Nachspiel zum DAO Hack – wie geht es weiter?

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Nachspiel zum DAO Hack – wie geht es weiter?

Was geschah mit dem Dieb nach dem DAO Hack? Eine Frage, der man auch jetzt, Wochen nach dem großen Diebstahl, ausweichen will.

Nachfragen seitens CoinDesk lassen vermuten, dass die Ethereum-Community letztlich die Suche nach der kriminellen Einzelperson oder Gruppe aufgegeben haben – das Geld ist jetzt schließlich zurückerstattet.

Erinnern wir uns: durch den DAO Hack wurde ein Großteil der Ethereum-Community zur Hard Fork motiviert. Die Idee war, dass alle Ethereum-Nutzer schnell zur neuen Fork wechseln würden, so dass der DAO-Angreifer auf seinen nun wertlosen Coins sitzen würde.

Was jedoch nicht geschah: die alte Blockchain wurde von Leuten, die der Hardfork kritisch gegenüber standen, weiter gepflegt

Zwei Wochen gingen ins Land und Ethereum Classic – das Ethereum ohne Hard Fork – hat eine Marktkapitalisierung von 200 Millionen Dollar erreicht. Der Markt hat den Tokens, die unter dem Kürzel ETC liefen, damit den Wert der fünftgrößten Digitalwährung gegeben.

Diese Entwicklung ist nicht nur Investoren und Trader interessant, sondern natürlich auch für den DAO Hacker…

Im Fall eines erfolgreichen Verkaufs würde der Dieb mit 8.5 Millionen Dollar davon kommen.
Sicher ist das gering im Vergleich mit den ursprünglich gestohlenen Funds, aber immer noch gewaltig.

Aktuell kann man sehen, dass der Hacker den Wert seines Diebesgut erkannt hat: in den jüngsten Tagen wurden die Funds innerhalb von Ethereum Classic bewegt.

DAO Funds on the move

Man kann sich also die Frage stellen, ob und wann der Hacker seine in ETC abgelegten Werte veräußern will.

Die Regeln bezüglich der DAO hinsichtlich der Entnahme von Funds haben sich nicht geändert, so dass bei Ethereum Classic der 27 Tage Countdown, den es zum Entfernen der DAO Funds nach einem Split benötigt, wieder zum Tragen kamen.

Nick Johnson, seines Zeichens Softwareentwickler bei der Ethereum Foundation (die die Hard Fork unterstützten) erklärte, wie der DAO Hacker profit durch Konversion der Funds in eine andere Digitalwährung machen könnte.

Er vermutet, jedoch zugegebenermaßen ohne genauere Untersuchungen, dass der Angreifer nicht zum Kreis der Kuratoren gehörte. Er musste also eine andere DAO eröffnen, um die Funds dorthin zu transferieren, um sie kontrollieren zu können.

In denselben Interviews wird der Wunsch erklärt, den DAO Hacker um seinen Profit zu bringen. Mehr als Wünsche gibt es da jedoch oft nicht.

Weiter ins Rabbit Hole

Die ganze Geschichte wird ohnehin komplizierter. Vor der Hard Fork wurde versucht, im Rahmen eines White Hat Hacks Kontrolle über die Funds zu erlangen. Zum Zeitpunkt der Fork existierten mehrere DAOs, die ihrerseits Funds enthielten, die man der DAO des Hackers entwenden konnte. Letztlich existieren diese DAOs mitsamt ihren Funds noch auf der Ethereum Classic Blockchain.

Insgesamt liegt ETH im Wert von ca. 17 Millionen Dollar in zwei White Hat DAOs. Es ist noch unklar, wie man diese Werte veräußern könnte, wer hinter den jeweiligen DAO steckt und ob überhaupt Bemühungen unternommen werden, die ursprünglichen Token Holders daran zu beteiligen.

Ethereum Lead Developer Fabian Vogelsteller und UX Designer Alex Van de Sande sagten beide, dass sie nicht wissen, was mit den Ressourcen geschehen soll oder wer die dazugehörigen Private Keys besitzt. Letztlich liegt dort jedoch auch nicht ihr Interesse, was voll und ganz auf der post-Hard Fork Blockchain liegt.

Laut ihnen wird der Hacker mit seinem Diebesgut davonkommen. Van de Sade kommentiert dazu gehässig:

“Ich weiß nicht, was mit den White Hat DAOs geschehen wird. Die Leute hinter der Dark DAO kamen jedoch mit einer Menge an Ether Classic davon. Und darum ging es ja bei Ethereum Classic, oder?”

Die Torwache

Für den Hacker bleiben damit die Ethereum Exchanges als eine mögliche letzte Grenze zwischen den Funds und seinem Profit. Hier gibt es jedoch Probleme: zwar kann man über Exchanges recht einfach das Geld in die Währung der Wahl umtauschen, jedoch werden den Hacker die AML- und LYC-Regeln stören.

Laut Tristan D’Agosta, dem Gründer und CEO von Poloniex, wäre der nächste Schritt
des Hackers die Umwandlung von ETC in BTC. Wenn jedoch Bewegung in diese Funds kommt, wird der Angreife Mühe haben, sich zu verbergen – was auf einer public Blockchain schwierig wird.

Kraken, der zweitgrößte Ethereum Exchange, wollte auf die Fragen nicht antworten.

Wie geht es mit dem DAO Hack geht weiter

Über mögliche nächste Schritte des Hackers existieren verschiedene Theorien. Letzte Woche konnte man Bewegung in der DAO sehen, was die Vermutung naheliegt, dass der Hacker einen Schritt näher an sein Ziel gekommen ist.

Auch hinsichtlich der White Hat DAOs bleibt es spannend: Einer Quelle zufolge existieren plausible Theorien darüber, wer im Besitz der zugehörigen private Keys ist. Er möchte jedoch keine Namen nennen.

Während auf vielen Seiten es Bemühungen und den Wunsch gibt, den Hacker zu stoppen, ist das Schicksal der Millionen an Dollar für Arvicco, den Initiator des Ethereum Classic Projekt, ziemlich egal. Er weiß nicht, was mit der Dark DAO geschieht und es interessiert ihn auch nicht.

“Unserer Philosophie entsprechend fokussieren sich ETC Entwickler eher auf die Plattform selbst und mischen sich nicht in den DAPP/smart contract Layer ein.”

BTC-Echo

Quelle: The DAO Hacker is getting away via CoinDesk

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