Wash Trading – Wie Börsen Anleger betrügen

Quelle: 3d illustration inflation and deflation graph via shutterstock

Wash Trading – Wie Börsen Anleger betrügen

Bestimmte Börsen täuschen falsches Handelsvolumen vor. Der Betrug von Anlegern kann weitreichende Folgen haben. Anleger und Ranking-Plattformen stehen vor einem Problem.

Wash Trading nennt sich der Prozess, wenn Finanzprodukte in geringer Zeit gekauft und verkauft werden, um ein hohes Handelsvolumen vorzutäuschen. Ein weit verbreitetes Problem, das auch in der Kryptowährungswelt seinen Platz eingenommen hat. Denn wenn Börsen Wash Trading betreiben, um fälschlicherweise Liquidität, Vertrauen und Sicherheit vorzutäuschen, geht das vor allem auf die Kosten der Anleger. Mit dem Vertrauen der Anleger lässt sich anschließend sehr viel Schaden anrichten.

Doch beginnen wir von vorn. Wenn Börsen Wash Trading betreiben, ist das, wie wenn man alle Produkte im Kühlschrank nach vorne stellt, damit er voll aussieht, obwohl dahinter alles leer ist. Es wird so getan, als würde ein starker Handel mit Kryptowährungen innerhalb einer Börsenplattform herrschen, dabei sind es nur einige wenige Trader, die dort dieses abgekartete Kauf- und Verkauf-Spiel betreiben.

Der Grund ist simpel

Das Erstellen und Umsetzen von Marketing- und Kommunikationsstrategien und der Aufbau einer Community ist teurer als der Aufbau mit Wash Trading. Denn es ist eine schmale Nische, die die Fake-Börsen dort nutzen.

Die Plattformen, welche die Rankings erstellen, sind hin- und hergerissen. Wenn sie die Börsen nicht mit ins Ranking aufnehmen, findet eine Regulierung statt. Das schützt zwar einige Anleger, jedoch wird damit die eigene Glaubwürdigkeit untergraben. Denn wer bestimmt, unter welchen Kriterien und ab wann eine Börsenplattform besser nicht gelistet werden sollte?

Wenn sich die Ranking-Webseiten jedoch entscheiden, alle Börsen basierend auf dem Volumen mit in die Liste aufzunehmen, kann man ihnen einen Vorwurf machen. Denn damit geben sie den Betrügern eine Plattform, die diesen noch mehr Reichweite für ihr falsches Geschäft einbringt.

Der Fall BitForex

Als Crypto Exchange Ranks am 16. Juli die Börsenplattform BitForex in einem ausführlichen Blogpost analysierte, sorgte das für Aufsehen. Es hatten sich allerhand Beweise angesammelt, um BitForex des Wash Tradings zu beschuldigen.

Beispielsweise ist die in Singapur ansässige Börse innerhalb weniger Wochen von Platz 70 auf Platz 12 der Liste der weltweit volumenstärksten Börsen von CoinMarketCap gestiegen. Mit 227 Millionen US-Dollar Handelsvolumen befindet sich BitForex damit auf einer Höhe mit renommierten Börsen wie Kraken und Kucoin.

Doch werfen wir einen Blick auf die weiteren Ungereimtheiten bei BitForex. Die Anzahl von BitForex-Twitter-Anhänger beläuft sich auf knapp 2.000. Währenddessen sind es bei Telegram 73.000. Dieser große Unterschied lässt darauf schließen, das Bitforex bei Telegram mit Bots gearbeitet hat. Außerdem behauptet BitForex auf Twitter, in der EU lizensiert zu sein. Zu dieser These gibt es jedoch keine Beweise. Auf der Website des Projekts gibt die Firma an, auf den Seychellen registriert zu sein und nur mit unabhängigen Teams in bestimmten Ländern zusammen zu arbeiten.

BitForex stellte zudem wage Behauptungen auf, wie dass sie 1,8 Millionen Nutzer hätten, die täglich 15.000 weitere auf die Plattform bringen.

Crypto Exchange Ranks sagte dazu jedoch:

„Wir sehen, dass die Anzahl der UU [Unique Users] von BitForex 29.000 beträgt. Im Gegenzug hat Kucoin 889.000 individuelle Nutzer. Kraken hat 666.000 UU. KuCoins Anzahl an UU ist 30-mal höher als die von BitForex, die Anzahl der UU von Kraken ist um das 23-Fache höher.“

Es bedarf also einer gewissen Vorsicht und Skepsis, bevor man sich einer Exchange anvertraut. Ein möglicher Weg für Ranking-Plattformen, um eine Regulierung zu verhindern und gleichzeitig Anleger vor Betrügern zu schützen, wäre es, so viele Informationen wie möglich in das Ranking mit aufzunehmen. So könnten die Missstände offensichtlich werden und für sich sprechen.

Die US-amerikanische Behörde CFTC hat sich des Problems der Preismanipulation bereits angenommen – die Ermittlungen dauern an.

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