Liechtenstein führt Blockchain-Gesetz ein

Quelle: waving colorful national flag of liechtenstein on a gray world map background. via Shutterstock

Liechtenstein führt Blockchain-Gesetz ein

Klein, aber oho: Die konstitutionelle Monarchie Liechtenstein möchte in der Kryptowelt ganz vorn dabei sein. Nachdem Premierminister Adrian Hasler im März eine progressive Regulierung angekündigt hat, will die Regierung Blockchain-Unternehmen nun mit einem Blockchain-Gesetz und besonderer Effizienz unterstützen.

Liechtenstein ist mit seinen 37.000 Einwohnern das sechstkleinste Land der Welt, gilt aber insbesondere für wohlhabende Unternehmer als Steuerparadies. Nun will die konstitutionelle Monarchie auch eine führende Rolle in der Fintech-Entwicklung spielen.

Vorreiter in der Regulierung

Bereits im März dieses Jahres hatte Liechtenstein Blockchain-Unternehmen eingeladen, um die innovative Technologie ins Land zu holen. Bislang gibt es in dem Fleckchen Erde zwischen Österreich und der Schweiz zwar nur fünf registrierte ICOs. Aber die Bemühungen um neue Innovationen ist enorm. So erklärte Prinz Michael von und zu Liechtenstein in einem Interview mit BTC-ECHO, dass Liechtenstein mit einem Blockchain-Gesetz eine Vorreiterrolle übernehmen will. Auf eine eventuelle EU-Regulierung muss das Land dabei keine Rücksicht nehmen, da es kein EU-Mitglied ist. So erläuterte Adrian Hasler, der Ministerpräsident Liechtensteins, das Blockchain-Gesetz:

 „Das Blockchain-Gesetz Liechtenstein geht weit über die Blockchain-Gesetzgebung anderer Länder hinaus. Das Blockchain-Gesetz soll alle Aktivitäten regeln, die auf technischen Systemen wie Distributed Ledgers und Blockchain-Systemen möglich sind und somit Rechtssicherheit bieten.“

Ziel des Gesetzes ist die Beseitung bestehender Risiken im Bereich der Kryptowährungen, ohne jedoch unangemessen limitierende Beschränkungen aufzuerlegen. So will man einen verlässlichen Rahmen für die digitale Wirtschaft und digitalisierte Vermögenswerten schaffen.

Die Regierung hat eine Informationsveranstaltung zum Thema „Blockchain Act“ durchgeführt.

„Der Blockchain Act soll vor allem die Grundlage dafür liefern, dass alle möglichen Vermögenswerte (d. h. bewegliche Dinge, Immobilien, Anleihen, Wertpapiere usw.) in Token umgewandelt, digitalisiert und auf einer Kryptobörse gelistet werden können. Dies soll den Austausch und die Speicherung von Eigentum erleichtern und den tatsächlichen Wert einer Immobilie freisetzen.“

Das Gesetz soll durch die bestehenden KYC- und AML-Anforderungen nach liechtensteinischem Recht ergänzt werden. Außerdem wird auch die weitgehende Regulierung des konventionellen Finanzmarktes eine Rolle spielen.

Eine Kryptobörse für Liechtenstein

Auch eine eigene Kryptobörse ist in Planung:

„Mit der Unterstützung der liechtensteinischen Bank Frick und des liechtensteinischen Rechtsanwalts Dr. Matthias Niedermueller wird die erste Kryptobörse für professionelle Trader mit dem Namen LCX, Liechtenstein Cryptoassets Exchange, von den Gründern Monty Metzger und Max Wang ins Leben gerufen. Die Börse plant eine regulierte und von der FMA lizenzierte Börse für Kryptovermögenswerte und Security Token, die sich auf professionelle Trader konzentriert, und die die Anforderungen des liechtensteinischen Blockchain Act und der ergänzenden liechtensteinischen KYC- und AML-Gesetze erfüllen.“

Den Erlass des Blockchain-Gesetzes kann man für Herbst 2018 erwarten. Anfang 2019 soll es in Kraft treten.

 

Korrekturupdate 27. Juli: Liechtenstein ist zwar kein Mitglied der EU, wohl aber des Europäischen Wirtschaftsraums und muss daher die europäische Finanzmarktregulierung als nationales Gesetz umzusetzen. Wir danken dem Leiter Kommunikation der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein, Beat Krieger, für diesen freundlichen Hinweis.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

USA: Blockstack STO bringt 23 Millionen US-Dollar
USA: Blockstack STO bringt 23 Millionen US-Dollar
Politik

Nach 10-monatigen Anstrengungen hat Blockstack zum ersten Mal Gebrauch von ihrer A+-Lizenz gemacht. Mehr als 4.500 Unternehmen und Privatpersonen haben investiert.

Katalonien goes Blockchain: „IdentiCAT“ soll Bürger ermächtigen
Katalonien goes Blockchain: „IdentiCAT“ soll Bürger ermächtigen
Blockchain

Die spanische Provinz Katalonien will mit IdentiCAT eine eigene digitale Identitätslösung für seine Bürgerinnen und Bürger entwickeln. Es soll dabei nicht um staatliche Kontrolle, sondern um mehr Selbstbestimmung und Privatsphäre auf Seiten der Katalanen gehen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

„Ich kann mir keinen Bitcoin leisten“ – Billig-Coins als Alternativ-Investment?
„Ich kann mir keinen Bitcoin leisten“ – Billig-Coins als Alternativ-Investment?
Invest

Manche Einsteiger in den Krypto-Markt sind entmutigt, weil sie sich keinen ganzen Bitcoin leisten können. Sollten Investoren sich davon abhalten lassen oder gar „billige“ Coins kaufen?

Bitcoin und traditionelle Märkte – Bitcoin-Kurs seitwärts, aber entkoppelt
Bitcoin und traditionelle Märkte – Bitcoin-Kurs seitwärts, aber entkoppelt
Kursanalyse

Die Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten ist wieder auf ein Minimum gesunken. Dasselbe lässt sich über die Volatilität und aktuell leider auch über die Performance sagen.

Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche: Dünne Luft für Ripple
Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche: Dünne Luft für Ripple
Bitcoin

Gefälschte QR-Codes bei Bitcoin, gewagte Kursprognosen, ein naherückender ETF und dünne Luft für Ripple: Der BTC-ECHO-Newsflash.

Bitcoin erreicht die Premier League: Bitcoin-Logo ab sofort auf Trikots des FC Watford
Bitcoin erreicht die Premier League: Bitcoin-Logo ab sofort auf Trikots des FC Watford
Bitcoin

Ein großer englischer Fußballverein entschließt sich dazu, das Bitcoin-Logo auf seine Trikots zu drucken. Diese Kampagne dient offenbar dazu, die Beliebtheit der Kryptowährung zu steigern. Gesponsert wird das Ganze von Sportsbet.io, während die Finanzierung über Crowdfunding läuft. Es ist nicht das erste Mal, dass Fußballclubs sich mit Bitcoin & Co. beschäftigen.

Angesagt

ConsenSys: Ethereum-Entwickler treten Hyperledger bei
Unternehmen

Auch jenseits von Bitcoin & Co. liefert die Blockchain-Technologie eine Fülle an Anwendungsmöglichkeiten. Die Adaption der Blockchain erfordert allerdings eine branchenweite Kooperation. Hyperledger hat sich eben dieser Aufgabe verschrieben. Mit ConsenSys erhält es nun ein weiteres prominentes Mitglied.

Bitcoin-Kurs: 5 Szenarien, die den Krypto-Markt beeinflussen
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit geraumer Zeit seitwärts. Die 10.000-US-Dollar-Marke scheint bislang zu halten. Doch Anleger träumen von hoher Rendite, während sich die Szene im Sommerschlaf befindet. Von diesen 5 Ereignissen erwarten sich Anleger Signale für den Bitcoin-Kurs.

Bitcoin sicher aufbewahren: AXA versichert Hoyos „sicherste Hot Wallet der Welt“
Sicherheit

AXA XL hat eine Versicherungslösung für mobile Krypto-Wallets des Anbieters Hoyos entwickelt. Hoyos verpflichtet sich nun im Falle eines Hacks, bis zu eine Million US-Dollar an betroffene Nutzer zu zahlen.

Bitcoin Futures „Unlimited“: CME will Obergrenze verdoppeln
Insights

Großinvestoren, die zwar wenig von Bitcoin verstehen, aber umso lieber auf den Bitcoin-Kurs wetten, dürfen wohl bald mit 100 Millionen US-Dollar am Tisch sitzen. Bisher lag das Limit bei 50 Millionen US-Dollar. Dafür hat die Chicago Mercantile Exchange (CME) einen Antrag gestellt.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: