Bitcoin für Sachsen Wie das Landeskriminalamt 50.000 BTC verkauft

Es ist seit Tagen eines der bestimmenden Themen im Krypto-Space: die Bitcoin-Verkäufe des LKA Sachsen. Doch wie genau laufen sie ab?

Daniel Hoppmann
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Beitragsbild: Picture Alliance

| Armin Schuster (CDU), Innenminister von Sachsen und LKA-Präsidentin Sonja Penzel

Seit Mitte Januar sitzt das LKA Sachsen auf einem riesigen digitalen Schatz. Rund 50.000 Bitcoin beschlagnahmte die Behörde aus dem Tatkomplex rund um die illegale Streamingplattform “Movie2k.to” und sorgt seitdem für Unsicherheit unter Krypto-Anlegern. Denn immer wieder verschickt das LKA Bitcoin an Wallets prominenter Börsen wie Coinbase, Kraken oder Bitstamp, um diese zu veräußern. Aber wie genau laufen die Verkäufe eigentlich ab? Eine Spurensuche.

In den letzten Tagen und Wochen las man immer wieder Schlagzeilen wie diese: Deutscher Staat verkauft 1.300 Bitcoin – der BTC-Kurs bricht ein. Seit das Blockchain-Analyse-Unternehmen Arkham Intelligence die Wallet des LKA Sachsen identifizierte, geht die Angst um im Krypto-Space, das kleine Bundesland könnte den Markt crashen. Schaut man auf das Verhältnis zwischen BTC-Kurs und den Wallet-Bewegungen, dann scheinen sich die Befürchtungen tatsächlich zu bewahrheiten. Von den ehemals 50.000 Bitcoin sind aktuell noch etwa 27.461 übrig. Erst kürzlich verschickte die Behörde wieder BTC im Gegenwert von 687 Millionen US-Dollar.

BTC-Kurs (schwarz) gegenüber Wallet-Beständen des LKA (orange), Quelle: Glassnode

LKA sucht professionelle Hilfe

Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, der Verkauf über Krypto-Börsen wie Coinbase, Kraken und Bitstamp spielt nur eine sekundäre Rolle. Viel mehr versucht das Landeskriminalamt Sachsen eine kursschonende Strategie zu verfolgen, meint BTC-ECHO Marktexperte Stefan Lübeck.

Neben dem Verkauf über Coinbase, Kraken und Bitstamp hat die Behörde zuletzt auch größere BTC-Mengen an den Marketmaker Flow Traders versendet. Dieses lässt darauf schließen, dass Flow Traders als Mittelmann genutzt wurde, um größere Coinbestände kursschonend anzubieten.

BTC-ECHO-Marktexperte Stefan Lübeck

Tatsächlich finden sich in den Transaktionslogs von Arkham Intelligence mehrere Überweisungen an Wallets von Flowtraders, oft im Bereich zwischen 700 und 1.000 Bitcoin.

Es drängt sich also der Eindruck auf, als würde das LKA Sachsen eher auf außerbörslichem Wege (OTC) versuchen, die Bitcoin loszuwerden. Ein weiterer Indikator dafür: Transaktionen an FalconX oder Cumberland. Beide Krypto-Broker haben sich primär auf den institutionellen Handel spezialisiert. Für Lübeck ein klares Signal, “dass das LKA Sachsen hier OTC-Verkäufe tätigte, um den Bitcoin-Kurs nicht zu sehr zu belasten”.

Die Behörde versucht also auf mehreren Wegen ihre Coins loszuwerden. Den Großteil wickelt man über OTC-Trades ab, während kleinere Bestände auf herkömmlichen Krypto-Börsen veräußert werden, BTC, die keine Abnehmer finden, überweist das LKA aus Sicherheitsgründen zurück auf die eigene Wallet. Schließlich geht es bei dem gesamten Unterfangen darum, knapp 2,7 Milliarden Euro in die Staatskassen des Bundeslands Sachsen zu spülen.

Zwar korreliert der Bitcoin-Kurs mit den Verkäufen durch das LKA. Alleinverantwortlich für den jüngsten Kursrutsch der Kryptowährung ist er aber nicht.

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