBDC (Central Bank Digital Currency) kommt, ob nur als Wholesale-Lösung für den Großhandel und Interbankenverkehr, oder als Retail-Lösung auch für EU-Bürger, ist zwar noch unklar. Dass der E-Euro aber früher oder später kommt, gilt als ziemlich sicher; auch wenn die infrastrukturellen Rahmenbedingungen noch offen sind, wie Burkhard Balz im ntv-Podcast “So techt Deutschland” erklärt. Das Bundesbank-Vorstandsmitglied hält auch eine Blockchain-basierte Digitalwährung für nicht ausgeschlossen. Die Ausgestaltung sei schließlich noch ergebnisoffen und letztlich davon abhängig, “was politisch gewollt ist”.

Keine “totale Anonymität”

Anonyme Zahlungen scheinen jedoch nicht zu den politisch gewollten Kriterien zu gehören. “Totale Anonymität wird es nicht geben können”, erklärt Balz. Branchenkenner wie Jonas Groß vom Frankfurt School Blockchain Center wird jedoch genau das gefordert. „Der digitale Euro sollte einen hohen Grad an Privatsphäre gewährleisten“, hat der Währungsexperte und Projektmanager gegenüber BTC-ECHO erklärt.

Balz räumt auch ein, dass die EZB wohl mit Blick auf Facebooks Krypto-Vorhaben Druck bei der E-Euro-Entwicklung macht. Zwar wäre ein Start in Europa “außerordentlich schwierig geworden”. Die Währungshoheit wolle man aber “natürlich nicht kampflos an Private abgeben”. So hat Facebook wohl eher unfreiwillig den finalen Anstoß für das globale CBDC-Wettrüsten gegeben. Inwieweit Diem, falls der Stablecoin denn kommt, überhaupt noch relevant ist, sobald die digitalen Zentralbankwährungen das Licht der Welt erblicken, ist jedenfalls fraglich.

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