New Coins on the Block – XTRABYTES (XBY)

Quelle: Xtrabytes

New Coins on the Block – XTRABYTES (XBY)

XTRABYTES ist eine Kryptowährung, die mit einem neuen Konsens-Mechanismus ein dezentrales, skalierbares Netzwerk schafft. Außerdem soll sie durch Nutzung von SHA-512-Verschlüsselung auch Angriffen von Quantencomputern widerstehen können. Die Vergangenheit des Projekts lässt jedoch einige kritische Fragen offen.

Wie vor einiger Zeit geschrieben, möchten wir in der New-Coins-on-the-Block-Reihe alternierend auch eher unbekannte Coins vorstellen. In der letzten Ausgabe hatten wir einen kritischen Blick auf U.Cash geworfen. Heute soll die eher unbekannte Kryptowährung XTRABYTES betrachtet werden. Diese Kryptowährung existiert seit April letzten Jahres und konnte zwischen Dezember und Januar einen Anstieg von 4.000 % vorweisen. Zwar ist der Kurs seitdem wieder dramatisch gefallen, liegt aber mit 0,16 Euro immer noch 800 % über dem Kurs vor der Rally.

XTRABYTES – Drei Netzwerke für eine Blockchain

XTRABYTES sieht sich als eine Blockchain-Plafform mit modularem Aufbau und einem neuen Konsensmechanismus. Ziel von XTRABYTES ist die Entwicklung einer komplett dezentralisierten Plattform. An bestehenden blockchain-basierten Systemen wird kritisiert, dass sie viele Möglichkeiten zur Zentralisierung bieten. Zentralisierung der Developer, im Rahmen der Konsensmechanismen oder bezüglich der Zentralisierung des Eigentums seien hier als Beispiele genannt.

Ein weiterer Fokus soll auf einer Abschaffung von Proof of Work liegen. Basis für die Kritik am Proof of Work ist der hohe Bedarf an Energie. Um das zu schaffen, wird ein neuer Konsensmechanismus namens Proof of Signature oder kurz PoSig eingeführt. In diesem werden reale und virtuelle Node-Netzwerke miteinander abgeglichen. Diese Netzwerke sind das STATIC-Netzwerk, das VITALS-Netzwerk und das PULSE-Netzwerk:

  • STATIC-Nodes (Services Transactions and Trusted in Control) sind für die Sicherheit, den Konsens und die Governance der XTRABYTES-Blockchain zuständig. Sie müssen jeden Block mit einer Signatur versehen. Ein Konsens, also Proof of Signature, ist erreicht, wenn alle STATIC Nodes Blöcke mit denselben Signaturen versehen haben. Weicht eine der STATIC Nodes von den Aussagen der anderen Nodes ab, wird sie, sofern sie ihren Block nicht korrigieren will, von den anderen Nodes auf eine Blacklist gesetzt. Da sie damit das Rückgrat des gesamten Netzwerks sind, werden sie durch Auszahlung der im System anfallenden Gebühren entlohnt. Dabei wird zwischen verschiedenen Levels unterschieden, die jeweils unterschiedlich stark an den Gebühren beteiligt werden.
  • VITALS steht für Virtual Information Transmissions aligning STATICS. Es handelt sich hier um ein internes Netzwerk aus virtuellen Nodes, welches die STATIC Nodes untereinander verbindet und quasi eine Art VPN-Zugang zum STATIC-Netzwerk ist. Es ist das Netzwerk, welches eine ungestörte Interaktion der STATIC Nodes ermöglicht.
  • Das PULSE-Netzwerk (Ping Unified Ledger Synchronization Equalizer) ist eine Art Signalgeber: Nach einer initiierten Transaktion wird ein PULSE-Signal zu allen Nodes gesandt, sodass diese wissen, dass es bald eine Transaktion zu verarbeiten gibt. Bei der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit der Transaktionen kann es zu Synchronisationsfehlern einzelner STATIC Nodes kommen. Dies wird von PULSE detektiert und bekannt gegeben. In dem Sinn ist PULSE eine Art Governance für das VITALS-Netzwerk und gewährleistet die Kommunikation der Nodes unter einander.

Zusammengefasst kann man sagen, dass STATIC Nodes tatsächlich die neuen Blöcke erstellen und verifizieren, VITALS Nodes den Konsens aufrechterhalten und das Pulse-Netzwerk der grundlegende Kommunikationslayer ist.

Eine weitere Besonderheit am Netzwerk ist die Nutzung einer SHA-512-Verschlüsselung, von der man sich erhofft, für absehbare Zeit eine auch für Quantencomputer nicht knackbare Verschlüsselung zu besitzen. Hier soll der modulare Aufbau von XTRABYTES auch dazu genutzt werden, im Zweifelsfall den Verschlüsselungsmechanismus schnell updaten zu können.

XFUEL – Ein weiterer Token im STATIC-Netzwerk

Es ist zu betonen, dass weder ein Proof-of-Work- noch ein Proof-of-Stake-Konsens genutzt wird. Entsprechend wird es von Beginn etwa 650 Millionen XBY geben. Wie weiter oben angedeutet werden Betreiber von STATIC Nodes an Gebühren beteiligt sein. Zur Initiierung einer STATIC Node muss ein gewisser Betrag in XBY als Deposit hinterlegt werden – DASH und andere Masternode-Systeme lassen grüßen. Der Betrag ist für die bestehenden Levels 1, 2 und 3 an STATIC Nodes unterschiedlich.

Prinzipiell wäre eine hohe Anzahl an STATIC Nodes gut für die Dezentralität. Wenn wir nun annehmen, dass sich mit der Zeit eine große Anzahl an STATIC Nodes ansammeln würde, wäre das Problem, dass die Liquidität der Kryptowährung mit der steigenden Anzahl an Nodes dramatisch fallen würde. Um dem Einhalt zu gebieten, ist zum einen die Anzahl an STATIC Nodes begrenzt, zum anderen wird neben der eigentlichen XBY-Währung noch ein Token namens XFUEL geschaffen. Dieser soll genutzt werden, um Entwickler und Unterstützer zu “bezahlen”. Zusätzlich kann XFUEL genutzt werden, um ein Drittel des notwendigen XBY-Deposits durch X-FUEL zu ersetzen, wodurch die Liquidität erhalten bleibt.

X-CHANGE, X-VAULT und die XTRABYTEs Möglichkeiten der Dapp-Entwicklung

Der modulare Aufbau von XTRABYTES ermöglicht auch eine schnelle Erweiterung. Mithilfe der DICOM-API (DICOM steht für Distributed Command Message) können Erweiterungen in verschiedenen Sprachen geschrieben werden. So können Module und dezentrale Anwendungen oder kurz dApps in Programmiersprachen wie Visual Basic, Java oder C++ geschrieben werden.

Ein paar Module sind schon geplant: X-CHANGE soll ein dezentraler Exchange werden. In erster Linie sollen Hoster von STATIC Nodes diesen dezentralen Exchange nutzen können. Mit X-VAULT soll auf Basis der VITALS Nodes ein dezentraler File Storage geschaffen werden. Die Daten werden über verschiedene STATIC Nodes verteilt und verschlüsselt sein.

Schließlich sind weitere Apps wie X-CHAT, X-PAY, X-CERT und X-DEAL geplant.

Ein Schatten der Vergangenheit namens Bitmox

So weit zu dem Konzept von XTRABYTES. Zugegebenermaßen ist das Gesamtkonzept hinter dieser Kryptowährung durchaus unübersichtlich. Viele Details musste man sich zusammensuchen und mit STATIC, PULSE und VITAL handelt es sich auch um ein ziemlich unübersichtliches System.

Für verschiedene Kritiker liegt ein Schatten auf XTRABYTES: Bei dieser Kryptowährung handelt es sich um eine Hard Fork von Bitmox, dessen ICO ein Betrug war. Es ist jedoch anzuerkennen, dass Borzalom, der Entwickler hinter XTRABYTES, bezüglich dieser Vergangenheit transparent ist und betont, dass er das Projekt in eine andere Richtung lenken möchte. Doch auf Reddit und an anderen finsteren Ecken wird weitere Kritik an dem Projekt und dem Hauptdeveloper dahinter geübt. Die in der Kritik vorgebrachten Gerüchte reichen sogar bis hin zu bezahlten Pump-and-Dump-Gruppen. Ebenso sollte beachtet werden, dass die Entwickler zumindest einige Aspekte der Technologie patentieren lassen wollen, was ohne Zweifel zu einer Zentralisierung der Technologie dahinter führt.

Sicherlich sind die Ideen hinter dem Projekt durchaus spannend, bezüglich der oben aufgeführten Red Flags sollte jedoch der geneigte Investor das Projekt mit gesunder Skepsis verfolgen. Wer sich deshalb genauer mit XTRABYTES beschäftigen will, sei auf das White Paper, die Webseite und das sehr aktive Forum verwiesen.

BTC-ECHO

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