Moody-Bericht 

Digitaler Euro kommt voran, doch: “Herausforderungen durch US-Stablecoins wird er nicht lösen”

Der digitale Euro hat eine weitere Hürde genommen. Moody’s sieht darin einen wichtigen Schritt für Europas Zahlungsverkehr, rechnet aber weder mit einer schnellen Akzeptanz noch mit einer ernsthaften Konkurrenz für Stablecoins.

Dominic Döllel
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Euro-Skulptur vor dem Hauptsitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main

Beitragsbild: Shutterstock

| Der digitale Euro nimmt die nächste Hürde

Der digitale Euro rückt einen Schritt näher an seine Einführung. Der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments hat am 23. Juni für die Aufnahme der Verhandlungen mit EU-Kommission und Ministerrat gestimmt. Die endgültige Abstimmung im Plenum ist für Juli geplant, die Trilogverhandlungen sollen im September beginnen. In einem Bericht, der BTC-ECHO vorliegt, spricht Moody’s von einem “bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Gemeinschaftswährung”.

Nach den Plänen der Europäischen Zentralbank könnte der digitale Euro ab 2029 eingeführt werden. Laut Moody’s wäre er “die erste digitale Zahlungsform in der Europäischen Union, die eine direkte Verbindlichkeit der Europäischen Zentralbank darstellt”. Im Unterschied zu Bankguthaben oder Stablecoins würde damit kein Kreditrisiko gegenüber privaten Emittenten bestehen.

Begrenzte Folgen für Banken und Zahlungsverkehr

Größere Auswirkungen auf Banken oder die Wirtschaft erwartet die Ratingagentur jedoch nicht. Zwar könne der digitale Euro dazu beitragen, den europäischen Zahlungsverkehr weniger abhängig von außereuropäischen Anbietern wie Visa oder Mastercard zu machen und den Binnenmarkt zu stärken. Angesichts eines bereits gut funktionierenden Zahlungssystems seien die wirtschaftlichen Vorteile aber begrenzt.

Auch das Risiko für Banken stuft Moody’s als überschaubar ein. Die geplante Obergrenze von bis zu 3.000 Euro pro digitaler Geldbörse soll verhindern, dass größere Einlagen aus dem Bankensystem abfließen. Selbst in einem Stressszenario blieben die Auswirkungen auf Liquidität und Finanzierung der Institute beherrschbar.

Stablecoins bleiben außen vor

Ob sich der digitale Euro am Ende durchsetzt, ist aus Sicht der Ratingagentur offen. Konkret heißt es: “Die Akzeptanz des digitalen Euro in der Bevölkerung bleibt ungewiss.” Als Grund nennt Moody’s die bereits breite Verfügbarkeit digitaler Zahlungsmethoden.

Eine Antwort auf die wachsende Bedeutung von Stablecoins sei der digitale Euro ebenfalls nicht. Der Bericht stellt klar: “Der digitale Euro wird die Herausforderungen durch an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins nicht lösen.”

In der Krypto-Szene wird der digitale Euro vorwiegend kritisch gesehen. Der digitale Euro sei zentralisiert, kontrolliert und habe potenziell massive Auswirkungen auf die Privatsphäre der Bürger, so die Argumente gegen die CBDC. In den USA beispielsweise wurde jüngst ein Gesetzesentwurf gegen die Einführung eines digitalen US-Dollars eingebracht.

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