OKEx-Gründer wegen Betrugsvorwurf von Polizei befragt

OKEx-Gründer wegen Betrugsvorwurf von Polizei befragt

Star Xu, der Gründer und CEO der Kryptobörse OKEx, ist in Shanghai vorübergehend von der Polizei festgenommen worden. Gegenüber den zuständigen Behörden erklärte er sich zu Vorwürfen des Betrugs und der Preismanipulation gegen seine Börse. Inzwischen ist Xu wieder auf freiem Fuß, Fragen zu seiner Festsetzung bleiben jedoch.

Wie chinesische Medien berichten, wurde der OKEx-Gründer und CEO am 10. September in Shanghai festgenommen. Auf einem lokalen Polizeirevier befragten ihn die Beamten anschließend zu den gegen die Kryptobörse erhobenen Vorwürfe. In erster Linie ging es darum, erste Informationen darüber zu sammeln, was bei der Exchange vor sich geht und ob bzw. wie sehr der CEO in mögliche illegale Machenschaften verwickelt ist.

Interessenkonflikt zwischen OKEx und WFee?

Inhalt der Befragung ist das Engagement von Xu und OKEx für den Krypto-Token WFee. Der Token ist Teil eines Projekts, das ein WiFi-Sharing-Ökosystem auf der Blockchain entwickeln möchte. Star Xu ist erklärtermaßen in das Projekt involviert. Es stellt sich jedoch die Frage, wie stark die Kryptobörse mit dem Coin verbandelt ist. Laut Xu bestehen zwischen seinen beiden Unternehmungen keine Verbindung, allerdings ist der WFee-Token seit März 2018 auf der Börse gelistet. Damit war OKEx die erste Kryptobörse, die den Coin in ihren Kanon aufnahm.

Die Behörden wittern also einen möglichen Interessenkonflikt für Star Xu, die sich aus der doppelten Involviertheit ergibt. Dazu kommen Anklagen anderer WFee-Investoren. Im Raum steht die Vermutung, Xu habe über die Börse Preismanipulation der WFee-Tokens betrieben. Xu selbst hingegen spricht davon, auf freien Stücken mit der Polizei in Kontakt getreten zu sein, um diese mit seinen Aussagen zu unterstützen. 24 Stunden nach seiner Festsetzung war er wieder auf freiem Fuß. Der Fall, gemeinsam mit den bisher gesammelten Daten, wird an das Polizeirevier in Peking übergeben.

Aufstieg zur zweitgrößten Kryptobörse

Die Krypto-Handelsplattform OKEx hatte Star Xu bereits 2014 unter dem Namen „OKCoin“ in der Volksrepublik China gegründet. Im Zuge der staatlich erzwungenen „freiwilligen“ Schließung der chinesischen Kryptobörsen vor einem Jahr zog OKCoin unter dem Namen OKEx nach Hongkong um. Dort stieg sie – hinter dem Hongkonger Konkurrenten Binance – zur zweitgrößten Kryptohandelsplattform auf.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Bildquellen

  • okex-shanghai-festnahme-1164663820: shutterstock (2)

Ähnliche Artikel

Bitcoin Core Bug – eine Retrospektive

Am 17. September wurde dem Bitcoin Core Team mitgeteilt, dass ihre Version des Bitcoin Clients eine gefährliche Sicherheitslücke aufweist. Nicht nur, weil Angreifer damit Nodes abstürzen lassen könnten, Miner hätten damit weitere Coins erschaffen können. Die Core-Entwickler haben mit einem Bugfix den Fehler behoben, jedoch sollte das Geschehene eine Lektion für alle sein.  „Es gibt […]

Blockchain sei Dank: Flüchtlinge können per Iris-Scan bezahlen

Die Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen (kurz UN Women) will in Zusammenarbeit mit dem World Food Programme (WFP) die Blockchain-Technologie nutzen, um syrischen Flüchtlingsfrauen in Krisensituationen zu helfen. Seit 2012 unterstützt UN Women Frauen in Flüchtlingslagern mit dem größten auf Frauen ausgerichteten Cash-for-Work-Programm. Wie der Name es schon andeutet, erhielten die Frauen […]

Wie sicher sind eigentlich Stablecoins?

Stablecoins erfreuen sich auf Kryptobörsen großer Beliebtheit. Sie bieten Tradern die Möglichkeit, ihre Profite nach einer Rallye abzusichern – ohne das Geld in Fiat zu tauschen. Das funktioniert jedoch auch nur, wenn der Stablecoin stabil bleibt. Sowohl in der Krypto- als auch der Fiatwelt gibt es hier Negativbeispiele.  Stablecoins sind einer der das Jahr 2018 […]

Bitcoin Ade, hallo Ripple? Das Meinungs-ECHO KW38

Ein vergeblicher Appell der „Krypto-Mom“, bullishe Töne von Ripple Labs und ein Abgesang auf Bitcoin. Ein bunter Korb an Meinungen machte diese Woche im Kryptospace die Runde. Das Meinungs-ECHO. Altcoin-Apokalypse 2019 wird das Jahr des Bitcoin-Rebounds. Davon zeigt sich Sunny Singh, COO des Kryptozahlungsdienstleisters BitPay, überzeugt. Im Gegensatz zu den Altcoins, die zum Untergang verdammt […]