Das US-Finanzministerium reagiert auf die jüngsten Turbulenzen am Anleihemarkt. Ab dem 9. September verdoppelt das Treasury seine Buybacks für langlaufende US-Staatsanleihen: Statt bislang maximal zwei Milliarden US-Dollar sollen künftig mindestens vier Milliarden US-Dollar pro Rückkaufoperation möglich sein. Betroffen sind Anleihen mit Laufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren. Die Regelung gilt zunächst bis zum 4. November. Bei Bitcoin sorgte die Meldung für eine Erholung auf über 68.000 US-Dollar.
Die Ankündigung kam nach einem heftigen Ausverkauf am langen Ende des US-Bondmarktes. Die Rendite 30-jähriger Treasuries war zuvor auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen. Nach der Meldung fiel sie zeitweise auf etwa 5,20 Prozent, auch der US-Dollar gab nach.
In sozialen Netzwerken wird der Schritt von manchen bereits als eine Art “QE Lite” oder indirekte Form der Yield Curve Control interpretiert. Das Treasury begründet die höheren Rückkäufe ausdrücklich damit, die Liquidität in länger laufenden Staatsanleihen zu verbessern. Das Buyback-Programm selbst ist zudem nicht neu.
Finanzmarktexperte sieht Kaufchance
Bitcoin reagierte auf die Meldung äußerst positiv. BTC stieg bis auf rund 68.500 US-Dollar und liegt damit knapp sechs Prozent im Plus. Auch Ethereum, XRP und Co. legten zu. Gleichzeitig profitierten Gold und andere Risk Assets. Der US-Dollar und die Renditen langlaufender Staatsanleihen gaben dagegen deutlich nach.
Finanzmarktexperte Brent Donnelly sieht darin ein zunehmend attraktives Setup für Bitcoin. Mit Blick auf die Treasury-Ankündigung, die Erholung bei Gold und die zuvor lange schwache BTC-Entwicklung schreibt er: “Der Zeitpunkt, Bitcoin zu kaufen, ist jetzt – nicht später.”
Unterhalb von 60.000 US-Dollar wäre seine These nach eigener Einschätzung hinfällig. Sollte der Trade aufgehen, hält Donnelly dagegen bis Mitte Oktober Kurse im Bereich von 78.000 bis 80.000 US-Dollar für möglich. Auch die derzeit niedrige implizite Volatilität am Optionsmarkt bewertet er als attraktiv für entsprechende Strategien.
Zusätzliche Argumente für die Bitcoin-Bullen liefert derzeit auch BlackRock. Der weltgrößte Vermögensverwalter kommt in einer aktuellen Analyse zu dem Ergebnis, dass bereits eine Bitcoin-Beimischung von ein bis zwei Prozent die risikobereinigte Rendite klassischer Portfolios in der Vergangenheit verbessert hätte.

