KuCoin: Erpresserische Methoden einer Bitcoin-Börse

Max Halder

von Max Halder

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Max Halder

Max Halder kaufte 2011 seinen ersten Bitcoin. Er studierte Chemie und Pharmakologie an der Universität Regensburg und graduierte 2016 mit einem Master of Science. Seither setzt er sich als Pädagoge und freiberuflicher Dozent in einer Suchtklinik und in Förderzentren für Aufklärung und Bildung ein.

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Quelle: Shutterstock.com

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Die Hongkonger Bitcoin-Börse KuCoin hat 16 Kryptowährungen entfernt. Vier betroffene Unternehmen wurden dazu interviewt. Sie berichten von Anstiftung zum illegalen Wash Trading. Von manipulierten Handelsvolumina, der Unterdrückung von Schwachen und einem neuen kriminellen Geschäftsmodell. 

Das Handelsvolumen eines gegebenen Coins dient vielen Menschen als Indikator für das Schwarm-Interesse am jeweiligen Coin. Je mehr Geld über den Kanal eines Coins fließt, desto größer das Gewinnpotential. Doch das wissen auch die Unternehmen, die für das Zustandekommen der Handelsvolumina verantwortlich sind: die Exchanges. Wie The Block herausgefunden hat, wurde dieses Wissen von der in Hongkong ansässigen Krypto-Börse KuCoin dazu instrumentalisiert, um Unternehmen schwächerer Coins unter Druck zu setzen. Bei vier dieser Unternehmen gilt es als gesichert, dass ihnen von KuCoin empfohlen wurde, sich an Wash Trading zu beteiligen. Auf diese betrügerischen Manipulationen machten wir bereits im Juli und November 2018 aufmerksam. Doch die jüngsten Enthüllungen setzen dem Ganzen die Krone auf.

Wash Trading vs. Market Making

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Im traditionellen Finanzmarkt gibt es sogenannte Market Maker, die bestimmte Wertpapiere für einen kurzen Zeitraum kaufen bzw. verkaufen und damit das Risiko dieser Anlagen übernehmen. Diese Dienstleistung hat legalen Status. Wash Trading meint ebenfalls das kurzfristige Kaufen und Verkaufen, jedoch zum Zwecke der Vortäuschung höherer Handelsvolumina. Diese Art des Handels ist illegal. Nachdem im September bereits die Hongkonger Bitcoin-Börse OKex mit Wash Trading für Schlagzeilen gesorgt hat, sind nun im Fall der ebenfalls in Hongkong ansässigen Exchange KuCoin ähnliche Vorwürfe erhoben worden. Die beiden „chinesischen Exchanges operieren unter dem legalen Deckmantel des Market Making, betreiben jedoch im Grunde Wash Trading“, so der Analyst Sylvain Ribes, der für die Entdeckung dieses kriminellen Geschäftsmodell bei OKex einen viel beachteten Artikel publiziert hat.

Der Fall KuCoin

Ende 2018 wurden 16 Coins von den Listen der zu handelnden Coins gestrichen: Sie waren nutzlos, hieß es, KuCoin statuierte ein Exempel, schließlich waren die Handelsvolumina zu gering. An dieser Stelle könnte man es gut sein lassen, Gründe wie fehlende Rentabilität zu nennen. Doch das eigentliche Problem liegt tiefer. Das geht aus den Enthüllungen von vier der 16 betroffenen Unternehmen hervor. Die betrügerische Masche lässt sich mit folgendem Satz zuspitzen: Entweder zahlen sie Gebühren, um das Handelsvolumen ihres Coins in die Höhe zu treiben, oder ihr Coin wird von unserer Plattform nicht mehr unterstützt.

Ferner wurde uns empfohlen spezielle Unternehmen damit zu beauftragen, uns bei der Erfüllung des Mindesthandelsvolumens zu helfen. Ich war ziemlich entsetzt über das, was ich da lesen musste,

so Talal Tabbaa, Geschäftsführer von Jibrel, eines der 16 betroffenen Unternehmen. Als einer von zwei Partnern für die Zusammenarbeit wurde hftservicesltd.com vorgeschlagen, ein Unternehmen, das sich selbst auf seiner Homepage als Partner von KuCoin vorstellt.

Ich sollte also ins Wash-Trade-Geschäft einsteigen. Da gibt es keinen Zweifel. Wenn es eine Garantie [über das Handelsvolumen] gibt, weiß man, dass irgendetwas faul ist,

so Tabbaa. Er lehnte schließlich ab, die jährlichen 180.000 US-Dollar zu bezahlen. Jibrel, Tabbaas Coin, verschwand daraufhin von KuCoin.

Ähnliche Erfahrungen machte David Koepsell, der CEO von EncrypGen: „Uns wurden Nachrichten geschickt, in denen wir angehalten wurden, unser Handelsvolumen zu erhöhen und gefragt, ob wir nicht Interesse an einem kostenpflichtigen Service für diese Angelegenheit hätten.“ In seinem Fall ging es um 90.000 US-Dollar, auch er lehnte ab und prompt war der Token von KuCoin verschwunden.

Einen Erkenntnisschritt weiter kam Yuri Pimenov, seines Zeichens CTO bei Publica. Pimenov ging auf den Deal ein. Doch nach kurzer Zeit erhöhten sich die vereinbarten Gebühren. Pimenov verweigerte die Zahlung der höheren Gebühren und schon bald darauf gehörte Publica auf KuCoin der Vergangenheit an.

Wie viele Schafe sind schwarz?

Wenn man Handelsvolumina manipuliert, macht man das aus zwei Gründen. Entweder macht man es, um die Gebühren für einen gelisteten Coin einzustreichen – die nichtsahnenden Kunden kaufen dann den entsprechenden Coin, weil sie denken, er wäre interessant. In diesem Fall würden die Gründer des Coins profitieren. Oder man hat den Coin gekauft und will, dass der Preis steigt. In beiden Fällen handelt es sich um Betrug,

so Dave Weisberger, CEO bei Coinroutes.

KuCoin wies die Vorwürfe zurück, sie seien sich „ziemlich sicher“, nie derartige Emails verschickt zu haben.

Sollten die E-Mails tatsächlich von unseren Mitarbeitern stammen, werden wir definitiv etwas dagegen unternehmen,

sagte eine Stimme des Unternehmens.

Meine Vermutung ist, dass das auf jeder Exchange gemacht wird. Das Ausmaß ist in den meisten Fällen gering. Insgesamt scheint das [Wash Trading] das kleinste Problem des Systems zu sein,

meinte Ribes ganz allgemein. Doch der Analyst ist auch schockiert von der Ignoranz manche Anleger: „Ich bin sehr überrascht, wie viele Menschen noch immer an die lächerlichsten Vermögenswerte glauben…Wash Trades interessieren sie nicht…sie machen so lange weiter, bis sie kein Geld mehr haben.“

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