Noch vor wenigen Jahren äußerte sich der US-amerikanische Self-Made-Milliardär Mark Cuban denkbar positiv über Kryptowährungen – und vor allem über Ethereum. So erklärte er in einem Interview mit CNBC im Oktober 2021, dass Ether unter den digitalen Assets das größte Aufwärtspotenzial habe. Zwar fand er Bitcoin “besser als Gold“, wollte es aber gegenüber Ethereum trotzdem nicht empfehlen. Inzwischen hat sich seine Meinung jedoch deutlich zum Negativen gewandelt.
Schon im Mai gab der heute 68-Jährige bekannt, dass er den Großteil seiner Bitcoin verkauft habe, weil sie sich nicht als die von ihm erwartete Absicherung erwiesen hätten. Die Krypto-Leitwährung würde sich eher wie eine Tech-Aktie mit hohem Beta-Faktor als wie ein sicherer Hafen verhalten. In einem neuen Interview räumt Cuban ein, dass ihn bei Ethereum früher insbesondere die Smart-Contract-Funktionalität begeisterte, weil diese eine umfängliche Entwicklung dezentraler Finanzanwendungen ermöglichte.
Überangebot als größtes Krypto-Problem?
“Zum Beispiel, um das Wetter zu verfolgen, damit ich eine Wetterversicherung für ein Spiel der Mavs abschließen könnte, falls es schneit – so etwas in der Art”, erklärte der Minderheitseigentümer des Profibasketball-Teams der Dallas Maverick. Doch das habe sich nie materialisiert. Der größte Nachteil von Kryptowährungen sei schon immer gewesen, dass die Grenzkosten für die Schaffung einer wettbewerbsfähigen Blockchain nahe Null liegen. Alle hätten versucht, das gleiche Spiel zu spielen: “Wie kann ich aus einer neuen Blockchain möglichst viel Geld herausholen?”
Eine völlig andere Meinung vertritt Tom Lee, Chairman der Ethereum-Treasury-Firma Bitmine und dezidierter Permabulle. Er geht davon aus, dass die zweitgrößte Kryptowährung den Abstand zu Bitcoin im nächsten Bullrun deutlich reduzieren könnte und eine ETH/BTC-Ratio von 0,08. Doch selbst im “konservativen” Fall, einer ETH/BTC-Ratio von 0,04, könnte der Ethereum-Kurs auf 6.000 US-Dollar steigen – wenn Bitcoin die 150.000 US-Dollar überschreitet.
