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"Schneeballsystem aus dem Lehrbuch" BitConnect-Geschädigte erhalten 17 Millionen US-Dollar zurück

Das Schneeballsystem BitConnect gilt als eine der größten Betrugsmaschen im Krypto-Sektor. Jetzt erhalten Betroffene eine Entschädigung.

Dominic Döllel
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Beitragsbild: Shutterstock

| Neues in der Causa BitConnect: Opfer werden entschädigt

Lediglich 17 Millionen US-Dollar erhalten die Betroffenen des Schneeballsystems BitConnect. Das Geschäftsmodell versprach eine wahnwitzige Rendite. Die Marktkapitalisierung des zugehörigen BCC-Tokens schwoll innerhalb kürzester Zeit auf 2,5 Milliarden US-Dollar an – und kostete viele unwissende Investoren schlussendlich die Existenz. Die nun geplante Entschädigung ist ein Tropfen auf dem heißen Stein – aber vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer für alle FTX-Geschädigten.

800 Betroffene werden entschädigt

Ein Bundesbezirksgericht in San Diego hat am 12. Januar angeordnet, dass mehr als 17 Millionen US-Dollar an etwa 800 Geschädigte aus über 40 verschiedenen Ländern ausgezahlt werden. Laut Urteil war BitConnect eine angebliche Krypto-Kreditplattform, die proprietäre Technologien wie den “BitConnect Trading Bot” und die “Volatility Software” angepriesen habe. Das Schreiben erklärt die illegalen Machenschaften von BitConnect genauer:

In Wahrheit betrieb BitConnect jedoch ein Schneeballsystem aus dem Lehrbuch, indem es frühere BitConnect-Investoren mit Geld späterer Investoren bezahlte.

Bundesbezirksgericht von San Diego

Die Mitverschwörer hätten demnach sichergestellt, dass “bis zu 15 Prozent des in BitConnect investierten Geldes direkt in eine sogenannte schwarze Kasse floss, die zugunsten des Eigentümers und der Promoter verwendet” wurde. Anhand welcher Kriterien die für die Auszahlung freigegebenen Personen klassifiziert wurden, geht nicht aus der Mitteilung hervor. Weitere Informationen bleiben abzuwarten.

BitConnect: ein Milliarden-Betrug

BitConnect existierte von 2016 bis 2018. Das Geschäftsmodell sah vor, dass Nutzende ihre Bitcoins zunächst in BitConnect Coins, einst BCC, umwandeln. Diese wurden dann angeblich clever und gewinnbringend angelegt. Dazu garantierte das Unternehmen ihren Nutzern Renditen von bis zu 40 Prozent pro Monat. Dieses vermeintlich aussichtsreiche System zog viele Investoren an, sodass BitConnect 2018 zu einer der größten Kryptowährungen weltweit zählte.

Doch die Blase platze. Die gestiegene Nachfrage machte die Aufrechterhaltung der wahnwitzigen Renditeversprechen unmöglich. Kurze Zeit später war die Website nicht mehr zu erreichen. Innerhalb weniger Tage verlor der BCC-Kurs über 90 Prozent an Wert. Mehrere Regulierungsbehörden aus unterschiedlichen Nationen untersuchten den Fall und stellten fest: BitConnect war ein Schneeballsystem. Bereits mehrere im Fall verwickelte Personen gestanden – und sitzen nun im Gefängnis.

Insgesamt hat das Unternehmen mit seinen Promotern 325.000 BTC verdient. Zum damaligen Zeitpunkt waren das etwa zwei Milliarden US-Dollar.

Hoffnungsschimmer für FTX-Geschädigte?

Entsprechend ernüchternd dürfte der jetzt angepeilte Entschädigungsbetrag von 17 Millionen US-Dollar sein. Deutlich euphorischer dürften dagegen Betroffene der Causa Mt.Gox sein. Die treuhänderisch verwalteten 137.890 BTC – rund 2,6 Milliarden US-Dollar – sollen im September – nach mehr als zehn Jahren Wartezeit – an die Betroffenen ausgezahlt werden.

Für FTX-Geschädigte beginnt derweil ein vergleichbar langwieriger Prozess. Einen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch: Seit der Börsenpleite konnten etwa fünf Milliarden US-Dollar Vermögen sichergestellt werden. Zudem zeigen BitConnect und Mt.Gox, dass Betroffene selbst Jahre später noch mit einer Entschädigung rechnen können.

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