Schwere Vorwürfe Hat Binance Kundengelder veruntreut?

Ein Bericht erhebt schwere Vorwürfe gegen Binance. Die Kryptobörse soll 1,8 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern veruntreut haben.

Daniel Hoppmann
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Binance

Beitragsbild: Shutterstock

| Neben angeblichen Veruntreuungen kam es in der Vergangenheit auch zu Geldwäsche-Vorwürfen gegen Binance

Binance, die weltweit größte Kryptobörse, soll 1,8 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern veruntreut haben. Das schreibt Forbes in einem aktuellen Artikel. Das Wirtschaftsmagazin unterstellt dem Handelsplatz damit “ähnliche Manöver wie FTX”. Als im November vergangenen Jahres die Kryptobörse FTX implodiert, präsentiert sich Konkurrent Binance als weißer Ritter, der der kriselnden Industrie die Hand reicht. Der Handelsplatz setzt sich mit einer Initiative um die Offenlegung eigener Reserven für mehr Transparenz ein, launcht einen Milliarden-schweren Wiederaufbaufonds und leistet finanzielle Unterstützung an kriselnde Krypto-Unternehmen. Binance betont dabei immer wieder, dass eigene Kunden-Assets vollständig gedeckt seien.

Ein Bericht von Forbes hegt nun Zweifel daran. Das Wirtschaftsmagazin analysierte On-Chain-Daten zwischen August und Dezember 2022. In diesem Zeitraum soll Binance heimlich insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar an verschiedene Krypto-Hedgefonds gesendet haben. Eigentlich nichts Spektakuläres, würde es sich nicht um Gelder handeln, die die Börse eigentlich zur Absicherung von Kunden-Assets, in diesem Fall Stablecoins, lagern müsste.

Unter den Empfängern finden sich unter anderem: Tron, Amber Group und Alameda Research – eben das Alameda Research, das auch Sam Bankman-Frieds FTX mit großzügigen Finanzspritzen vor der Insolvenz rettete, beschafft aus Kundengeldern.

Gut eine Milliarde US-Dollar soll Binance an den Krypto-Hedgefonds Cumberland/DRW gesendet haben. Letzterer soll Binance dabei geholfen haben, eine digitale Replik des Circle-Stablecoins USDC in die hauseigene Währung BUSD umzuwandeln.

Binance-Chef nennt Anschuldigungen “FUD”

Die Anschuldigungen weist Binance-CEO Changpeng “CZ” Zhao auf Twitter zurück. Der Artikel interpretiere die Fakten “absichtlich” falsch. Bei den genutzten Daten handle es sich um alte Blockchain-Transaktionen, die Kunden durchgeführt hätten. Zhao betonte, dass Nutzer ihr Guthaben jederzeit auf Binance abheben könnten.

Gegenüber Coindesk teilte ein Unternehmenssprecher mit, Binance habe “zu keinem Zeitpunkt Vermögenswerte von Kunden ohne deren Zustimmung investiert oder anderweitig eingesetzt”. Kundengelder würden auf getrennten Konten gelagert.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Gefechten zwischen Binance und Forbes. 2020 verklagte die Kryptobörse das Magazin wegen vermeintlicher “Verleumdungen”, zog die Klage im Anschluss aber wieder zurück. Stattdessen stieg man im Februar letzten Jahres mit 200 Millionen US-Dollar bei Forbes ein – die jüngste Berichterstattung beweist damit zumindest eines: die journalistische Unabhängigkeit von Forbes.

Der Druck auf die weltgrößte Krypto-Börse steigt indessen seit Monaten an. Infolge eines harten Durchgreifens der SEC gegen BUSD-Herausgeber Paxos verliert der Stablecoin, dem Binance seinen Namen geliehen hat, immer mehr an Attraktivität. In der Folge brach die Nutzung des Stablecoins ein. Jüngst hat auch Coinbase verkündet, BUSD aus seinem Angebot zu streichen.

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