Müllfrei dank Blockchain – Philippinen wollen Blockchain im Gewässerschutz einsetzen

Müllfrei dank Blockchain – Philippinen wollen Blockchain im Gewässerschutz einsetzen

Die philippinischen Behörden wollen die Blockchain-Technologie im Gewässerschutz einsetzen. Dabei ist ihr Ziel, den durch die Hauptstadt Manila fließenden Pasig von Plastikmüll zu befreien. Zu diesem Zweck ist die zuständige Behörde Philippines’ Pasig River Rehabilitation Council (PRRC) eine Partnerschaft mit den Blockchain-Unternehmen CypherOdin und BOTcoin eingegangen. Gemeinsam will man nun ein Pilotprojekt ausarbeiten. Glückt das Vorhaben, wollen die Entwickler ihr Wissen weitertragen. Weltweit dürften Folgekandidaten ähnlicher Projekte bereits Schlange stehen.

Nil, Ganges, Amazonas, Yangtse – die größten Flüsse dieser Welt sind auch die, die am stärksten unter Verschmutzung leiden. Ein wenig bekannter, kürzerer Wasserlauf, der jedoch ebenfalls seit Jahren von Plastikmüll überquillt, ist der philippinische Pasig. Eine Kooperation der örtlichen Behörden mit den Blockchain-Unternehmen CypherOdin und BOTcoin soll deshalb nun den Unterschied machen und den Hauptstadtfluss reinigen.

Dabei wollen die Entwickler Flusslauf und -bänke direkt mit dem Internet vernetzen und so laufend Gewässerqualität, Wasserstände und andere für den Erhalt des Flusses relevanten Daten auswerten. Zudem sollen Dronen dabei helfen, die am stärksten von Plastikmüll belasteten Stellen ausfindig zu machen. Daraus sollen sich unmittelbare Gegenmaßnahmen ableiten. CypherOdin- und BOTcoin-Geschäftsführer Mariano Villafuerte beschreibt, wie die Technologie helfen soll :

„Wir werden die Daten aus unseren Internet-of-Things-Stationen sammeln und auswerten. So können wir umfassende Informationen darüber erhalten, woher das Plastik und der Müll kommen und unter anderem welche Bewegungsmuster diese nehmen. Dies erlaubt uns, Empfehlungen zu erarbeiten, den Fluss [die Flüsse] von Abfall zu befreien.“

Flüsse als Abfalldeponie verhindern

Neben der unmittelbaren Arbeit mit dem Gewässer selbst will das Projekt die Urheber der Verschmutzung ins Visier nehmen. Dabei soll eine umfassende Informationskampagne bei den Bewohnern des Flusslaufes Bewusstsein für die Umweltverschmutzung schaffen. Diesen will BOTcoin das Sammeln von Plastikmüll mit seiner eigenen Kryptowährung entlohnen.

Gelingt das Vorhaben, wollen die Entwickler ihr Wissen weitertragen und mehr Flüsse von Schmutz befreien, erklärt Villafuerte. Dafür dürften neben weiteren Projekten auf den von Plastikmüll geplagten Philippinen weltweit zahlreiche Kandidaten zu finden sein.

Flüsse gelten vielen Menschen weltweit als schnelle und einfache Lösung, ihre Abfälle zu entsorgen. Dies macht sie zu Hauptadern des Müll. Daraufhin landet dieser dann oft ungehindert im Meer und verschmutzt so nicht nur Strände, sondern die Ozeane selbst.

Mehr als Gewässerschutz: Nachhaltigkeit dank Blockchain

Oft als umweltschädlich verschrien, findet die Blockchain dieser Tage immer öfter auch im Umweltschutz Anwendung. Wie Anfang August etwa verkündet wurde, fördert die australische Regierung derzeit ein Blockchain-Projekt für den nachhaltigen Anbau von Zucker. Dieses soll entsprechend die Lieferketten der Zuckerrohrimporte in das Land absichern und so Herkunft und nachhaltige Produktion garantieren.

Die nordenglische Fußballmetropole Liverpool wiederum verfolgt derzeit das ehrgeizige Ziel, die weltweit erste klimapositive Stadt zu werden. Bei der Kontrolle und Auswertung von Kohlenstoffemissionen soll hier ebenfalls die Blockchain-Technologie helfen.

BTC-ECHO

Über David Barkhausen

David BarkhausenDavid Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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