"Regulated Layer One" 

Zehn Finanzinstitute starten gemeinsame Blockchain für Europa

Zehn europäische Finanzinstitute starten eine gemeinsame Blockchain-Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere. Das Projekt soll den fragmentierten DLT-Markt zusammenführen.

Jan-Malte Minnerup
Teilen
EZB-Gebäude in Frankfurt

Beitragsbild: Shutterstock

| Europäische Finanzinstitute wollen eigene Blockchain-Infrastruktur

Die Tokenisierung gehört zu den größten Zukunftsmärkten der Krypto-Welt. In Europa hat man dem Trend bislang aber eher von der Seitenlinie aus zugeschaut. Das soll sich jetzt ändern. Zehn Banken und Finanzdienstleister bündeln dafür ihre Blockchain-Aktivitäten in einem gemeinsamen Netzwerk.

Europas Antwort auf den Blockchain-Flickenteppich

Mit der Regulated Layer One sollen tokenisierte Wertpapiere und institutionelle Abwicklungen künftig auf einer einheitlichen Infrastruktur miteinander verbunden werden. Um keine eigene technische Infrastruktur erstellen zu müssen, hat die Genossenschaft dafür das bisherige DLT-Netzwerk des Frankfurter Fintech-Unternehmens SWIAT übernommen.

RL1 ist aber keine öffentliche Blockchain. Nur zugelassene Teilnehmer können auf das Netzwerk zugreifen. Zu den zehn Gründungsmitgliedern der neuen Blockchain gehören unter anderem Größen wie die DekaBank oder die niederländische ABN Amro. Der zentrale Unterschied zu vielen bisherigen Bankprojekten liegt dabei vor allem in der gemeinsamen Governance.

Viele Institute entwickelten bislang eigene DLT-Systeme, die technisch und rechtlich kaum miteinander kompatibel waren. RL1 soll diese Fragmentierung verringern und gemeinsame Standards für regulierte Tokenisierung schaffen.

Eine Blockchain allein schafft noch keinen Markt

Ob daraus am Ende wirklich eine zentrale Infrastruktur für den europäischen Finanzmarkt entsteht, hängt jedoch von der künftigen Nutzung des Netzwerkes ab. Das Interesse ist aber durchaus vorhanden. An einem DLT-Pilotregime der Europäischen Zentralbank im Mai 2025 beteiligten sich 64 Marktteilnehmer aus neun Ländern. Dabei wickelten sie insgesamt Transaktionen im Wert von fast 1,6 Milliarden Euro ab.

Im dritten Quartal 2026 will die EZB mit ihrem Pontes-Programm zudem eine Verbindung zwischen institutionellen Blockchain-Netzwerken und dem bestehenden TARGET-System schaffen. Dadurch könnten tokenisierte Wertpapiere künftig direkt gegen Gelder der europäischen Zentralbank abgewickelt werden.

Kryptowährungen kaufen – Leitfaden & Anbieter 2026
In unserem kostenlosen BTC-ECHO Leitfaden zeigen wir dir, wie du sicher und Schritt für Schritt in Kryptowährungen investieren kannst. Außerdem erklären wir, worauf du beim Kauf von Coins und Token achten solltest.
Jetzt zum Kryptowährungen kaufen Leitfaden
Das könnte dich auch interessieren