"De-Risking am Markt" 

Bitcoin stürzt nach US-Wahl auf 75.000 US-Dollar: Das müssen Anleger jetzt wissen

Nach dem Wahlsieg der Demokraten war Bitcoin zuerst gestiegen. Doch jetzt geraten Tech-Aktien und Kryptowährungen unter Druck, Bitcoin Miner mit KI-Geschäft trifft es besonders hart. Was hinter dem Ausverkauf steckt.

Dominic Döllel
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Das Bild zeigt zwei Bitcoin-Münzen aufm rotem Hintergrund.

Beitragsbild: Shutterstock

| Bitcoin strauchelt nach der US-Wahl

Zuerst waren Bitcoin und Co. nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen gestiegen. Jetzt kommt es nun doch zum Abverkauf bei Tech-Werten und Kryptowährungen. Der Bitcoin-Kurs verliert binnen 24 Stunden gut fünf Prozent und fällt auf rund 75.500 US-Dollar, der Ethereum-Kurs gibt um 6,5 Prozent nach. An der Wall Street notiert der Nasdaq 100 6,3 Prozent im Minus, der Halbleiterindex SOX sogar 8,4 Prozent.

Auslöser sind geplante Rechenzentren: Nach ihrem Sieg im Senat und im Repräsentantenhaus haben die Demokraten laut BTC-ECHO-Marktexperte Stefan Lübeck das Vorhaben, „sämtliche geplanten Data-Center-Bauvorhaben zu hinterfragen und insbesondere beispielsweise in Texas per Moratorium auch vorübergehend auf Eis zu legen“.

Miner mit KI-Standbein besonders betroffen

Am stärksten trifft der Ausverkauf Bitcoin Miner, die ihr Geschäft um Rechenzentren für KI-Anwendungen erweitert haben. Bitdeer bricht um 17,8 Prozent ein, IREN und TeraWulf verlieren jeweils mehr als 15 Prozent. “Das zeigt deutliches De-Risking am Markt: raus aus Technologietiteln, rein in konservative Titel wie Healthcare oder Consumer Staples, also alles, was konservativ ist. Als Beispiel: Die McDonald’s-Aktie ist heute sogar leicht im Plus”, so Lübeck.

Makroanalyst Benjamin Cowen sieht Parallelen zu 2018, als auf die Euphorie nach den Midterms ein Ausverkauf bis in den Dezember folgte. Auch damals belasteten eine restriktive Notenbank, Zölle und ein schwacher Tech-Sektor die Finanzmärkte.

Für Dezember preist der Markt laut FedWatchTool derzeit mit 75 Prozent eine Zinserhöhung ein. “Geschichte wiederholt sich nicht immer, aber sie reimt sich oft”, schreibt Cowen.

Clarity Act vor ungewisser Zukunft

Politisch muss die Branche einen Rückschlag verkraften, obwohl sie laut Fortune rund 170 Millionen US-Dollar in den Wahlkampf gesteckt hatte. Der Clarity Act war bereits im September im Senat gescheitert, weil die Demokraten mit Blick auf Trumps eigene Krypto-Geschäfte strengere Regeln gegen Interessenkonflikte verlangten.

Doch Senatorin Cynthia Lummis hält dagegen, die Demokraten hätten selbst gewollt, dass Krypto-Trades von Privatanlegern über registrierte Broker laufen. “Der Clarity Act schreibt das vor. Die Demokraten haben dagegen gestimmt, einen regulierten Profi zwischen Privatanleger und Markt zu stellen”, so die Republikanerin.

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