Binance und Coinbase Wie sich die SEC-Klagen unterscheiden

Die SEC-Klagen gegen Binance und Coinbase haben die Branche geschockt. Trotz einiger Gemeinsamkeiten sind die Unterschiede gravierend.

Daniel Hoppmann
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SEC-Chef Gary Gensler

Beitragsbild: Picture Alliance

| SEC-Chef Gary Genslers Tage sind angezählt

Die Securities and Exchange Commission (SEC) hat mit ihren Klagen gegen Binance und Coinbase zwei der wichtigsten Kryptobörsen der Welt ins Visier genommen. Beide hätten gegen geltendes US-Recht verstoßen, heißt es seitens der Finanzaufsichtsbehörde. Die Klageschriften sind jeweils über 100 Seiten lang und weisen in Teilen viele Parallelen auf: Unregistrierter Wertpapierhandel, unlizenzierter Dienstleistungen als Börse, Broker und Clearing-Stelle, Gefährdungen von Investoren – so lauten nur ein paar der Gemeinsamkeiten. Tatsächlich könnten die Vorwürfe jedoch unterschiedlicher nicht sein.

Denn obwohl die Anschuldigungen gegen Coinbase schwerwiegend sind, erscheint die Anklage gegen Binance deutlich gravierender. Sie liest sich wie ein Action-Thriller, Coinbase dagegen eher wie ein Sachbuch. Neben der Verletzung der Wertpapiergesetze stehen bei der größten Kryptobörse der Welt auch Vorwürfe um Wash Trading und dem Missbrauch von Kunden-Assets im Raum. SEC-Chef Gary Gensler spricht von einem “Netz aus Täuschungen”.

SEC zerrt auch “CZ” vor Gericht

Einen weiteren Unterschied machte Coinbase-CEO Brian Armstrong in einem Interview mit dem Wall Street Journal fest: “Weder ich noch andere Mitglieder der Führungsebene wurden in der Anklage namentlich beschuldigt.”

Bei Binance ist das anders. Neben den Unternehmen nennt die SEC auch den Gründer und Geschäftsführer Changpeng “CZ” Zhao als Beschuldigten. Er soll von den Gesetzesverstößen seiner Plattform nicht nur gewusst haben, sondern sie aktiv befohlen haben.

Das ist jedoch nicht das einzige Rechtsverfahren, dem sich der Binance-CEO stellen muss. Bereits im März reichte die CFTC (die Commodity Futures Trading Commission) Klage gegen Binance ein, unter anderem wegen angeblicher mangelhafter Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Auch dort steht ist die Rede nicht nur von der Kryptobörse selbst, sondern auch Zhaos Name fällt, gemeinsam mit dem ehemaligen Compliance-Chef Samuel Lim.

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