ITSA, ITIN, EIN, TTS – Mit der ITSA durch den Krypto-Dschungel
ITSA, ITIN, EIN, TTS – Mit der ITSA durch den Krypto-Dschungel

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ITIN, EIN, TTS – Mit der ITSA durch den Krypto-Dschungel

Die International Token Standardization Association oder kurz ITSA möchte etwas Ordnung in die Welt der Kryptowährungen und -Assets bringen. Doch was genau heißt das? Neben einer eindeutigen Identifizierung und Klassifizierung möchte sie nach und nach Daten für Forschungszwecke bereitstellen. BTC-ECHO sah sich diese genauer an.

BTC-ECHO ist, wie vor einiger Zeit erwähnt, Gründungsmitglied bei der International Token Standardization Association oder kurz ITSA. Nach BTC-ECHO sind verschiedene illustre Partner wie die MakerDAO, Neufund oder Aeternity gewonnen worden. Insgesamt kann sich die Liste der Partner inzwischen sehen lassen:

ITSA, ITIN, EIN, TTS – Mit der ITSA durch den Krypto-Dschungel

Wozu finden sich die unterschiedlichen Gründungsmitglieder unter dem Banner der ITSA zusammen? Grob wurde die Arbeit der Association in einem Artikel vorgestellt:

Sobald […] neue Token ins Krypto-Ökosystem kommen, bekommen diese zunächst eine unverwechselbare neunteilige alphanumerische Identifikationsnummer. Nachgehend soll der frische Token dann in ein internationales Token-Klassifizierungssystem eingeordnet werden, das sämtliche Dimensionen (ökonomisch, technologisch, rechtlich etc.) miteinbezieht.

Dem schier undurchdringlichen Zoo an Token möchte die ITSA also durch drei Dinge Herr werden: das Zuteilen einer neunteiligen ID, die Zuordnung verschiedener Klassifizierungen und schließlich der Aufbau einer Datenbank mit Kennzahlen zu diesen Token. Dieser Artikel möchte die verschiedenen Bestreben der ITSA vorstellen. Außerdem blicken wir auf die Datenbank, die die ITSA den Mitgliedern für Forschungszwecke zur Verfügung stellt. Einen ersten Schritt dazu unternahm Prof. Dr. Philipp Sandner. Wie sein Artikel möchten auch wir am Ende zeigen, was man alles für Infos aus den Daten ziehen kann.

Die ITIN – die Wertpapierkennnummer der Krypto-Assets


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Wieso sollte man neuen Token eine neunteilige alphanumerische Identifikationsnummer, die sich keiner merken kann, zuordnen? Haben unterschiedliche Kryptowährungen und Krypto-Assets nicht schon Namen?

Ein Screenshot spricht an der Stelle mehr als tausend Worte:

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Auf anderen Coin-Ranking-Seiten ist die Situation nicht besser. Eine Analyse auf Coingecko ergab, dass unter den knapp 5.000 aufgeführten Krypto-Assets über 450 Duplikate auftauchten. Zugegebenermaßen handelt es sich dabei größtenteils um Coins weit jenseits der Top 10, aber ideal ist die Situation keineswegs. Wenn man schließlich noch Informationen von verschiedenen Coin-Ranking-Seiten nutzt, wird die Uneindeutigkeit der unterschiedlichen Assets wirklich fatal. Es fehlt einfach ein gemeinsamer Standard.

Dies ist ein Fokus der ITSA: eine gemeinsame, objektive Nomenklatur für die Klassifizierung von Krypto-Assets zu finden. Es erinnert an das, was die ISIN im klassischen Wertpapiergeschäft möchte. Angelehnt an die International Security Identification Number wird die ITIN ein eineindeutiges Kennzeichen für ein neues Asset sein (sie wird also in beiden Richtungen eindeutig sein). Sie hat nichts mit dem Namen des Assets zu tun, sondern wird per Zufall vergeben. Zum einen möchte man damit oben beschriebene Doppelungen vermeiden, zum anderem keinem Asset durch Verwenden echter Worte einen etwaigen Bias geben.

Was heißt das konkret? Bitcoin hätte nach diesem Schema die ITIN TP3B-248N-Q und Bitcoin Cash die WKG3-T4X3-3. Man erkennt: Es gibt keine Präferenz oder einen Bezug zum Label Bitcoin.

Diese Art der objektiven Zuordnung mag für den privaten Investor nicht so wichtig sein – für ihn oder sie wird Bitcoin immer Bitcoin, Ethereum immer Ethereum etc. bleiben. Gerade in Zeiten der Forks kann eine derartig eindeutige, objektive Zuordnung jedoch auch für ihn wichtig sein. Spätestens für behördennahe Use Cases ist eine derartige Zuordnung schließlich notwendig. Kein Wunder also, dass immer mehr Unternehmen diese eindeutigen Bezeichnungen nutzen.

EIN, LLC, EIP… Wie die ITSA für Ordnung sorgen will

Mit der ITIN kann nun einer schier beliebig großen Menge an Token (um genau zu sein 853 Milliarden) eine jeweils eineindeutige Zuordnung gegeben werden. Soweit also zur alphanumerischen Identifikationsnummer. Im obigen Zitat steht jedoch auch, dass der Token in ein internationales Token-Klassifizierungssystem eingeordnet werden soll. Wie sieht das nun aus?

Ein Problem im Rahmen von Token-Klassifizierungen ist, dass es sich hier um ein multidimensionales Problem handelt. Schauen wir auf den Zweck, den zugrunde liegenden Mechanismus oder die rechtlichen Dimensionen?

Um die Frage zu beantworten, hat die ITSA das International Token Classification Frameworkoder, kurz ITC, entwickelt, welches von diesen verschiedenen Blickwinkeln Token einordnen möchte. Dabei unterscheidet die ITSA zwischen der ökonomischen, der technischen und der rechtlichen Einordnung. Das Bild soll mit der Zeit um die regulatorische Einordnung erweitert werden. Aktuell sind im Rahmen des ITC Token nach folgenden Gesichtspunkten eingeordnet:

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Diese Einordnung kann noch weiter aufgeteilt werden, sodass beispielsweise bezüglich dem wirtschaftlichen Zweck insgesamt 13 Unterkategorien gefunden werden. Aufgrund der Internationalität der ITSA sind derartige Begriffe englisch. Beispielsweise wird zwischen diesen Use Cases wie Zahlungsdienstleister (Payment Services), Datenverarbeitung und -analyse (Data Processing and Analysis) und Entertainment unterschieden. 

Nach dieser Einordnung würde beispielsweise Bitcoin als Payment-Service wahrgenommen werden, während Ethereum (ITIN: T22F-QJGB-N) unter Data Processing and Analysis zu finden ist.

Ein Blick auf die Daten der ITSA: Was für Use Cases gibt es?

Die Daten, die die ITSA bisher aggregierte, machen es möglich, den Zoo der Kryptowährungen etwas genauer zu beleuchten. Neben den Klassifizierungen können über eine als Tokenbase bezeichnete Datenbank verschiedene Größen untersuchen. Für Datenanalysten und Zahlenbegeisterte bietet sich hier eine wachsende Spielwiese. So kann man sich als Erstes fragen, wie stark die unterschiedlichen Token-Arten verteilt sind:

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Soweit die Daten in all ihrer Pracht. Während wir ziemlich eindeutige Bezeichnungen bei dem wirtschaftlichen Zweck, dem rechtlichen Anspruch und den technischen Details haben, ist der Use Case weniger eindeutig. Wir haben hier größtenteils Coins, welche unter die Rubrik „Sonstiges“ fallen. Weit dahinter folgen Kryptowährungen mit Fokus auf Datenverarbeitung, Zahlungsmittel und Börsen-Token. Die restlichen Use Cases sind bisher nicht der Rede wert.

Wer sind diese anderen Token? Man kann sich ansehen, was für einen wirtschaftlichen Charakter diese Token besitzen. Anscheinend handelt es sich in erster Linie um sogenannte Settlement Token:

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Der Großteil dieser unter „Other“ fallenden Token gehört also zu den sogenannten Settlement Token. Es handelt sich dabei um Token, die einen ähnlichen Use Case wie normale Payment Token erfüllen, jedoch an ein bestimmtes Ökosystem gebunden sind. Ein Beispiel hierfür wäre ein Token, der primär im Rahmen eines Netzwerks genutzt wird, der also nicht den Anspruch hat, ein wirkliches elektronisches Geld zu sein.

Weiteres Spielen mit Größen: Wie viel Geld steckt in verschiedenen Industriesektoren?

Soweit zu der Anzahl an Token. Wie sieht es mit dem darin gebundenen Geld und dem Nutzerverhalten aus? Eine rudimentäre Form dieses Nutzerverhaltens wäre das Handelsvolumen – auch wenn das nur das Spekulationsverhalten auf Börsen berücksichtigt. Das in den Use Cases gebundene Geld kann mit allen Abstrichen grob über die Marktkapitalisierung abgeschätzt werden.

Schauen wir erstmal auf die Marktkapitalisierung:

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Wie zu erwarten war – Bitcoin sei Dank – ist die gesamte Marktkapitalisierung der Payment Token mit Abstand die größte. Der Use Case „Datenverarbeitung und -analyse“ rangiert auf Platz zwei und kann nur noch gute 30 Prozent der Marktkapitalisierung der Bezahl-Token für sich verbuchen. Alle weiteren Use Cases – auch die oben erwähnten „Sonstigen“ – sind weit abgeschlagen hinter diesen beiden.

Wie ist diese Situation aus Sicht des Handelsvolumens?

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Insgesamt ändert sich über die Betrachtung der Use Cases wenig. Ein wenig mehr ändert sich bei den jeweils dominanten Währungen: Datenspeicherung (Data Storage and Server Hosting), Zahlungssysteme (Payment Services) und die schon zuvor angesprochenen sonstigen Kryptowährungen (Other) haben unterschiedliche Spitzenplätze bezüglich Handelsvolumen und Marktkapitalisierung. Im ersten Fall stehen sich hier Golem und Siacoin gegenüber, im zweiten Tether-USD und Bitcoin und im dritten BitCNY und Quarkcoin.

Die ITSA – Ein guter Start in die richtige Richtung

Natürlich ist hier zu betonen, dass die Datenbank derzeit noch wächst. Wie weiter oben gezeigt ist die Statistik für nicht wenige dieser Use Cases noch etwas gering. Die Mitglieder hinter der International Token Standartization Association arbeiten auch daran, weitere Token in ihr Framework zu integrieren. Außerdem soll auch die Tokenbase weiter ausgebaut werden. Besonders wünschenswert wäre es, wenn sich neben den Marktdaten noch Informationen zum On-Chain-Verhalten finden würden. So oder so ist die Arbeit der ITSA interessant und ermöglicht schon jetzt verschiedene Analysen. Für Daten-Nerds also zweifellos einen Blick wert. Man darf gespannt sein, was sich hier bezüglich Forschung im deutschsprachigen Bereich tut.

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