Auf dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole erteilt Pablo Hernandez de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Nutzung von Stablecoins als massentaugliches Zahlungsmittel eine Absage. Der potentielle Nachfolger von EZB-Präsidentin Christine Lagarde betont, dass tokenisierte Bankeinlagen eine überzeugendere Grundlage bieten, um die Vorteile der Blockchain zu nutzen. Zwar könnten beide Instrumente koexistieren, Stablecoins sollten jedoch auf Spezialanwendungen beschränkt bleiben.
US-Finanzminister Scott Bessent stuft die preisstabile Stablecoins hingegen als digitale Revolution ein, welche die Rolle des US-Dollars in der Welt stärken und die Nachfrage nach US-Staatsanleihen sichern. Mit einer Marktkapitalisierung von 290 Milliarden US-Dollar gehören Stablecoins inzwischen zu einer der wichtigsten Krypto-Kategorien, wobei rund 99 Prozent auf Dollar-gekoppelte Angebote entfallen, darunter USDT von Tether und USDC von Circle. Mit seiner Ankündigung, die Rückkäufe von länger laufenden US-Staatsanleihen deutlich ausweiten zu wollen, heizte Bessent die jüngste Bitcoin-Rallye an.
Währungspolitische Souveränität gefährdet
Laut dem spanischen BIZ-Generaldirektor würden Stablecoins allerdings die “Einheitlichkeit des Geldes” aushebeln, da Nutzer beim Wechsel zwischen verschiedenen Produkten Gebühren zahlen müssten. Die fehlende Interoperabilität und Kontrollprobleme bei der Geldwäschebekämpfung verstärken die Vorbehalte des Währungshüters. Außerhalb der USA drohe eine “digitale Dollarisierung”, welche die nationale Geldpolitik schwäche und die Abhängigkeit von externen Entscheidungen erhöhe.
Tokenisierte Einlagen bieten De Cos zufolge einen direkteren Weg zur Nutzung der DLT-Technologie, ohne die Fundamente des bestehenden Geldsystems zu gefährden. Dennoch stehen auch sie vor strukturellen Hürden. Er verweist darauf, dass vor einer flächendeckenden Einführung noch Fragen zur Interoperabilität, der Governance sowie rechtliche Rahmenbedingungen bei der Finalität von Abwicklungen geklärt werden müssten. Unterdessen schreitet die Stablecoin Adoption auch im Euroraum voran.

