Krypto-Hack: Neue Malware greift Mac-Nutzer an

Quelle: Shutterstock

Krypto-Hack: Neue Malware greift Mac-Nutzer an

Mac-Computer haben den Ruf, besonders gut vor Cyber-Attacken geschützt zu sein. Hundertprozentig sicher sind sie aber nicht, wie der jüngste Angriff erneut zeigt: Die Malware CookieMiner greift Zugangsdaten zu populären Krypto-Börsen ab und übernimmt den Mac, um ein verborgenes Mining-Tool zu installieren.

Die Sicherheitsspezialisten der Firma Palo Alto erläuterten die Bedrohung durch die Malware. Demnach handelt es sich um einen Trojaner, der ausschließlich Mac-Computer befällt und Nutzerdaten stiehlt. Konkret stiehlt die Schadsoftware:

  • Browser-Cookies aus Google Chrome and Apple Safari
  • gespeicherte Benutzernamen und Passwörter in Chrome
  • gespeicherte Kreditkarten-Informationen in Chrome
  • iPhone-Text-Nachrichten, die per Backup auf den Mac übertragen wurden
  • Wallet-Keys und Zugangsdaten zu Krypto-Börsen wie Binance, Coinbase, Poloniex, Bittrex, Bitstamp oder MyEtherWallet

Damit aber nicht genug: CookieMiner installiert zusätzlich ein Tool, um unbemerkt die Zcash-basierte Kryptowährung KOTO zu minen. Die betroffenen Rechner werden also zu einem Bot-Netz zusammengeschlossen, das fleißig KOTO schürft und auf die Konten der Hacker transferiert. Der Fachbegriff für diese Form des Angriffs lautet „Cryptojacking“.

CookieMiner: So funktioniert der Krypto-Hack

Krypto-Börsen sind in der Regel durch besonders starke Sicherheitsmaßnahmen geschützt. Deshalb reicht es nicht, nur die Login-Daten mit den Passwörtern zu besitzen. Meldet sich ein User mit diesen Daten an einem fremden Gerät an, ist in der Regel eine weitere Bestätigung erforderlich.

Um diese sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen, klaut CookieMiner daher auch die Browser-Cookies mit den Authentifizierungsinformationen. Hat die Website Browser-Cookies und korrekte Zugangsdaten, geht sie davon aus, dass sich der echte Account-Besitzer anmeldet. Die Hacker bekommen im schlimmsten Fall also vollständigen Zugriff auf das digitale Konto des betroffenen Benutzers.

Malware installiert Cryptojacking-Protokoll

Vielleicht befinden sich gar keine Coins auf dem gekaperten Konto. Auch für diesen Fall haben die Hacker vorgesorgt. Nachdem der Rechner geknackt wurde, lädt CookieMiner unbemerkt eine Mining-Software herunter. Diese Software sieht auf den ersten Blick wie ein XMRig-Coinminer zum Minen von Monero aus. Tatsächlich schürft CoinMiner aber die relativ unbekannte japanische Kryptowährung KOTO.

Der Knackpunkt: KOTO lässt sich über die CPU des Rechners minen. Für die Hacker ist das ideal. Schließlich können sie nicht davon ausgehen, dass jeder betroffene Computer eine mining-taugliche Grafikkarte verbaut hat – ein Prozessor ist aber auf jeden Fall vorhanden.

Palo Alto Networks rät Mac-Besitzern, ihre Sicherheitseinstellungen zu überprüfen und ein Auge auf ihre digitalen Assets zu werfen. Die Warnung ist nicht unberechtigt. Allein 2018 wurden Untersuchungen zufolge Kryptowährungen im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar illegal erworben. Erst kürzlich wurde die neuseeländische Plattform Cryptopia Opfer eines großangelegten Hackerangriffs.

Du bist ein Blockchain- oder Krypto-Investor? Der digitale Kryptokompass ist der erste Börsenbrief für digitale Währungen und liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Jetzt kostenlos testen

Ähnliche Artikel

Samsung investiert 2,6 Millionen Euro in den französischen Wallet-Hersteller Ledger
Samsung investiert 2,6 Millionen Euro in den französischen Wallet-Hersteller Ledger
Sicherheit

Der südkoreanische Technik-Gigant Samsung beteiligt sich an Ledger. Samsung investierte 2,6 Millionen Euro in den Wallet-Hersteller.

Kein Kavaliersdelikt: Musterschüler muss wegen Bitcoin-Diebstahl ins Gefängnis
Kein Kavaliersdelikt: Musterschüler muss wegen Bitcoin-Diebstahl ins Gefängnis
Sicherheit

In den USA erhielt ein 21-jähriger Krypto-Dieb eine langjährige Haftstrafe.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Schock bei Tether (USDT) und Bitcoin-Börse Bitfinex: Das steckt hinter der 850 Millionen-US-Dollar-Klage
    Schock bei Tether (USDT) und Bitcoin-Börse Bitfinex: Das steckt hinter der 850 Millionen-US-Dollar-Klage
    Märkte

    Der Krypto-Markt und insbesondere der Stable Coin Tether wurden heute Morgen böse überrascht.

    XRP im Wert von 170 Millionen US-Dollar verkauft – Ripples Umsatz wächst um 31 Prozent in Q1
    XRP im Wert von 170 Millionen US-Dollar verkauft – Ripples Umsatz wächst um 31 Prozent in Q1
    Märkte

    Die Nachfrage nach Ripples XRP hat seit Anfang des Jahres signifikant zugenommen.

    Samsung investiert 2,6 Millionen Euro in den französischen Wallet-Hersteller Ledger
    Samsung investiert 2,6 Millionen Euro in den französischen Wallet-Hersteller Ledger
    Sicherheit

    Der südkoreanische Technik-Gigant Samsung beteiligt sich an Ledger. Samsung investierte 2,6 Millionen Euro in den Wallet-Hersteller.

    Desinformation à la Ayre: Bitcoin SV sponsert schottischen Zweitligisten
    Desinformation à la Ayre: Bitcoin SV sponsert schottischen Zweitligisten
    Kommentar

    Unter der Federführung von Calvin Ayre vermeldet Bitcoin Satoshi Vision (BSV) das Sponsoring eines schottischen Fußball-Zweitligisten.

    Angesagt

    Binance DEX erlässt Guidelines für Token Listings
    Unternehmen

    Die offene Börse für Kryptowährungen Binance hat neue Community-Richtlinien erlassen, in denen sie genau erklärt, wie neue Token eingereicht und gelistet werden können.

    Tether-Konkurrent TrustToken kündigt vier neue Stable Coins an
    Altcoins

    TrustToken wird vier neue Stable Coins einführen. Sie werden im Verlauf des Jahres auf dem Markt verfügbar sein.

    Bitcoin Mining – Wie die Anreizstruktur im Netzwerk den Kurs bestimmt
    Bitcoin

    Der Zusammenhang von Bitcoin Mining und -Kurs wird gemeinhin unterschätzt.

    Bitcoin, Ethereum und Ripple – Kursanalyse KW17 – Bitcoin schlägt sich wacker!
    Kursanalyse

    Neues Jahreshoch bei Bitcoin. Ethereum und Ripple können dem nichts abgewinnen.