Bitcoin Lightning Network bald in jedem Browser verfügbar?

Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Kuhlmann

Max Kuhlmann ist ein Universalist: Als Politikwissenschaftler, Kinderbuchautor, Qi-Gong-Lehrer, Werbesprecher und Erzieher hat er Einblick in viele Welten. Das verbindende Element all dieser Welten ist das Geldsystem, weshalb es aus seiner Sicht so wichtig ist, sich für ein gerechtes Geldwesen einzusetzen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich daher mit diesem Thema, wobei sein derzeitiger Fokus auf den Digitalwährungen rund um Bitcoin liegt.

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Das Lightning Network könnte das Skalierungsproblem lösen. Eine der größten Schwierigkeiten auf diesem Weg liegt allerdings nicht nur im Überzeugen der Community, sondern auch in der Anwenderfreundlichkeit. Denn noch ist die Nutzung von „Lightning“ technisch aufwändig. Ein renommierter Zusammenschluss für die Entwicklung von Web-Standards möchte das Problem nun angehen: Das World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt Schnittstellen, die das Netzwerk bald in jedem Browser verfügbar machen könnten.

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Konkret entwickelt der Zusammenschluss namens „W3C“ API-Schnittstellen für Zahlungsmethoden. API steht für „Application Programming Interface“ und meint Kontaktpunkte, mit denen sich Programmierer an bestehende Software anbinden können. Damit sind vor allem die bekanntesten Web-Browser wie Chrome, Firefox oder Safari gemeint. Dies soll Entwicklern die Möglichkeit geben, selbstständig und einfach Programme zur Lightning-Zahlung für die genannten Browser zu schreiben.

W3C – die unbekannte Großmacht

Das „World Wide Web Consortium“ ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, dessen Handlungen haben jedoch große Auswirkungen auf unseren Internet-Alltag. Von Apple bis Microsoft stehen eine Vielzahl von Tech-Giganten auf dessen umfangreicher Mitgliederliste. Gemeinsam entwickeln sie Richtlinien, die nach eigenen Angaben das „langfristige Wachstum des Internets sicherstellen sollen.“ Bereits mehrere Jahre arbeitet der Tech-Zusammenschluss an Möglichkeiten, alternative Zahlungsmethoden in Web-Browsern verfügbar zu machen. Wie nun bekannt wurde, schließen diese Methoden auch das Lightning Network mit ein.

Trotz langjährigem Interesse war es für W3C offenbar nicht einfach, Blockchain-Entwickler mit ins Boot zu holen. Zu groß waren die Vorbehalte der „alten Industrie“. Der Blockstream-Entwickler Christian Decker trat dem Zusammenschluss dennoch bei, wie er Ende August in einer E-Mail bestätigte: „Ja, ich bin in der Tat Mitglied bei W3C, genauer gesagt bei der für Online-Zahlungen zuständigen Web Payment Working Group.“ Offenbar wollte er damit sicherstellen, dass Bitcoin in den Überlegungen von dem World Wide Web Consortiom eine Rolle spielt. Anscheinend mit Erfolg.

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Lightning-Adaption schreitet voran – leise, aber stetig

Web-Standards zu entwickeln dauert oft Jahre und sicherlich ist die Meldung für Lightning-Enthusiasten noch kein Grund zur Euphorie. Dennoch ist die Nachricht ein weiterer Schritt in Richtung Implementierung des Zahlungsnetzwerks. Seit dem Höhepunkt der Skalierungsdebatte, die in der Abspaltung von Bitcoin Cash gipfelte, gab es für das Netzwerk bereits viele Durchbrüche. Bereits Ende 2017 wurde SegWit implementiert und Anfang 2018 sah die Community die ersten Lightning-Zahlungen. Im Januar 2018 gab es 39 Ligthning-Nodes, im Juli waren es bereits über 2.600. Mittlerweile ist die Zahl auf über 3.000 Nodes angestiegen.

Auf der anderen Seite bleibt auch der Bitcoin-Kontrahent Bitcoin Cash seinem Kurs einer On-Chain-Lösung weiter treu und hat inzwischen die Blockgröße von ursprünglich 8 auf 32 Megabyte angehoben.

Auf mittlerweile etwas leiseren Sohlen geht die Skalierungsdebatte nun also in der Praxis in die nächste Runde. Beide Parteien gehen ihren Weg konsequent weiter und versuchen nun jeweils in der Praxis aufzuzeigen, dass ihr Weg der richtige ist – ein Wettbewerb, von dem hoffentlich die Nutzer profitieren.

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