Meinungs-ECHO KW 40: Ripple ist Krypto-Microsoft und der Bitcoin-Kurs bei 15.000 US-Dollar

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Einschätzungen eines Alt-Präsidenten, bullishe Bitcoin-Aussichten, die Krypto-Zukunft des Geldes, ein maulender Musk und der vermeintlich neue Stern am Technologiehimmel – das Meinungs-ECHO.

Bill Clinton hat offenbar das Potenzial der Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologie erkannt – zumindest äußerte sich der 42. Präsident der USA durchaus positiv auf der Ripple-Veranstaltung Swell in San Francisco. In der Keynote-Rede am 1. Oktober bezeichnete Clinton die potenzielle Grenzenlosigkeit der neuen Technologien als entscheidende Voraussetzung für deren Erfolg:

„Die Blockchain schöpft ihr Potenzial aus ihrer länder- und einkommensübergreifenden Anwendbarkeit. Ihre Permutationen und Möglichkeiten sind erstaunlich groß. Wir können das alles durch eine negative Identitäts-, Wirtschafts- und Sozialpolitik ruinieren. Denken Sie mal darüber nach.“


Mit dem Erfolg der Technologie wachsen jedoch auch die Gefahren, die von ihr ausgehen. Es sei elementar, sich dieser Gefahren, die jede neue Technologie mit sich bringe, bewusst zu sein:

„Man möchte keinen Verbraucherbetrug, man möchte keine kriminellen Unternehmen finanzieren, und man möchte es Terroristen sicherlich nicht einfacher machen, schwere Angriffe zu verüben”,

fuhr Clinton fort. Blockchain 101.

Die Zukunft des Geldes

Anders als Clinton sitzt Maltas Premierminister Joseph Muscat – trotz seiner Verwicklung in die Panama-Papers-Affaire – noch an den Hebeln der Macht. Und wird nicht müde zu betonen, dass er das kleine Eiland zur Blockchain-Insel aufrüsten möchte. Vor der 47. UN-Generalversammlung unterstrich Muscat am 27. September Maltas Vorreiterrolle in Fragen der Krypto-Regulierung:

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„Ich glaube leidenschaftlich daran, dass Technologie die Systeme revolutioniert und verbessert. Deshalb haben wir uns auf Malta als Blockchain-Insel etabliert. Als weltweit erste Jurisdiktion, die diese neue Technologie reguliert, die zuvor in einem Rechtsvakuum existierte. Blockchain macht Kryptowährungen zur unvermeidlichen Zukunft des Geldes. Ihre Transparenz erlaubt es, gute Geschäfte von schlechten Geschäften zu unterscheiden.“

Gewohnt bullishe Töne vom amtierenden Ministerpräsidenten.

Umfrage: Bitcoin-Kurs 2019 bei 15.000 US-Dollar

Bullisher gar als Privatanleger sehen auch die von Fundstrat befragten Finanzinstitutionen die Zukunft des Bitcoin. Die Markt- und Meinungsforscher fragten 24 Institutionen und 7.320 Twitter-Follower nach ihren Prognosen für Bitcoin & Co. Beide Gruppen halten die Zentralbanken für den wichtigsten makroökonomischen Faktor für die Geschicke der Kryptowährungen. Weniger Einigkeit besteht bei der Frage, ob deren Preise im Falle einer Rezession steigen oder sinken werden. Hier zeigten sich die Institutionen zuversichtlicher als die Twitteratis: 72 Prozent der Institutionen sehen Kurssteigerungen als Folge einer Rezession, lediglich 59 Prozent der auf Twitter Befragten teilen diese Einschätzung.

Eine Mehrheit der Institutionen sieht den Bitcoin bis Ende 2019 bei einem Kurs von mindestens 15.000 US-Dollar. 57 Prozent vertreten diese eher bullishe Prognose – bei den Twitteratis glaubt mit 40 Prozent nicht einmal die Hälfte an derartige Zuwächse. Dafür scheint die Twitter-Community auf den Ripple-Trichter gekommen zu sein: 46 Prozent glauben, dass der Bankencoin XRP im kommenden Jahr die beste Performance hinlegen wird.

Regulatorische Unklarheit wird von den Institutionen indes als größter Negativ-Katalysator für den Krypto-Space empfunden. Hier ruhen alle Blicke auf der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC, die sich schon seit geraumer Zeit damit beschäftigt, welchen Status Kryptowährungen haben – und ob Produkte wie börsengehandelte Bitcoin-Fonds (Bitcoin-ETFs) zulässig sind oder nicht.

Elon Musk: Kreativ, aber nachlässig

Tesla-Gründer und Marketing-Experte Elon Musk hat indes sein eigenes Hühnchen mit der SEC zu rupfen. Diese fand es nämlich gar nicht lustig, als Musk im August auf Twitter damit liebäugelte, Tesla von der Börse zu nehmen – zu einem Kurs, der weit über dem der Tesla-Aktien lag. Die US-Börsenaufsicht unterstellte Musk daraufhin, „falsche und irreführende Aussagen“ zu verbreiten. Es blieb nicht bei einer Rüge: Satte 20 Millionen US-Dollar Strafe soll Musk für seinen Tweet zahlen. Seine Position als Vorstandsvorsitzender bei Tesla muss Musk für die nächsten drei Jahre aufgeben. Doch damit nicht genug: Auch der Tesla-Konzern muss 20 Millionen US-Dollar zahlen – und neben personellen Veränderungen auch seine Governance überarbeiten. Der Entschluss muss noch vom zuständigen Gericht bestätigt werden.

Die empfindlichen Strafen ließen Musk auf Twitter – wo sonst – kreativ werden:

„Ich wollte nur [sagen], dass die Shortseller-Bereicherungs-Kommission eine fantastische Arbeit verrichtet. Und die Namensänderung: Volltreffer!“

In seiner Rage hat Musk gar ein Verb vergessen. Ein Umstand, den er später selbst als „unentschuldbar“ bezeichnete. Kritiker und Tesla-Fans, Hodler und Shortseller waren sich im Großen und Ganzen darüber einig, dass Musk es sich nicht mit der SEC verscherzen sollte. Er solle sich stattdessen lieber auf seine zahlreichen ambitionierten Projekte konzentrieren. Ein User riet Musk dazu, sich einen Urlaub zu gönnen. Der Kurs der Tesla-Aktie fiel in den Stunden nach Musks Entladung um über zwei Prozent.

Ripple = Microsoft

Über fallende Kurse kann sich Ripple derzeit nicht beklagen. Der XRP-Token, mit dem das Unternehmen freilich nichts zu tun hat, steht mit einem Monatsplus von aktuell um die 90 Prozent voll im Saft. Entsprechend veranlasst dies manche Beobachter zu überschwänglichen Reaktionen . Phillip Nunn, seines Zeichens CEO der Blackmore Group, hat sich zu folgender Aussage hinreißen lassen:

„Ich war nie ein Unterstützer von Ripple und XRP. Aber Junge, die machen ernsthafte Fortschritte. Da sie gerade zum Fahnenträger der Krypto- und Blockchain-Bewegung werden, sind die Probleme, die ich mit ihrem Angebot habe, vorerst beiseite gelegt. Sie werden das Microsoft für Krypto.“

Dann kann die Mondreise ja beginnen. Die obligatorische Rakete ziert bereits den Nutzernamen des Blackmore-Chefs.

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