Lebensmittelskandale schneller aufklären: Walmart setzt auf Blockchain

Roman Maas

von Roman Maas

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Roman Maas

Roman Maas hat in Düsseldorf seinen Magister in Anglistik und Geschichte gemacht und danach in verschiedenen Redaktionen, Verlagen und Agenturen gearbeitet. Seit 2015 ist er als freier Autor beruflich und lokal unabhängig. Kryptowährungen und Blockchain bedeuten für ihn in erster Linie eine aufregende Entwicklung mit gewaltigen Möglichkeiten für eine dezentralisierte Zukunft.

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Quelle: shutterstock, PR

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Mit Krankheitserregern verseuchte Produkte sind ein Alptraum für jedes Lebensmittelunternehmen. Der US-Konzern Walmart nutzt nun die Blockchain, um Grundnahrungsmittel wie Salate zurückverfolgen zu können. Damit sollen die Ursprünge von Krankheitserregern schneller und genauer identifiziert werden, ohne dass Massen an Lebensmitteln auf bloßen Verdacht hin vernichtet werden müssten.


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tobias Schmidt

2011 erkrankten in Deutschland fast 4.000 Menschen innerhalb drei Monaten an der gefährlichen Darminfektion EHEC, 53 von ihnen starben. Die Ursache war lange unbekannt, bis sich herausstellte, dass die Bakterien über verunreinigtes Sprossengemüse zu uns gekommen waren. Nach langwierigen Untersuchungen wurde ein niedersächsischer Gartenbaubetrieb ausgemacht, der Bockshornkleesamen aus Ägypten importiert hatte. Belege für diese Theorie hat bis heute allerdings niemand vorgelegt.

2013 sorgte der sogenannte Pferdefleischskandal für allgemeines Unwohlsein. Millionen von Tiefkühlgerichte wie Gulasch und Lasagne enthielten nicht wie ausgezeichnet Rindfleisch, sondern Pferdefleisch aus Rumänien. Der Skandal hatte europaweite Ausmaße und als Medien die undurchsichtigen und komplizierten Lieferketten veröffentlichten, waren viele geschockt.

Unklare Lieferketten schuld an Lebensmittelskandalen

Schon lange fordern Verbraucherschützer von Handelskonzernen, ihre Lieferketten transparenter zu gestalten, sodass man sie jederzeit zurückverfolgen kann. Die Rekonstruktion von Lieferwegen und Warenströmen dauert im Notfall viel zu lange und ermöglicht Vertuschungen und Unregelmäßigkeiten. Gerade für Großunternehmen im Lebensmittelbereich stellte dies bisher eine gewaltige logistische Herausforderung dar.

Walmart startet eigene Blockchain

Die Blockchain-Technologie löst diese Probleme und ermöglicht es, Lieferketten der Industrie transparent und problemlos rückverfolgbar zu machen. Die US-Einzelhandelskette Walmart hat nun beschlossen, die Blockchain zu einem Teil der eigenen Logistik zu machen. Als Auslöser nennen sie einen kürzlichen E.-coli-Befall von Salaten und wiederkehrende Salmonellen-Verunreinigungen bei Eiern und Frühstücksprodukten. Walmart hat seine Lieferanten von Salatprodukten nun angewiesen, alle Produkte bis zum Acker per Blockchain zurückzuverfolgen. Bis zum nächsten Jahr sollen die entsprechenden Zulieferer ihre Systeme auf den neuesten Stand gebracht haben.

Wochenlanger Prozess auf wenige Sekunden verkürzt

Mit den derzeitigen schriftlichen Registern dauert es laut Walmart derzeit noch ganze sieben Tage, bis man ein Produkt erfolgreich zu seinem Ursprung zurückverfolgen kann. Das interne Team der Lebensmittelsicherheit muss den Lieferanten kontaktieren, die Schriftstücke anfordern und mit diesen dann die Firma ermitteln, die das Produkt ins Vertriebszentrum geschickt hat.

Mit der neuen Technologie dagegen markieren die Arbeiter die Produkte schon auf der Farm per Handgerät mit einem Code. Dieser kann unmittelbar von allen Rechnern im Blockchain-Netzwerk eingesehen werden. Entdeckt jemand jetzt ein verunreinigtes Lebensmittel, kann jeder den Code scannen und sehen, wo genau es herstammt. Ein Prozess der bis jetzt sieben Tage gedauert hat, wird auf wenige Sekunden verkürzt. Dazu sind die Informationen fälschungssicher, es kann also nicht einfach ein anderer Herkunftsort angegeben werden.

Walmart arbeitet bei der Implementierung der Blockchain mit IBM zusammen. Dabei erhofft sich der Konzern von der Umstellung mehr Sicherheit für die Verbraucher, Kosteneinsparungen bei Lieferprozessen und eine Vermeidung von unnötiger Produktentsorgung bei Rückrufen.

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